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Hanna Schmitz und Franz Streit - Bernhard Schlink (Mediation) und Michael (Berg)

Dieser Beitrag hat den Rahmen des BLOGS schon lange gesprengt. Die Fiktion mäandere um die Realität herum, meint Stefan Slupetzky. Den Kick, dann doch noch einmal der Fiktion den Vorrang zu geben, resultiert einerseits aus Slupetzkys "Der Letzte Große Trost" und zum anderen aus Achim Landwehrs "Die anwesende Abwesenheit der Vergangenheit". Ich werde also noch einmal von vorne beginnen - vielleicht nimmt dann die anwesende Abwesenheit der Vergangenheit so sehr Gestalt an, dass ihre Anwesenheit greifbar wird. Achim Landwehr ermuntert mich in seinem fulminanten Buch zu einer solchen Anstrengung mit folgender Impression (ein wenig deutet sich bereits an im 9. Kapitel dieses Beitrags):

Über naive und weniger naive Vorstellungen darüber, was Kommunikation sei

und inzwischen mit der Einsicht versehen, dass in der Tat die Geschichten der Menschen mehr und mehr unter dem Narrativ von Kränkungsgeschichten erzählt werden - siehe auch Jens Jessen in der ZEIT (43/16) sowie meinen Beitrag zu Wilhelm Schmids "Sexout"

Am 11. Juni 2016 stell(t)e ich mir die Frage, wie es denn nun (nicht nur theoretisch) weitergeht und vor allem, wie ich selbst denn die Dinge sehe? Folgendes Resümee zu einem heillosen Streit unter Freunden hält meine Entschätzung fest:

Zweifellos darf man - oder muss man gar - in einem sozialen System, das lange mit dem Begriff der Freundschaft versehen worden ist, die Frage stellen, ob wertebezogene oder verhaltensorientierende Präferenzen von Mitgliedern zusammenpassen, oder ob es – ohne eine beiderseitige Korrektur – nicht schonender für die psychischen Umwelten und das soziale Klima ist, wenn man künftigen Konflikten den Nährboden entzieht und aus dem Wege geht.

Was ist Kommunikation? Eine Einführung – basierend auf Niklas Luhmanns gleichnamigen Aufsatz in: Soziologische Aufklärung 6: Die Soziologie und der Mensch. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1995. S. 113-124

Die knappe nachstehende Zusammen-fassung ist ein erneuter Versuch, die Prämissen menschlicher Kommuni-kation zu beschreiben. Die Gliederung der Zusammenstellung orientiert sich an den von Niklas Luhmann vorge-nommenen Zwischenüberschriften. Die theoretischen Überlegungen Luhmanns (siehe auch: Luhmannsche Lektion) werden meinerseits an einem „fallbezogenen“ (die Textstellen sind werden jeweils fett und farbig eingeleitet) Beispiel illustriert (eine Ähnlichkeit mit noch Lebenden oder Verstorbenen ist möglich und durchaus beabsichtigt). Norbert Bolz (Berlin 2010) vertritt übrigens an dieser Stelle die Position, dass die Gesellschaft immun  sei gegen ihre Wissenschaft, sie sei viel zu aufwändig und umständlich, um sie für Alltagsorientierung zu nutzen. Ich möchte hier durchaus das Gegenteil zeigen, bestreite aber nicht, dass man sich bei der Lektüre Umstände machen muss. Aber dann kann es auch ein Spass werden.

Frau Eck hat ein Buch herausgegeben - über den erotischen Raum

im Carl-Auer-Verlag (Heidelberg): Der erotische Raum. Fragen der weiblichen Sexualität in der Therapie

Sie wird dazu interviewt in der Psychologie Heute (7/2016, S. 87)

Katrin Brenner-Beckers (KBB) erste Frage berührt schon ein heißes Eisen und führt - je nach Standpunkt - zu einer (wenig) überraschenden Antwort. Die Frage, ob Frauen in langen Beziehungen eher ihre Lust verlieren als Männer, beantwortet Angelika Eck schlicht mit: "Ja." Es gebe auch "viele Männer", die die Lust auf Sex verlören, bei Frauen sei es aber häufiger der Fall.

Angelika Eck (AE)  hat das Buch mit "elf Mitautoren" verfasst. Ich kenne es (noch) nicht. Aber AE hat recht klare Antworten parat, wenn KBB nachfragt, warum das denn so sei:

Bevor es losgeht – und vor allem, worum es eigentlich geht (Teil 1)

Ich habe eine Verpflichtung als "Zeitzeuge" und versuche dieser Verpflichtung gerecht zu werden. Am 23.5.2016 habe ich erstmals mit Schülern gearbeitet. Diese Begegnung mit 16 bis 18jährigen Schülern hat in mir noch einmal die Frage und die Auseinandersetzung befördert, worum es eigentlich (und auch) geht. Ich beginne damit, mir selbst diese Fragen erneut zu stellen und nach Antworten zu suchen. Ich bin inzwischen nur noch ein Jahr entfernt von dem Alter, in dem mein Vater (er hat den Krieg als Soldat - jedoch nicht unversehrt - überlebt) starb, und ich bin weit mehr als doppelt so alt wie Franz Streit, der Vater meiner Schwester, als er in Rußland den Heldentod starb. Ich führe die Auseinandersetzung mit Moritz Pfeiffer, einem 1982 geborenen Kriegsenkel und seinem akademischen Lehrer Wolfram Wette. Ich begegne Susanne Miller und Jan Philipp Reemtsma. Ich beziehe mich auf Sönke Neitzel und Harald Welzer, und ich lerne von Heinrich Gerlach und ganz besonders von Bernhard Schlink. Es geht wieder los, bevor es so richtig losgeht!

   

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