debekabanner.svgcafe hahn bannerreuffel banner

Jean Baudrillard - Das leichte(re) Leben

29. August 2018

Wer hätte denn gedacht, dass ich mir selbst in meinem Tun fragwürdig werden könnte. In meinen Händen halte ich einen Haufen Papier, beschriebene Blätter; der gemeinsame Erinnerungsschatz, den Lisa - meine Schwiegermutter und ich zusammengetragen haben. Nun rutsche ich gemeinsam mit ihr in jene Nische ohne Wiederkehr, die ich doch gerade zudecken bzw. wieder begehbar machen wollte.

Jean Améry spricht von den "drangvollen Herausforderungen des Daseins und namentlich des Zeitvergehens, in dessen Strom wir mitschwimmen und uns selber ertrinken zusehen; Stück um Stück unseres Ich wird schon weggeschwemmt, wenn die Erinnerungen verblassen und die Realität unserer Person schließlich in einen Strudel gerät, der uns in die Untiefen reißt (Jean Améry: Hand an sich legen Diskurs über den Freitod, Stuttgart 1976, S. 68f.)."

In memoriam Günter Altner

Günter Altner: „Natur ist nicht nur berechenbares Objekt, Materiebaustein, Müllkippe schonungsloser Ausbeutung …, sondern das Netz, in das sich der Mensch hinein verwoben findet, an dem er selbst fortstrickend mitwirken kann“. Ein wenig verfrüht - gut 3 Wochen vor seinem 82sten Geburtstag am 20. September (Günter Altner ist am 6. Dezember 2011 verstorben), möchte ich an Günter Altner erinnern. Als Professor für Evangelische Theologie gehörte er - wie ich selbst - dem Lehrkörper der Universität Koblenz an (Pensionierung 1999). Ich erinnere mich an einige Vorträge und besonders an einen ruhe- und rastlosen Mann, der ständig, seine ausgebeulte Ledertasche in der Hand, unterwegs zu sein schien - zwischen Koblenz, Heidelberg und Freiburg; mehr als viertausend Vorträge soll er in seinem Leben gehalten haben.

Roger Willemsen III oder: Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte

oder: Willemsen III (natürlich auch Willemsen I und Willemsen II)- es wird nicht schwer sein, unter der Max Liebermannschen Devise weitere Argumente für Maximilian Probst's Menetekel: Umdenken oder untergehen zusammenzustellen. Die Klemme ist wie immer ambivalenzgeschwängert und Lösungen werden weh tun, sofern sie sich überhaupt noch abzeichnen. Die Art von Dilemmata, die sich hier offenbaren, haben den schizoiden Charakter von fatalistischen Selbstbildern, wie sie heute Abend das Auslandsjournal am Beispiel vom "zu Tode geliebten" Dubrovnik aufzeigte. Ein paar Tage später - wir haben Sonntag, den 19.8.18 - zeigt sich in der Talkrunde Anne Wills

Kommunikation als Lebenskunst - Bernhard Pörksen im Gespräch mit Friedemann Schulz von Thun

Das Glück und der Tod

2014 veröffentlichten Bernhard Pörksen und Friedemann Schulz von Thun "Kommunikation als Lebenskunst - Philosophie und Praxis des Miteinander-Redens". In "Was ist Kommunikation" habe ich diesen Versuch - zwar nicht wie die akademische Welt ignoriert (ein berechtigter Seitenhieb Bernhard Pörksens auf die Arroganz der staatlich besoldeten Kaffeesatzleser), sondern einer kritischen Würdigung unterzogen. Das letzte Hauptkapitel "Das Glück und der Tod" habe ich seinerzeit ausgespart; man könnte auch sagen, ich habe es mir aufgespart, bis die Zeit reif war. Nun beschäftige ich mich selber ja schon seit mehr als 20 Jahren - auch aus dem akademischen Raum heraus - mit "Alter, Sterben, Tod und Trauer". Gleichwohl brauchte es wieder einmal einen Anstoß.

Roger Willemsen II

"Ja, wir wussten viel und fühlten wenig. Wir durften es nicht fühlen und hörten doch T.S. Eliot fragen:

'Where is the wisdom we lost in knowledge? Wher is the knowledge we lost in information?'

Hörten es und häuften noch mehr Informationen auf. Als bräuchten wir einen neuen Klimabericht, einen neuen Schadensbericht über die Weltmeere, den Regenwald, die grassierende Armut. Aber aus all den Fakten ist keine Praxis entsprungen, die auf der Höhe der drohenden Zukunft wäre."

   

Zurück

   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund