Vorbemerkung: Wie das häufig so ist - man erinnert sich im höheren Alter an Freundschaften, die in der Jugend eine wichtige Rolle gespielt haben. In dieser Orientierungs- und Findephase mit vielen Irritationen, Konflikten und wegweisenden Entscheidungen waren Freundschaften enorm hilfreich. Sie waren hilfreich und unentbehrlich, um sich in diesem Prozess der Individuation, die sich - wie Helm Stierlin sagt - immer sowohl mit als auch gegen die bedeutsamen Anderen - vollziehen kann, nicht zu verlieren und Rückhalt zu genießen. Nach der Schule verliert man Freunde und Freundinnen, die wichtige Wegbegleiter waren, häufig aus den Augen, weil berufliche und private Lebenswege sich in unterschiedliche Richtungen, in unterschiedlichen Regionen dieser Welt vollziehen. Dann mag es spannend sein, nach Zeiten des nur sporadischen Kontakts, was denn aus unseren Lebensplänen geworden ist, wie sehr Plan und Zufall unsere Lebenswege geprägt und beeinflusst haben. Zuweilen sind Wiederbegegnungen dann - zumal in unserer bewegten Welt mit vielen Umbrüchen, Krisen und Unwägbarkeiten - durchaus frappierend. So geht es mir gegenwärtig eben mit einem Jugendfreund. Wir beide finden uns in ganz und gar unterschiedlichen - ja gegensätzlichen Haltungen wieder, was die Einschätzung gegenwärtiger Entwicklungen und Geschehnisse betrifft. Sowohl die Aggression Russlands der Ukraine gegenüber als auch die Einschätzung klima(politischen) Handlungsbedarfs trennt uns mit Blick auf Wahrnehmung und Bewertung. Natürlich frage ich mich, wie kann das sein? Wo haben sich unsere Wege getrennt und haben zu solch gravierenden Unterschieden in der politischen Grundeinstellung geführt. Ich nenne hier keine Namen, sondern beschränke mich auf Versatzstücke in der Bewertung gegenwärtiger Konfliktlagen. Der letzte Meinungsaustausch offenbarte - so sehe ich das - auf der Gegenseite verschwörungstheoretische Ansätze, die mich persönlich vor allem besorgen, weil hier auch Grundeinstellungen zum politischen System eine entscheidende Rolle zu spielen scheinen:
Lieber ...,
ich möchte Dir gerne folgen. Du magst recht haben, und es würde mir auch gerne widerstreben nur "Gegensätze in in den Mittelpunkt unserer wiedergefundenen Dialoge zu setzen". Vielleicht finden wir auch andere Themen. Sie könnten vielleicht etwas zu tun haben, wir wir uns im Rückblick erklären, wie wir die geworden sind, als die wir uns heute verstehen bzw. als die wir heute gesehen werden. Dazu wenigstens eine kleine Anekdote, die vermutlich in meinem Leben Wendepunkt-Qualität ausmacht:
1978 stand ich mit einer Reihe meiner KommilitonInnen vor dem Landgericht Koblenz und musste mich wegen Landfriedensbruch, Nötigung und Beleidigung verantworten. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen und der die anschließende Prozesseröffnung resultierten aus einer Anzeige der Hochschulleitung (EWH Rheinland-Pfalz). Ich war seinerzeit Pressereferent im AStA und zeichnete verantwortlich für viele Beiträge, die für sich in Anspruch nahmen - auf der Grundlage eines Gutachtens des Juristen Otfried K. Preuß - für die gewählten Vertretungskörperschaften der Studentenschaft ein "allgemeinpolitisches Mandat" in Anspruch zu nehmen. Es waren im Nachgang mein Doktorvater Heino Kaack und der Soziologe Alfred Bellebaum, die einerseits eine schützende Hand über mich hielten und dafür sorgten, dass ich zunächst als studentische Hilfskraft, dann als wissenschaftliche Hilfkraft und schließlich als wissenschaftlicher Angestellter meine bescheidene "Karriere" auf den Weg bringen konnte. Voraussetzung war freilich, dass es zu einer Einstellung des erwähnten Verfahrens (ohne Verurteilung) kam. Und nun erwähne ich das dicke Brett, das insbesondere die beiden erwähnten Herren gebohrt haben und das seither fortwirkt: Alfred Bellebaum, Jahrgang 1931, wurde nicht müde in harten Auseinandersetzungen innerhalb seiner Seminare uns die Bedeutung des "Legalitätsprinzips" nahezubringen - immer auf der Grundlage einer republikanisch geerdeten Verfassung mit der unbedingten Geltung einer rechtsstaatlichen Ordnung (Gewaltenteilung und immer wieder Gewaltenteilung!!!). Er huldigte der Errungenschaft des Grundgesetzes und ermunterte uns auf der Grundlage dieser "freiheitlich-demokratischen Grundordnung" unser Ding zu machen (er ließ nie unerwähnt - ähnlich wie Peter Härtling und so viele andere - dass er hineingewachsen war in eine "staatliche Ordnung" und in Überzeugungen, die mit ihren Rassegesetzen und mit ihrer konsequenten Kriegsvorbereitung Europa und die Welt in eine der größten Menschheitskatastrophen geführt hat). In selbst habe mir dies offenkundig zu Herzen genommen und bin dann Zug um Zug in die Grundüberzeugung einesentschiedenen Republikaners hineingewachsen und sehe mich heute - mit den meisten meiner WeggefährtInnen - genau dort, wo wir es nicht zulassen werden, dass rechtsextreme Überzeugungen Hand legen an die rechtsstaatlichen Prinzipien, denen sich unsere staatliche und gesellschaftliche Ordnung verpflichtet sieht.
Ich habe Dir die Antipoden Immanuel Kant und Carl Schmitt nahegebracht; beide Repräsentanten einer im deutschen Sprachraum begründeten Kultur, sich Gedanken zu machen über die Grundlagen und Prinzipien einer staatlichen Ordnung. Carl Schmitts Denken ist nicht nur an der Stelle entartet, wo er im Nachgang zu den Ereignissen um den sogenannten "Röhm-Putsch" mit der der Schrift: "Der Wille des Führers ist Gesetz" den Weg mitbereitete in eine vollends der Willkür eines "Führers" ausgelieferte staatliche Ordnung (Putin erweist sich heute in jeder Hinsicht als konsequenter Epigone Carl Schmitts). Schmitts Freund-Feind-Denken (als binärer Code des Politiksystems) führt konsequent zu einer Loslösung von rechtsstaatlichen Prinzipien. Es ermächtigt jemanden wie Putin dazu, den "Feind" konsequent auszumerzen. Dazu braucht es nur den Entschluss des "Führers", dies für "vernünftig" zu halten: Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand verfügen kann - sagt Carl Schmitt!!!
Und nun frage ich Dich: Wer - um Gottes Willen - hat denn Deinem Freund (Du nennst in "Freund") ins Gehirn geschissen??? Du nennst es "überschießende Meinung"??? wenn er schreibt:
"Macron hat 60 französische Soldaten in Charkiw bei einem Raketenangriff verloren, getarnt als Zivilisten oder Ukrainer. 60.000 Polen sind schon in der Ukraine ums Leben gekommen; freiwillige Kämpfer oder reguläre Soldaten, nur die polnische Regierung weiß es. Die USA wollen das sinkende Schiff verlassen, bevor es auf dem Meeresgrund liegt [...] Die BILD-Zeitung bereitet uns mental auf den dritten Weltkrieg vor, und Karl Lauterbach will das Gesundheitssystem für den Krieg umstrukturieren. Putin wird der Koalition der Willigen eine Lektion erteilen. Spätestens wenn die Särge mit getöteten Soldaten zurückkommen, rappelt es in den Heimatländern."
In diesem verquasten Verschwörungsscheiß klingt doch pure Häme und unerträgliche Nähe zu einem Kriegsverbrecher mit. Tut mir leid, so jemand ist für mich nicht diskursfähig. Da könnte es sein, dass wir uns verlieren und einen späten Abgesang auf eine frühe Freundschaft einläuten. Was ich sagen will: Jemanden, der so redet, könnte ich jedenfalls nicht zu meinem Freunden zählen.
Ja: W A S E R R L A U B E N P U T I N ??? (http://fj-witsch-rothmund.de/index.php/hauptmenue/851-was-errlauben-putin) Diese Frage stelle ich mir jeden Tag aufs Neue. Mir ist schon klar, dass Deinem "Freund" hunderttausende russische Soldaten, die (siehe Felix Römer) Putin in den Tod schickt, scheißegal sind - noch gleichgültiger wird er auf die toten ukrainischen Soldaten schauen. Aber wie - verdammt noch einmal - schaut der denn auf die Zivilbevölkerung in der Ukraine, die Putin Tag für Tag - Tag für Tag - Nacht für Nacht - Nacht für Nacht beschießen lässt??? Wer lässt sich denn so in eigene Hirn scheißen??? Es gibt keine Legitimation für die Vorgehensweise Putins! Putin ist ein Mörder - ein Mörder sowohl nach außen wie nach innen!
Wer lässt sich denn sein Hirn auf diese Weise vernebeln, dass er beginnt in dieser Auseinandersetzung den Begriff der Qualitätsmedien in Deutschland in An- und Abführungszeichen zu setzen. Wir führen den Diskurs um Meinungsfreiheit - und vor allem: wir können ihn führen - jederzeit an jedem Ort. Wer die deutsche Geschichte kennt, wer erinnert, wie sehr (selbstverständlich aus eigennützigsten Motiven) deutsche Politiker (auch nach der widerrechtlichen Besetzung der Krim durch russisches Militär 2014) Appeasment-Politik betrieben haben, hat spätestens nach den Ereignissen und dem Canossa-Gang der europäischen Politik im Vorfeld zum 24. Februar erkennen müssen, dass Putin diesen Krieg wollte. Er wird aber auch erkennen müssen, dass Putin sich verzockt hat, weil seine "militärische Sonderoperation" nicht nach 14 Tagen beendet war, weil ihn die Ukrainer nicht massenhaft mit wehenden Fahnen als Befreier begrüsst haben.
Und nun kommen wir vielleicht wieder zueinander - oder zumindest uns näher. Obwohl ich es für unterträglich halte, Putin-Russland auch nur einen Quadratmeter ukrainischen Bodens zuzugestehen, halte ich Verhandlungen für unabdingbar. Zu klären bleibt - und ich setze auf die Putin-Versteher - wie man Putin zu Verhandlungen bewegen kann. Hinderlich war von Anfang an der Sprech von der "Eliminierung der Nazis, die in Kiew das Regiment führen". Mit der Ermordung Nawalnys und den unsäglichen Repressionen nach innen hat ja Putin gezeigt, wer die Elemente faschistischer Weltsicht und Staatsordnung Zug um Zug Wirklichkeit werden lässt.
Über Typen, die Du "Freund" nennst, habe ich mir mein Urteil gemacht - das räume ich ein. Ihre Art die Dinge zu sehen und zu verdrehen verursachen mir Übelkeit nach dem Motto Max Liebermanns: Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte. Und ich frage mich, was Dich dazu veranlasst, mir solch unerträglich verquasten Scheiß weiterzuleiten:
"Die Angriffsziele der ukrainischen Armee werden von der Fa. Palantir mit Hilfe von KI bestimmt, in Kiew gibt es sogar ein Stadtviertel, wo sich die US-IT-Firmen und Rüstungskonzerne tummeln. Die Ukraine ist das Testlabor für die Erprobung neuer Waffen und Kriegstechniken. Was in den Biolaboren geforscht wird, werden wir wohl niemals erfahren. Es sei denn die russischen Truppen okkupieren diese Testzentren."
Ich möchte ihm gerne zurufen: Besinne dich, ergreife Partei für den Rechtsstaat. Derjenige, dem eine Lektion zu erteilen ist, heißt Wladimir Putin. Und die Lektion kann er von uns Deutschen lernen ganz und gar ohne Blutvergießen: G E W A L T V E R Z I C H T und A N E R K E N N U N G der G R E N Z E N , die Ende Dezember 1991 mit dem Ende der Sowjetunion in Vertragsform gegossen worden sind. Ist das so schwer zu begreifen - gerade von uns Deutschen??? Ganz zu schweigen davon, dass die Ukraine 1994 im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags auf Atomwaffen verzichtet und die auf ihrem Gebiet lagernden Atomwaffen Russland übergibt, das im Gegenzug - so wie die USA - die Souveränität der Ukraine anerkennt - pacta sunt servanda!
Wollen wir in Frieden leben, dann geht das nur mit Kantscher Vertragspolitik unter Anerkennung der Gleichheit der Menschen und der ihnen damit verbrieften Menschenrechte. So würde er argumentieren. Folgen wir Carl Schmitt, ist die Konsequenz ein Vernichtungskrieg, bei dem der erklärte Feind auszumerzen ist. Wer kann so etwas wollen - außer Putin???
Ich grüße Dich und wir sollten - da folge ich Dir - andere Themen in Erwägung ziehen
In progress bedeutet, dass hier etwas entsteht, das der weiteren Strukturierung harrt. Es bedarf einer solchen weiteren Strukturierung, weil die Fülle an lyrischen Absonderungen ganz unterschiedlichen Motiven folgt. In einem ersten Block bieten politische Kontroversen und Geschehnisse Anlässe. Daneben habe ich neben Naturlyrik und Liebeslyrik der Gelegenheitslyrik ein eigenes Feld eingeräumt. Dies weist darauf hin, dass die lyrische Verdichtung bzw. die Kurzform sich immer wieder anbieten, um die eigene Befindlichkeit auf den Punkt zu bringen. Auch dies greift in gewissern Weise zu kurz, denn über Befindlichkeitsmomente hinaus geraten meine Gedichte häufig zu existentiell geerdeten Blitzlichtern, die über den Moment hinausweisen.
Es hat 72 Jahre gedauert, bis zu der Idee vorzudringen, dass mein Antrieb zur verdichteten, prägnanten lyrischen Form sich dem Bedürfnis verdankt, einen Angelpunkt für die eigene Position zu finden. Meine Bemühungen geschahen und geschehen in einem (historischen) Kontext, der uns (auch uns Nachgeborenen) auferlegt(e) im Sinne der umstrittenen kantischen Lehre vom radikal Bösen zu unterscheiden, ob jemand sich für das Böse entscheidet, weil es böse ist, und eben nicht nur, weil man es fälschlicherweise für gut hält (siehe Boehm/Kehlmann, der bestirnte Himmel über mir – Ein Gespräch über Kant, 2. Auflage, Berlin 2024, Seite 75).
Der Angelpunkt war früh gesetzt mit der Idee, man müsse den Menschen als Zweck statt als Mittel betrachten. Der Kantsche Universalismus – trotz aller menschlichen Verfehlungen des Herrn Kant – wirkt heute, verbunden mit seinem dreihundertsten Geburtstag angesichts des rasanten Wiederauflebens von Gewalt als Mittel der Politik entschieden nach, weil die kategorische Falschheit von Handlungsoptionen dann greifbar wird, wenn man dieser Idee folgt, die Menschen nicht als Mittel, sondern als Zwecke zu betrachten (was im Übringen nicht bedeutet, dass man selber dieser Idee in seinen alltäglichen Handlungen auch nur nahekommt):
„Man muss über die eigenen und ihre Interessen hinausblicken und sein Verhältnis in einer Gesellschaft freier und deshalb gleicher Wesen begreifen.“ (siehe a.a.O., S. 73f.). So schreibt Kant:
„Die Klasse der Weißen ist nicht als besondere Art in der Menschengattung von der der Schwarzen zu unterschieden; und es gibt gar keine verschiedene Arten von Menschen.“ (Immanuel Kant, >Bestimmung des Begriffs einer Menschenrasse<, Akademie-Ausgabe der Schriften Kants, Band 8, S. 99f. zitiert nach Boehm/Kehlmann, a.a.O., S. 69)
Und Boehm/Kehlmann fragen an gleicher Stelle, wie jemand, der diesen eben zitierten Satz geschrieben hat, immer noch rassistische Anschauungen haben konnte.
Vermutlich ist dies auch einer der Begründungen für die Zitation Jura Soyfersauf der Vorsatzseite des von Boehm und Kehlmann veröffentlichten Buches, wo es heißt:
Die Projekte häufen sich - sie sollten alsbald auch eine lesbare Gestalt annehmen. Der größere Zusammenhang, in den ich dieses Projekt integrieren werde, nimmt bereits Konturen an.
Es hat 72 Jahre gedauert, bis zu der Idee vorzudringen, dass mein Antrieb zur verdichteten, prägnanten lyrischen Form sich dem Bedürfnis verdankt, einen Angelpunkt für die eigene Position zu finden. Meine Bemühungen geschahen und geschehen in einem (historischen) Kontext, der uns (auch uns Nachgeborenen) auferlegt(e) im Sinne der umstrittenen kantischen Lehre vom radikal Bösen zu unterscheiden, ob jemand sich für das Böse entscheidet, weil es böse ist, und eben nicht nur, weil man es fälschlicherweise für gut hält (siehe Boehm/Kehlmann, der bestirnte Himmel über mir – Ein Gespräch über Kant, 2. Auflage, Berlin 2024, Seite 75).
Der Angelpunkt war früh gesetzt mit der Idee, man müsse den Menschen als Zweck statt als Mittel betrachten. Der Kantsche Universalismus – trotz aller menschlichen Verfehlungen des Herrn Kant – wirkt heute, verbunden mit seinem dreihundertsten Geburtstag angesichts des rasanten Wiederauflebens von Gewalt als Mittel der Politik entschieden nach, weil die kategorische Falschheit von Handlungsoptionen dann greifbar wird, wenn man dieser Idee folgt, die Menschen nicht als Mittel, sondern als Zwecke zu betrachten (was im Übringen nicht bedeutet, dass man selber dieser Idee in seinen alltäglichen Handlungen auch nur nahekommt):
„Man muss über die eigenen und ihre Interessen hinausblicken und sein Verhältnis in einer Gesellschaft freier und deshalb gleicher Wesen begreifen.“ (siehe a.a.O., S. 73f.). So schreibt Kant:
„Die Klasse der Weißen ist nicht als besondere Art in der Menschengattung von der der Schwarzen zu unterschieden; und es gibt gar keine verschiedene Arten von Menschen.“ (Immanuel Kant, >Bestimmung des Begriffs einer Menschenrasse<, Akademie-Ausgabe der Schriften Kants, Band 8, S. 99f. zitiert nach Boehm/Kehlmann, a.a.O., S. 69)
Und Boehm/Kehlmann fragen an gleicher Stelle, wie jemand, der diesen eben zitierten Satz geschrieben hat, immer noch rassistische Anschauungen haben konnte.
Vermutlich ist dies auch einer der Begründungen für die Zitation Jura Soyfersauf der Vorsatzseite des von Boehm und Kehlmann veröffentlichten Buches, wo es heißt:
Die Projekte häufen sich - sie sollten alsbald auch eine lesbare Gestalt annehmen. Der größere Zusammenhang, in den ich dieses Projekt integrieren werde, nimmt bereits Konturen an.
Es hat 72 Jahre gedauert, bis zu der Idee vorzudringen, dass mein Antrieb zur verdichteten, prägnanten lyrischen Form sich dem Bedürfnis verdankt, einen Angelpunkt für die eigene Position zu finden. Meine Bemühungen geschahen und geschehen in einem (historischen) Kontext, der uns (auch uns Nachgeborenen) auferlegt(e) im Sinne der umstrittenen kantischen Lehre vom radikal Bösen zu unterscheiden, ob jemand sich für das Böse entscheidet, weil es böse ist, und eben nicht nur, weil man es fälschlicherweise für gut hält (siehe Boehm/Kehlmann, der bestirnte Himmel über mir – Ein Gespräch über Kant, 2. Auflage, Berlin 2024, Seite 75).
Der Angelpunkt war früh gesetzt mit der Idee, man müsse den Menschen als Zweck statt als Mittel betrachten. Der Kantsche Universalismus – trotz aller menschlichen Verfehlungen des Herrn Kant – wirkt heute, verbunden mit seinem dreihundertsten Geburtstag angesichts des rasanten Wiederauflebens von Gewalt als Mittel der Politik entschieden nach, weil die kategorische Falschheit von Handlungsoptionen dann greifbar wird, wenn man dieser Idee folgt, die Menschen nicht als Mittel, sondern als Zwecke zu betrachten (was im Übringen nicht bedeutet, dass man selber dieser Idee in seinen alltäglichen Handlungen auch nur nahekommt):
„Man muss über die eigenen und ihre Interessen hinausblicken und sein Verhältnis in einer Gesellschaft freier und deshalb gleicher Wesen begreifen.“ (siehe a.a.O., S. 73f.). So schreibt Kant:
„Die Klasse der Weißen ist nicht als besondere Art in der Menschengattung von der der Schwarzen zu unterschieden; und es gibt gar keine verschiedene Arten von Menschen.“ (Immanuel Kant, >Bestimmung des Begriffs einer Menschenrasse<, Akademie-Ausgabe der Schriften Kants, Band 8, S. 99f. zitiert nach Boehm/Kehlmann, a.a.O., S. 69)
Und Boehm/Kehlmann fragen an gleicher Stelle, wie jemand, der diesen eben zitierten Satz geschrieben hat, immer noch rassistische Anschauungen haben konnte.
Vermutlich ist dies auch einer der Begründungen für die Zitation Jura Soyfersauf der Vorsatzseite des von Boehm und Kehlmann veröffentlichten Buches, wo es heißt:
Das Thema hatten wir doch gerade eben - muttertagsgeschuldet! Die Versuche, diese Frage zu beantworten, spielen in diesem Blog eine durchaus prominente Rolle. Es fragen Mütter selber danach: Was ist eine gute Mutter? Eva von Redecker entschlackt den Diskurs und enthält sich einer Wertung hinsichtlich der gestellten Frage. Ihre Hinweise zur symbolischen Ordnung der Mutterhingegen sind enorm hilfreich, gerade dann, wenn man sich mit einer wertenden Beantwortung dieser Frage quält. Diese Qualen haben beispielsweise Markus Deggerich so extrem umgetrieben, weil er seine Mutter beinahe umgebracht hätte. Eine andere Frage ist damit verbunden, ob man zwangsläufig einer Ideologie unterliegen muss, wie es das Gedicht Wenn Du noch eine Mutter hast nahelegt (siehe auch Teil II). Nobelpriesträgerin hinterlässt einen ehrlichen und gleichermaßen quälenden 'Eindruck in ihrem Abschied von der Mutter. Vielleicht hilft die nüchterne Feststellung: Jeder Tag ist Muttertag? Und mit dem Themenfeld Mütter und Söhne ist ohnehin ein Problemfeld besonderer Güte markiert. Mädchen und Frauen fragen eher: Bin ich wie meine Mutter? Man kann dem Thema auch eine generationenübergreifende Perspektive geben, indem man nach dem Verhältnis von Großeltern, Eltern und Enkeln (siehe auch Teil II) fragt! Und schließlich kann man sich fragen, was der Tod der eigenen Mutter bedeutet? Die einen werden erwachsen, andere verpassen genau diese Chance.
Grundsätzlich bleibt bei alledem kein Zweifel, dass die aufgeworfenen Fragen und die teils unsäglichen Konflikte wohl zum Leben dazu gehören - natürlich in den unterschiedlichsten Ausprägungen.Wenn dies so ist, bleibt die Frage zu beantworten, wie man mit diesem Befund umgeht. Tief berührt hat mich im Übrigen die feinsinnige Unterscheidung, die Aron Bodenheimerangesichts finaler Grenzsituationen vornimmt.
Heute gebe ich hier ein Textdokument zur Kenntnis - mit Genehmigung der Autorin, die diesen Text in eine Klanggestalt transformiert, die mich zutiefst beeindruckt. Hier zeigt sich, wie zur Anstrengung des Begriffs eine liedhafte Übersetzung gelingt, die das Kunstück fertigbringt, neben dem Adressaten eine ganze Nation von Müttern (und Vätern) aufhorchen zu lassen. Alle Liebe, alle Nöte, alle Konflikte, alle Projektionen finden in einem kleinen Lied eine bleibende Gestalt; ein bleibende Gestalt, weil sie die Gefühlswelt und Nöte von Müttern in der modernen oder meinetwegen postmodernen Gesellschaft auf den Punkt und zum Klingen bringt. Und in der Tat - zum Text muss man das Lied hören, weil erst das Aufgehen des Textes in seiner liedhaften Form zu einem umfänglichen Erleben führt:
Der Text (und das Lied - in Vorbereitung):
Von Muttertier zu Pubertier (Tina Schneider – Dedenbach)
Ich bin nicht immer gut gelaunt – genau wie du.
Ich bin nicht immer ganz gerecht – genau wie du.
Was ich wohl immer bin, ist echt – genau wie du.
Und letztlich bin ich nur ein Mensch – genau wie du.
Und dieser Mensch, der du da bist, der ist mein Kind.
Egal wie groß, egal wie alt, du bleibst mein Kind.
Und deshalb lieb ich diesen Menschen, dich, mein Kind.
Auch pubertär und nicht ganz fair, ich lieb mein Kind.
Und weil ich deine Mutter bin, ist’s wohl normal,
dass ich dir peinlich oder lästig bin manchmal.
Dass du mich hasst, verwünschst, verfluchst wohl hier und da.
Ich weiß, du kannst oft nichts dafür, doch sei dir klar:
Auch ich kann nichts für deine Launen, deine Wut,
für deinen Kummer, Misserfolge, den Unmut.
Ich weiß genau, die Achterbahn in dir, sie tut
Dir selbst genau so wie auch mir kein bisschen gut.
Auch ich werf dir Grimassen zu hinter der Tür,
flüstere Schimpfwörter dir zu hinter der Tür.
Du darfst mich ruhig verfluchen hinter deiner Tür.
Doch vergiss eines nie da hinter deiner Tür:
Niemanden sonst auf dieser Welt lieb ich wie dich.
Und eben deshalb bin ich auch genau durch dich
Verwundbar wie durch keinen sonst und verletzlich.
Denn niemand sonst bedeutet je so viel für mich.
Bei allem, was ich tu und lass, mein ich es gut
Mit dir, dem Lebenswerk von mir, dir, meiner Brut.
Ich lass dich leben und erfahren, mach dir Mut
Und doch bleib ich im Hintergrund stets auf der Hut.
Ich weiß, vielleicht kannst du das alles erst verstehn,
wenn es dir selbst irgendwann ähnlich wird ergehn.
So hab auch ich als Mutter manches eingesehn,
was ich als Tochter lange Zeit nicht konnt verstehn.
Wir sind nicht immer lieb, gerecht und brav und nett.
Doch eines soll man nie verlieren: den Respekt.
Denn den verdiene ich von dir wie du von mir.
Zur Not erinnert uns daran das Liedchen hier.
Auch ich kann nichts für deine Launen, deine Wut,
für deinen Kummer, Misserfolge, den Unmut.
Ich weiß genau, die Achterbahn in dir, sie tut
Dir selbst genau so wie auch mir kein bisschen gut.
Auch ich werf dir Grimassen zu hinter der Tür,
flüstere Schimpfwörter dir zu hinter der Tür.
Du darfst mich ruhig verfluchen hinter deiner Tür.
Doch vergiss eines nie da hinter deiner Tür:
Niemanden sonst auf dieser Welt lieb ich wie dich.
Und eben deshalb bin ich auch genau durch dich
Verwundbar wie durch keinen sonst und verletzlich.
Das folgende Gedicht ist fast dreißig Jahre alt - meine älteste Tochter ist 37 Jahre, meine jüngere Tochter 35 Jahre alt, meine Enkelkinder sind fünf bzw. drei Jahre alt. Und die Jüngste ist inzwischen gut acht Monate alt. Fangen wir an mit Unsere Kinder (dass meine eigenen Kinder sich dieses Gedicht mit Blick auf ihre eigenen Kinder zu eigen machen mögen, wünsche ich Ihnen von Herzen):
Selbstbestimmt leben oder sich aus der Hand geben?
Das sind die beiden Spannungspole, die mit der Haltung Rudi Krawitzenseinerseits und mit der HaltungFulbert Steffenskys andererseits markiert sind. 2014 im Zuge der Kontroverse im Deutschen Bundestag hat Edo Reentsin der FAZ Position bezogen und betont, das Sterben sei kein Wunschkonzert. Er hat eine Position eingenommen, die an Arroganz und Ignoranz schwerlich zu überbieten ist. Während Rudi den assistierten Suizid im Nachgang zum Urteil des Bundesverfassungsgericht aus 2020
Zur fundamentalen Bedeutung von Generativität (in meinem Denken und Empfinden):
Details
Ulrich Schnabelfragt: Was macht "Sinn" überhaupt aus, und in welchen Situationen erlebt man ihn?
Niklas Luhmann sagt:
"Sinn gibt es ausschließlich als Sinn der ihn benutzenden Operationen, also nur in dem Moment, in dem er durch Operationen bestimmt wird, und weder vorher noch nachher. Sinn ist demnach ein Produkt der Operationen, die Sinn benutzen, und nicht etwa eine Weltqualität, die sich einer Schöpfung, einer Stiftung, einem Ursprung verdankt. (Ders. in: Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt 1998, S. 44)"
Das hört sich nicht nur brutal an. Es führt zu der schlichten Konsequenz, dass es - wie Luhmann meint - keine von der Realität des faktischen Erlebens und Kommunizierens abgehobene Idealität gebe.
Aber in dieser Konsequenz stecken versteckte Prämissen, die sich nur über eine intensive Befassung mit Luhmanns Systemtheorieenthüllen: Das faktische Erleben meint alles, was innerhalb unserer Bewusstseinssysteme der Fall ist, während das faktische Kommunizieren alles meint, was innerhalb sozialer Systeme der Fall ist und von Beobachtern durch Unterscheidungen markiert wird. Das würde aber auch bedeuten, dass damit konsitutierte Realitäten immer schon - als gewissermaßen atemporale Zerfallsprodukte - einerseits von den synaptischen Spalten verschluckt und andererseits im kommunikativen Rauschen verhallen würden. Niklas Luhmann entzieht sich dieser ernüchternden Klemme, indem er meint:
"Es braucht deshalb ein Gedächtnis, eine 'memory function', die ihm die Resultate vergangener Selektionen als gegenwärtigen Zustand verfügbar machen (wobei Leistungen des Vergessens und des Erinnerns eine Rolle spielen). Und es versetzt sich selbst in den Zustand des Oszillierens zwischen positiv und negativ gewerteten Operationen und zwischen Selbstreferenz und Fremdreferenz. Es konfrontiert sich selbst mit einer für es selbst unbestimmbaren Zukunft, für die gleichsam Anpassungsreserven für unvorhersehbare Lagen gespeichert sind (a.a.O., S., 45f.)."
Kleine persönliche Einlassung: Mir wird nun klarer, warum ich jeden Tag meine 95jährige Schwiegermutter im örtlichen Seniorenstift Laubenhof besuche und von Tag zu Tag gespannt bin, wie es wohl heute gehen mag. Die Eisdecke, die wir jeden Tag gemeinsam betreten wird dünner und dünner; sie trägt noch. Die Operationen, die wir im sozialen System über Kommunikation gemeinsam vollziehen, bedeuten exakt die angedeutete Atemporalität eines Zerfalls, der sich augenblicklich einstellt. Gedächtnis ist nicht beliebig verfügbar, indem es vergangene Selektionen mühelos in gegenwärtige Zustände überführen könnte; die Verfügbarkeit schwindet in einem rasanten Reduktionsprozess, der irgendwann keinen Rest mehr übriglassen wird. Ich werde das dann vermutlich auf dramatische Weise realisieren, insofern unsere gemeinsam gepflegten und über die letzten 20 Monate Tag für Tag aktualisierten Erinnerungsrituale irgendwann keine Resonanz mehr erzeugen werden - je schleichender und sanfter dieser Prozess sich vollziehen wird, umso weniger dramatisch wird er sich in meinem Erleben darstellen. Aber die Konsequenz wird aus der Sicht des Beobachters eine brutale sein: Irgendwann wird es nicht nur keine von der Realität des faktischen Erlebens und Kommunizierens abgehobene Idealiät (als Vorstellungswelt) mehr geben - die Realität selbst wird sich als leer und sinnlos erweisen (das Attribut sinnlos ist hier eigentlich sinnlos, weil es Sinn voraussetzt: Luhmann bemerkt vermutlich überzeugend, wie schwierig es ist, Unsinn bzw. Sinnlosigkeit zu erzeugen. Als Möglichkeit gelingt dies nur, "wenn man einen engeren Begriff des Sinvollen - zum Beispiel: des alltäglich Üblichen, des Erwartbaren - bildet" und dann Unsinn oder Sinnlosigkeit davon unterscheidet). Auch ein goldenes Ehejubiläum reicht nicht ohne Weiteres aus, um mühelos anknüpfen zu können an das, was so faszinierend und so sinngebend bzw. -erfüllend war, wie bei meinen Schwiegereltern beispielsweise das gemeinsame Tanzen.
[Da könnte im übrigen eine Empfehlung Klaus Dörners helfen, der meint: "Was gut tut, ist, von der Faustregel auszugehen, die freilich nur die Erfahrenen kennen, dass es den helfenden oder pflegenden Angehörigen immer schlechter geht als dem Hilfsbedürftigen oder Gepflegten, was übrigens auch und gerade - das schon mal vorab - fürs Sterben gilt" (in: Ders.: Leben und sterben, wo ich hingehöre - Dritter Sozialraum und neues Hilfesystem, Neumünster 2007, S. 86)]
Und nun zu Ulrich Schnabel - in der Sylvesterausgabe der ZEIT (27. Dezember 2018) geht er der Frage nach, was "Sinn" überhaupt ausmache, und in welchen Situationen man ihn erlebe? Manche - meint Schnabel - suchten verzweifelt nach dem Sinn des Lebens, anderen sei er schlicht egal! Ich will mich aufs Wesentliche beschränken. Nach einer kurzen Einführung stellt Ulrich Schnabel fest:
"Als zentral erweist sich allerdings ein Begriff, der quer durch alle Befragungen und Dimensionen als einer der wichtigsten Sinngeber erscheint: die sogenannteGenerativität. Damit ist das Bemühen gemeint, etwas an andere Generationen weiterzugeben und zum 'großen Ganzen' beizutragen - etwa indem man Kinder erzieht, Wissen vermittelt, sich politisch engagiert, Musik komponiert oder die Natur schützt. Generativität hat also vor allem mit dem Gefühl zu tun, sich in einen größeren Zusammenhang eingebunden zu fühlen, der das eigene, begrenzte Leben überschreitet und der damit die individuelle Existenz mit Sinn erfüllt - selbst über den Tod hinaus."
Um auf meine alltägliche Erfahrung im generativen Zusammenhang zurückzukommen, stelle ich mir die Frage, was denn eigentlich geschieht, wenn auch der Zugang zu einem (Selbst-)Bewusstein im Kontext von Generativität (bis zur Unkenntlichkeit - bis zum Selbst- und Fremdvergessen) schwindet? Für Fulbert Steffensky tritt damit einer der Fälle ein, wo der Mensch beginnt,sich aus der Hand zu geben(Ders.: Mut zur Endlichkeit - Sterben in einer Gesellschaft der Sieger, Stuttgart 2007). Alles, was Ulrich Schnabel vor allem auch mit dem Rekurs auf Viktor Frankl thematisiert, ist hier noch nicht der Fall. Deshalb kann er mit Fug und Recht sagen, das der Schritt von der "Ego- zur Sinnorientierung" mit Frankl in die Frage mündet: "Was kann ich beitragen, um die Situation insgesamt zu verbessern". Diese Frage beschere im besten Fall Gefühle wie Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeit: "Anders gesagt, die Ausrichtung auf andere lässt uns einen Zusammenhang erleben und spüren, dass es nicht egal ist, ob wir existieren."
Ulrich Schnabel, Viktor Frankl, Niklas Luhmann, Fulbert Steffensky bescheren mir also mit ihren Überlegunen und z.B. mit Blick auf meine Schwiegermutter einen reflektierten Zugang zu genau diesem Lebensgefühl, nämlich dass es nicht egal ist, ob ich existiere. Und mit der These Jean Paul Sartres, dass wir "das sind, was wir tun", gewinne ich heute tatsächlich - sehr viel konsequenter als in meiner Sturm- und Drangphase - einen Zugang zu meinem eigenen Leben. Und zugegeben: Generativität spielt hier eine zentrale Rolle, die sich immer deutlicher für mich herauskristallisiert: In der Auseinandersetzung mit "Hildes Geschichte", in der Auseinandersetzung mit der brutaleren Variante des Alterns sowohl mit Blick auf meinenSchwiegervater als auch meine Schwiegermutter; und hoffentlich auch mit Blick auf meine Kinder und Kindeskinder.
Mit den folgenden Sätzen endet meine knappe Darlegung der Motive in meinem kurzen Beitrag: RedHotChillyJupp?Zum Schluss weise ich darauf hin, dass ich nun einen Instagram-Account habe, in dem ausgwählte erste sechs Songs präsentiert werden. Aber ich merke, dass Instagram nicht meine Welt ist, und ich zweifle daran, ob sich dies heilen lässt.
Nun schreibe ich in der Tat seit mehr als vierzig Jahren Texte. Meine Schubladen sind voll. Meine Kinder und ehemalige StudentInnen haben mich überredet einen Instagram-Account zu starten. Nun ja, seit heute Morgen bin ich da online und habe das folgendermaßen kommentiert:
Ab 5.45 Uhr wird nun zurückgesungen und Lied mit Lied vergolten: Aktuelle Verlautbarung aus dem Hauptquartier von RedHotChillyJupp - die Offensive gegen Unbelehrbare, Rechte und Nazis wurde erfolgreich eingeleitet! Es wurden bereits erhebliche Landgewinne erzielt - schön wär's!!!
Das ist doch viel zu viel haben die Instagram-erfahrenen User gemeint. Ich entgegne: Das sind doch nur sechs Songs. Ich hab ja Dutzende und Aberdutzende in der Pipline. Wann sollen die denn alle raus? Nun ja, ich sage mal - in etwas ruhigerem Fahrwasser - Woche für Woche! Heute morgen kommt einer dazu; eine kleine Satire auf den erbarmungswürdigen Manuel Hagel.
Aus der Werkstatt - die grammatikalischen und orthografischen Schnitzer sind dem Ernst der schwäbischen Lage geschuldet!
Hoh, hoh, hoh, drauß vom Wahlokampf komm ich her und ich muss euch sagen: es hagelt schon sehr!
Da gibts was auf die Augen, rehbraun müssen sie sein und braun das Haar!
Aber liebe Wähler und Wähler Innen: Das war vor so viel Jahr verzeiht ich bin ein junger Mann, ein Männlein mit feuchten Träumen
Ich habs versaut!
Hoh, hoh, hoh, drauß vom Wahlkampf komm ich her und ich muss euch sagen: es hagelt schon sehr!
Gordon, machschs besser und durchtrenn den Knoten desch is dringend gebooten:
Im Ländle regiert bald ein Türk und euch droht ein Schweitzer isch komm und spring dir bei!
Hoh, hoh, hoh, drauß vom Wahlokampf komm ich her und ich muss euch sagen: es hagelt schon sehr!
Bleib wo du bist! ruft da der Schnieder, der Wähler ist ein scheues Reh, versteht keinen Spaß - ist moralisch ganz bieder.
Hoh, hoh, hoh, drauß vom Wahlokampf komm ich her und ich muss euch sagen: es hagelt schon sehr!
Jo i woiß
Isch henns verstanne, Isch henns kapiert!
Isch geh in der Tann, do kon ischs Rehlein begaffe ihr heuchlerisch-dümmliche Affe.
Aber lieber Manuel, der Tschem hat Dich doch geschützt, jeder geht e mol fehl! Und das hat ihm sehr genützt.
Du bist noch jung. lass dir Zeit nimm neuen Anlauf und Sdchwung, halt dich fit und allzeit bereit:
Auf jeden März folgt ein April, so Gott und der Wähler es will.
[Dieser Blog ist inzwischen nur noch, was er immer war und sein sollte: Ein Beleg für die Tatsache, dass sein Urheber (An-)teil nimmt am gesellschaftlichen Diskurs. Dafür stehen im Übrigen die Schlagwörter in der Menüleiste. Unter Gelesen, gesehen und besprochen werden alle Beiträge aufgeführt, die sich mit Büchern, markanten Texten und Filmen auseinandersetzen. Die Liste wird ständig aktualisiert und ergänzt.]
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