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(M)Ein Advdentskalender (2022) - Heute öffnen wir das neunte Türchen (9)

Als ich vor Tagen das Interview Michael Maars mit Peter Sloterdijk anhörte, war ich verblüfft dass Sloterdijk aus dem Stehgreif heraus die Schlusszeilen aus Gottfried Benns Menschen getroffen rezitieren konnte. Er kündigte dies zwar unter dem Titel Leute getroffen an. Aber dies ist wohl mehr als verzeihlich, bedenkt man erstens, dass dieses Gedicht (von Benn selbst) ganz sicher nicht zu den wenigen seiner Gedichte gehört, denen er selbst das Qualitätskriterium der absoluten Form attestieren würde. Und muss man wohl einräumen, dass dieses Schlusszitat ganz und gar einem situativen Kontext geschuldet war, von dem Sloterdijk nicht annähernd annehmen konnte, dass er sich genau so in diesem langen Gespräch mit Michael Maar konstellieren würde. Der nachfolgende Text ist etwas älter. Er liegt mir insofern am Herzen, als auch Lyriker vom Range Benns ihre aberwitzige Verirrung in den Schwachsinn nationalsozialistischer Ideologie nicht verbergen können (Menschen getroffen füge ich ganz zum Schluss für interessierte Leser an).

(M)Ein Adventskalender (2022) - Heute öffnen wir das achte Türchen (8)

Beobachten – Zuhören – Redenlassen

Die Kindheit selbst tritt in Erscheinung. Dieser radikale Zustand, in dem man der Welt noch offen entgegenwächst, statt sich abzuschirmen gegenüber den überall lauernden Verletzungen.“

So zu lesen in: Etwas wütet in ihnen (ZEIT, 44/22, S. 37). Der Beitrag setzt sich mit Safe auseinander; eine Serie, in der das Drehbuch von der Oscar-Preisträgerin Caroline Link stammt. Sie führt auch Regie. Anna-Lena Scholz spricht von einem „Kammerspiel im Spielzimmer – so markerschütternd nah und realistisch wirkt es, als quelle das Innenleben dieser Kinder aus dem Fernseher hinaus“.

(M)Ein Adventskalender (2022) - Heute öffnen wir das siebte Türchen (7)

 Schon wieder Soziologie (:-(

Dirk Baecker: Studien zur nächsten Gesellschaft

in der wir schon längst leben!

Der Luhmann-Schüler Dirk Baecker hat bereits 2007 im Suhrkamp-Verlag "Studien zur nächsten Gesellschaft" veröffentlicht - darin einen knappen Beitrag, den er in Anlehnung an Niklas Luhmann "Familienglück" nennt (S. 191-205): Um eines vorwegzunehmen - auf diesen knapp 15 Seiten werden wir nichts erfahren über "Familienglück". Gleichwohl geht es um elementare Einsichten. Die taugen aber eher dazu Fragebedarf und Skepsis gleichermaßen zu erhöhen:

(M)Ein Adventskalender (2022) - Heute öffnen wir das sechste Türchen (6)

Therapeutische Interventionen - Chancen für eine Neuverrechnung

„Eine ‚normale‘ Paartherapie hält Klaus Kranitz (Jan Georg Schütte) nur für teure Trennungsbegleitung. Sein Selfmade-Ansatz verspricht den schnellen Erfolg. In welcher Form auch immer, sonst gibt's das Geld zurück. Er bringt stockende Zweisamkeit wieder zum Laufen – in wenigen Sitzungen und mit Geld-zurück-Garantie! Um die Beziehungen seiner Kundschaft zu reparieren, ist dem unkonventionellen Paartherapeuten keine Wahrheit zu direkt und kein Mittel zu abwegig. Eine u.a. mit Jan Georg Schütte, Bjarne Mädel und Anna Schudt exzellent besetzte Impro-Comedy.“

(M)Ein Adventskalender - Heute öffnen wir das fünfte Türchen (5)

Die Großeltern haben Besuch (Erich Kästner)

Für seine Kinder hat man keine Zeit.
(Man darf erst sitzen, wenn man nicht mehr gehen kann.)
Erst bei den Enkeln ist man dann soweit,
dass man die Kinder ungefähr verstehen kann.

Spielt hübsch mit Sand und backt euch Sandgebäck!
Ihr seid so fern und trotzdem in der Nähe,
als ob man über einen Abgrund weg
in einen fremden bunten Garten sähe.

Spielt brav mit Sand und baut euch Illusionen!
Ihr und wir Alten wissen ja Bescheid:
Man darf sie bauen, aber nicht drin wohnen.
Ach, bleibt so klug, wenn ihr erwachsen seid.

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund