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VeRBOTeN!?

Entdecke die Scham...

2009 besuchte ich mit meiner Frau Claudia im Düsseldorfer Museum Kunstpalast die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“.

Das Museum ist einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen man sich „legitimer Weise“ (auch) in die relativ geschützte Rolle eines nicht ohne weiteres des Voyeurismus verdächtigen, kunstinteressierten Beobachters begeben kann.

(Ein zweiter wesentlicher Zugang zu diesem Gesamtvorhaben steht jetzt mit "Schamverlust - eine Selbstverortung" zur Verfügung. Motive und Antrieb für diesen BLOG werden damit ein wenig transparenter und nachvollziehbarer. Auch der am 14.5.2015 in den Blog eingestellte Beitrag "Das Ende" enthält schamrelevante Hinweise.)

Die Rituale des Kunstbetriebs kommen diskreten Verhaltenserwartungen ja auch durchaus entgegen. Legen sie doch keine offene, lauthals geführte Diskussion nahe, sondern erwarten eher die stille, in sich gekehrte Reflexion des Kunstsachverständigen.

Leben und Sterben, wo ich hingehöre? Die Vergreisung der Gesellschaft! Der Mensch ist, weil er sich verdankt! Die Hand halten oder nicht?

Vorabdruck des Leitartikels in Heft 4 (Dezember 2020)

Unter diesen Überschriften sind in den letzten drei Heften "Rund um den Laubenhof" (Zeitung des Fördervereins Seniorenzentrum Laubenhof) Gedanken zum Alter und zum Umgang mit Alter und alten Menschen in unserer Gesellschaft erschienen. Neben Klaus Dörner (Jahrgang 1933, Psychiater und Altersforscher) standen Jean Baudrillard (1929-2007, französischer Philosoph und Soziologe) und Fulbert Steffensky (Jahrgang 1933, evangelischer Theologe, der – bevor er konvertierte und die evangelische Theologin Dorothee Sölle heiratete – 13 Jahre lang als Mönch in der Abtei Maria Laach gelebt hat) Pate bei diesen Überlegungen.

Literarische Kometen, Luhmannsche Blüten und Harald Welzers Theorie der Erinnerung

alles gelesen und kommentiert durch die Brille vom Jupp, der den ersten Text (zu Harald Welzers Theorie der Erinnerung) im Folgenden einfach mal umdreht und damit zeigt, dass Theorie und Praxis in einem strikten Wechselverhältnis stehen (alle Quellenverweise im Verlauf des Textes):

Unsere Kinder (um 1998)

Unsere Kinder
waren schön von Anfang an.
An der Nabelschnur
schon (aus)gewogen,
ohne Makel
- kleine Druckstelle auf der Stirn die eine,
- die andere ein rötlich Mal im Nacken.

Welch ein großes,
welch ein grenzenloses Glück.
Und wie ängstlich und behutsam
das erste zaghafte Berühren.

Max Frisch - Tagebuch 1946-1949

Übers Tagebuch-Schreiben habe ich mich zuletzt an Maxim Biller gerieben. Mit meiner Ermunterung des NZZ-Redakteurs René Scheu habe ich Biller in die Schranken gewiesen. Heute füge ich ein weiteres gewichtiges Argument hinzu. Hätte beispielsweise Max Frisch kein Tagebuch geschrieben, wäre uns so mancher Lesespaß entgangen - relativierende Aspekte siehe ganz unten). Nehmen wir einmal Basel, Fastnacht 1949:

"Morgenstreich:

Harald Welzer, das Gedächtnis und das kommunikative Unbewußte - versehen mit kleinen Luhmannschen Blüten und literarischen Kometenschweifen

Harald Welzer arbeitet sich in seinem Buch Das kommunikative Gedächtnis - Eine Theorie der Erinnerung (4. Auflage, München 2017 - Erstveröffentlichtlichung bereits 2002) mit Blick auf die Frage, was denn eine Autobiographie ausmache, zu der These vor, dass es hier nicht um die schlichte Repräsentation eines Lebens von der Geburt bis zum Tode gehe, sondern dass die Beantwortung der damit verbundenen Fragen zunächst einmal auf der sorgfältigen Unterscheidung der vielfältigen Quellen, die das Selbst hervorbrächten (Welzer bezieht sich hier auf Mark Freeman), beruhe (alle Hervorhebungen in Zitaten, Verf.):

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund