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Es wird Zeit für einen zweiten Anlauf - der Vorarbeiten sind genug. Nun wird es Zeit, sich gegen den neuen rechten Spuk geschichtsbewusst zur Wehr zu setzen!

Diese Ankündigung mag kryptich und nebulös anmuten. In der Auseinandersetzung um die zunehmende Konjunktur rechten Gedankenguts kann und muss ein jeder, der Kind oder Enkel - vielleicht auch Urenkel der Kriegsgeneration ist, die ethischen und praktischen Lehren und Konsequenzen aus der besonderen - ja der singulären - Qualität der jüngeren deutschen Geschichte ziehen. Dass dies in Gestalt einer international anerkannten und respektierten Erinnerungskultur habituell geworden ist, darf dabei von rechten Spacken wie Björn Höcke nicht in Frage gestellt werden. Solange die AfD Mitglieder dieser Gesinnung in ihren Reihen duldet, bleibt die Reklamation eines Verfassungspatriotismus reines Lippenbekenntnis und sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Ich bin allerdings der Auffassung, dass eine noch so profilierte Erinnerungskultur nicht ausreicht, auch mehr als 70 Jahre nach Ende des 1000jährigen Reiches die maßlose Entartung deutscher Politik und deutscher Gesellschaft auch nur annähernd zu verstehen. Sönke Neitzel und Stefan Welzer haben mit ihrer Theorie des Referenzrahmens wichtige Vorarbeiten geleistet, die durch eine Fülle von Studien zum Enstehen und Wirken der nationalsozialistischen Ideologie unterfüttert werden. Sparring partner ist ein kleiner Mosaikstein in vollkommen individualisierter Absicht und Verkürzung zur biografischen Erhellung von Einzelschicksalen in Verstrickung mit den seinerzeitigen politischen, gesellschaftlichen und militärischen Kontexten. Systematischer - wenngleich ebenso individuell-biografisch gebrochen - erscheinen die Bemühungen in: Hannah Schmitz, Franz Streit und Bernhard Schlink und Michael (Berg). Sparring partner ist - bei aller Bemühung um historische Lauterkeit - ein Beleg für die von Dieter Lenzen in Anlehnung an Niklas Luhmann vertretene These, dass jede Form der Außenrepräsentation immer und zuvorderst eine Form der Selbstrepräsentation darstellt. Dazu bekenne ich mich - allerdings basiert diese Form der Auslassung und Absonderung auf der konsequenten Lektion, die ich aus der Barbarei nationalsozialistischer Terrorherrschaft ableite, und für die die Methaper "Vogelschiss" genauso wenig angemessen ist, wie die Bezeichnung "Drecksau" für Alexander Gauland.

 

Sparring partner (Paolo Conte)

(nach meiner freien Übersetzung)

 

Er ist ein Ungeheuer ohne Geschichte

Denkt sie über ihn!

Ihm fehlt die Erinnerung -

Abgesunken auf den Boden des Verborgenen.

Und Du wirst sehen

Wie sich sein Blick im Dschungel verliert.

Nein, geh ihm aus dem Weg – triff ihn niemals!

Dietmar Kamper - Über das Lösen von Knoten

Dietmar Kamper: Bildfolter - Von der gestörten Liebe zur reibungslosen Sexualität, in Christoph Wulf (Hrsg.): Lust und Liebe - Wandlungen der Sexualität, München 1985, S. 381-394

Dietmar Kamper hat mich beeindruckt. In diesem Blog finden sich mächtige Spuren, z.B. über Das Heilige und seine Spuren in der Moderne oder Traumbilder an der Schwelle zum Jenseits. Ich habe in der Auseinandersetzung mit Dietmar Kampers Traumbuch versucht den Kontext zu bedenken, in dem und aus dem heraus er wenige Monate und Wochen vor seinem Tod schreibt. Auf Seite 33 dieser posthum - mehr als 10 Jahre nach seinem Tod - veröffentlichten Traumbilder findet sich ein Zitat, das er Charles Baudelaire entlehnt hat:

Jürgen Habermas oder: Et hätt noch immer jot jejange

Wir Rheinländer finden in letzter Zeit unverhofft zusammen in der kämpferischen Absicht, unseren Lebensstil nicht nur verteidigen zu müssen, sondern ihn als Errungenschaft auch offensiv setzen zu wollen. Et kütt, wie et kütt  könnte man dabei fahrlässig mit einer grundsätzlich resignativ-fatalistischen Lebenseinstellung gleichsetzen. Für mich signalisiert diese Haltung eher Einsicht in die besondere, in keiner Weise berechen- oder planbare Dynamik jedes einzelnen, individuell zurechen- und beschreibbaren Lebenslaufs. Et kütt, wie et kütt wird allerdings flankiert durch gleichermaßen defensive oder gar demütige Einsichten wie: Et es wie et es oder Et bliev nix wie et es oder Wat willste mache.

Reformruine Universität - hier am Beispiel einer 28-jährigen Soziologin, namens Sophie!

(Elisabeth von Thaddeen in der ZEIT 24/2015, S. 59-61)

Vorbemerkung (am 10.2.2017):

Die nachfolgenden Bemerkungen und Informationen beziehen sich auf das Institut für Schulpädagik/Allgmeine Didaktik an der Universität Koblenz-Landau (Campus Koblenz). Sie können u.a. auch der Beantwortung der Frage dienen, ob Lehrer bzw. Hochschullehrer bloggen sollten? Der daran anschließende Beitrag ist bereits am 22. Juni 2015 in meinem Blog veröffentlicht worden. Zu diesem Zeitpunkt war Wolfgang Meseth (Nachfolge Voß) bereits in Marburg und Frau Stadler-Altmann (Nachfolge Krawitz) auf dem Weg nach Bozen. Rudi Krawitz hat unser Institut 2009 verlassen, Reinhard Voß ein Jahr später.

Sollen Lehrer bloggen? Eine kurze, anwendungsorientierte Replik

In der Ausgabe der Pädagogik (2/16, S. 48f.) gehen Lisa Rosa und Jochen Schnack unter der Rubrick "Kontrovers" der Frage nach, ob Lehrer bloggen sollten. Jochen Schnack, Redaktionsmitglied der Pädagogik, weist zu Beginn seiner Ausführungen darauf hin, dass es - trotz intensiver Suche - nicht gelungen sei, einen Autor zu finden, der bereit war einen Beitrag gegen das Bloggen zu verfassen. So fasst Schnack gewissermaßen stellvertretend Argumente zusammen, die immerhin bei der Recherche mit möglichen Autorinnen und Autoren zu hören waren.

Ich konzentriere mich auf Lisa Rosas Begründung fürs Bloggen "in sieben Schritten":

   
   
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