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Gert Heidenreich, das Agelugel, Leo und ich und Oma und Mama und Papa - alle, alle sind sie da! Auch unsere Kinder

Der folgende Beitrag ist den schrägen Großeltern gewidmet, die ihre Großelternschaft als ein ganz besonderes Geschenk betrachten. Wenn ich mich u.a. auf Gert Heidenreich beziehe, dann einerseits aus Wertschätzung - seine Erotischen Mysterien (und hierin die Geschichte Blau, von ihm selbst gelesen) fand ich seinerzeit anregend, trotz der berechtigten Kritik in Richtung Altmännerphantasien. Sicherlich liegen zwischen Eltern- und Großelternwelten Galaxien. Lassen aber die Eltern die Großeltern teilhaben an der Faszination der ersten Jahre, und sind Großeltern bereit sich dieser Faszination auszusetzen, dann geschieht - cum grano salis - Wunderbares ohne das Salz in der Suppe zu ignorieren oder zu verleugnen; von diesem Salz wird unvermeidbarer Weise zu reden sein.

Susanna Filbinger-Riggert - Hans Filbinger: Eine Vater Tochter Biografie

Die neuerliche Auseinandersetzung mit Odo Marquard hat mich noch einmal mit dem "Fall" Hans Filbinger(s) in Berührung gebracht. Unmittelbar nach Erscheinen der "Vater-Tochter-Biografie" Susanna Filbinger-Riggerts (SFR) "Kein weißes Blatt" (Frankfurt 2013 - Campus-Verlag) habe ich dieses Buch zur Kenntnis genommen. Es liegt jetzt vor mir, und ich sehe, dass ich es nach meiner Art gelesen habe, versehen mit vielen farbigen Post-its. Als erstes fällt mir auf Seite 151 eine kleine Passage auf. Dort schreibt SFR:

Odo Marquard: Abschied vom Prinzipiellen (in: Zukunft braucht Herkunft, Stuttgart 2015, S. 11-29)

Ich bin 6 Jahre und 272 Tage (unter Berücksichtigung des Schaltjahres 1948) nach der Kapitulation des Dritten Reiches geboren worden. Odo Marquard, auf den ich mich hier beziehe, ist am 26.2.1928 geboren worden. Er ist 24 Jahre und 5 Tage älter als ich – es liegen also historisch gesehen Galaxien zwischen uns. Die universalen Unterschiede, um die es zu tun ist, müssen beispielsweise gewärtigen, dass er Kindheit und Jugend unter maßgeblichem Einfluss nationalsozialistischer Ideologie erlebt und erlitten hat. Es ist interessant nachzuvollziehen, wie Marquard aus seiner Entscheidung für ein Philosophiestudium seinen eigenwilligen Weg in die Nachkriegsgesellschaft hinein kommentiert und begreift: Da ist unter anderem zu lesen:

Der kleine König Dezember zu Besuch – in einer Adaption von Axel Hackes Der kleine König Dezember – mit Bildern von Michael Sowa, erschienen bei Antje Kunstmann (München 1993)

Seit ich im Dezember ein paar Gummibärchen auf’s Fensterbrett gelegt habe, bekomme ich regelmäßig Besuch. Der kleine König Dezember, der ja bei Axel sooooooo fett ist, kommt inzwischen auch in mein Haus und versucht mir die Welt zu erklären. Dabei kommen wir beide ganz schön ins Schwitzen - man kann hier schon den leichten Sog verspüren, der sich mit der Phantasie einstellt, noch einmal Kind sein zu dürfen!

Familie - eine riskante Angelegenheit? Gesellschaftliche Veränderungsdynamiken und ihre Folgen

Unter diesem Titel haben Dorett Funcke und Sascha Bachmann in Heft 1/20 (S. 50-63) der Familiendynamik einen Beitrag veröffentlicht, der aus meiner Sicht in mehrfacher Hinsicht Aufmerksamkeit verdient. Mir persönlich geht es hier nur um einen Argumentationskern, der mich alleine schon deshalb beschäftigt, weil ich mich immer wieder frage, wie gesellschaftliche Veränderungsdynamiken auch das unmittelbare eigene Erleben von Familie tangiert? Dazu ist vorausschickend zu bemerken, dass wir - meine Frau und ich - als Herkunftsfamilie unserer Kinder, die inzwischen 33 und 31 Jahre alt sind, das ganz und gar ungewöhnliche Glück für uns erleben, dass die Kinder Partner, Brot und Ort (vor allem auch im Sinne von Heimat) im unmittelbaren Umfeld gefunden haben.

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund