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Familie - eine riskante Angelegenheit? Gesellschaftliche Veränderungsdynamiken und ihre Folgen

Unter diesem Titel haben Dorett Funcke und Sascha Bachmann in Heft 1/20 (S. 50-63) der Familiendynamik einen Beitrag veröffentlicht, der aus meiner Sicht in mehrfacher Hinsicht Aufmerksamkeit verdient. Mir persönlich geht es hier nur um einen Argumentationskern, der mich alleine schon deshalb beschäftigt, weil ich mich immer wieder frage, wie gesellschaftliche Veränderungsdynamiken auch das unmittelbare eigene Erleben von Familie tangiert? Dazu ist vorausschickend zu bemerken, dass wir - meine Frau und ich - als Herkunftsfamilie unserer Kinder, die inzwischen 33 und 31 Jahre alt sind, das ganz und gar ungewöhnliche Glück für uns erleben, dass die Kinder Partner, Brot und Ort (vor allem auch im Sinne von Heimat) im unmittelbaren Umfeld gefunden haben.

Sven Kuntze: Altern wie ein Gentleman

Natürlich habe ich mich schon wieder viel zu weit aus dem Fenster gelehnt - ein Glück, dass ich mich nur im Hochparterre bewege. Weiter oben, wo die Luft dünner ist, hauen uns die Großkopferten die nassen Waschlappen um die Ohren - mit eiskaltem Wasser. Mir persönlich kommt das gut zu pass. Vieles traut man sich ja einfach nicht zu sagen, oder man ist unsicher und voller Selbstzweifel - vielleicht inmitten so dynamischer Veränderungsprozesse, dass man eigentlich nicht so recht weiß, wo man überhaupt steht.

Alte(rnde) Männer

Professor Dr. Eckart Hammer lehrt Soziale Gerontologie an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg – sein Beitrag in der Familiendynamik 4/2015 (S.286-295) lautet: Schlaglichter auf das Alter(n) des Mannes. In der knappen Übersicht ist zunächst von einem Defizit die Rede – Alter(n)sfragen seien sozialwissenschaftlich wenig erhellt. Es fallen die Stichworte Berufsaufgabe und Übergang in den Ruhestand; es gehe insbesondere um sinnstiftende Tätigkeiten sowie um eine Neubestimmung von Partnerschaft und anderen sozialen Beziehungen. Und dann noch: „Hochaltrigkeit und drohende Gebrechlichkeit erhöhen seinerseits das Suizidrisiko, andererseits sind Männer in der Angehörigenpflege ein weithin unterschätztes Potential.“ Na, dann!

Bernhard Schlink - Selbs Justiz neu gelesen

Bernhard Schlinks Stil eignet sich aufgrund seiner klaren, unverschnörkelten Sprache und den in der Regel überschaubaren Kapiteleinteilungen hervorragend auch zum Vorlesen. So habe ich Selbs Justiz noch einmal vorgenommen und lese sehr wachsam, was Gerhard Selb im Alter von 68 Jahren Mitte der 80er Jahre über sich und die Welt zu sagen hat: Auf dem Cover ist im Sinne einer kurzen Inhaltsangabe zu lesen, dass der Privatdetektiv Gerhard Selb, 68, von einem Chemiekonzern beauftragt wird, einem Hacker das Handwerk zu legen, der das werkseigene Computersystem stört.

Bernhard Schlinks paar- und alterstherapeutische Hausapotheke - eine Leseermunterung

Kurze Vorbemerkung am 1. Advent: Nun beginnt sie also, die Zeit der Erwartung - Erwartung gerichtet hin auf die Ankunft des Erlösers. Auch der Advent wird vergehen, so wie sich für mich persönlich Gegenwart dynamisiert - kaum zu greifen, kaum auch nur zu reflektieren - als Offenbarung eines Lebensgefühls, das einem vorkommt wie das Reisen in einem Hochgeschwindigkeitszug.

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund