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Der letzte schöne Tag - Impressionen und ein Legitimationsversuch

Der letzte schöne Tag von Johannes Fabrick mit Wotan Wilke Möhring, Matilda Merkel, Nick Julius Schuck und Julia Koschitz ist ein Spielfilm auf der Grundlage des Drehbuchs von Dorothee Schön. Zu diesem Film habe ich mich im Januar 2015 bereits geäußert (siehe vorstehenden Link). Inzwischen habe ich ihn zum siebten Mal im Rahmen meines Seminars Grenzsituationen gezeigt. Es sind Seminararbeiten und eine Bachelorarbeit entstanden. Nach wie vor bin ich der Auffassung, dass die von Herbert Gudjons 1996 vertretene These vom "Verlust des Todes in der modernen Gesellschaft" im Kontext dieses Films - eingebettet - in die Seminarstruktur erstens überzeugend illustriert und zweitens durchaus gehaltvoll aufgearbeitet und diskutiert werden kann.

Der heutige Beitrag verdankt sich einem weiteren Motiv, dass mit meiner eigenen Lebens- und Familiengeschichte zusammenhängt. Im Hintergrund spielt die Frage eine Rolle, warum ich mich selbst so intensiv mit diesem Themenkomplex auseinandersetze, und ob es nicht irgendwann einmal genug sei; eine Frage, die durchaus im (erweiterten) Familienkontext gestellt wird.

Wenn einer eine Reise tut… oder: Es könnte so authentisch sein. Aber diese Menschen da vorne!

Ein Diskurs zwischen Bildungsreise und touristischen Exzessen

Was haben Touristen und Terroristen (häufig) gemeinsam? Einen Rucksack! (Nach einem Idee von Steffen Zink)

Dass wir alle – unvermeidbar – moderne Massengesellschaft mitkonstituieren, und dass diese in einer permanenten touristischen Laune zu einer kinetischen Verschwendung nie gekannten Ausmaßes neigt (Peter Sloterdijk 2004), ist nicht zu bestreiten. Die von Robert Schäfer vertretene These, dass sich heute nicht derjenige zu erklären hat, der im Urlaub verreist, sondern wer zuhause bleibt (Robert Schäfer, Bielfeld 2015, S.10), gibt zu denken und gehört zu einer der verrücktesten Paradoxien der Gegenwartsgesellschaft. Wie bewegt sich ein gebildeter Bürger in der Auseinandersetzung mit dieser paradoxen Ausgangslage?

Hanna Schmitz und Franz Streit - Bernhard Schlink (Mediation) und Michael (Berg)

Dieser Beitrag hat den Rahmen des BLOGS schon lange gesprengt. Die Fiktion mäandere um die Realität herum, meint Stefan Slupetzky. Den Kick, dann doch noch einmal der Fiktion den Vorrang zu geben, resultiert einerseits aus Slupetzkys "Der Letzte Große Trost" und zum anderen aus Achim Landwehrs "Die anwesende Abwesenheit der Vergangenheit". Ich werde also noch einmal von vorne beginnen - vielleicht nimmt dann die anwesende Abwesenheit der Vergangenheit so sehr Gestalt an, dass ihre Anwesenheit greifbar wird. Achim Landwehr ermuntert mich in seinem fulminanten Buch zu einer solchen Anstrengung mit folgender Impression (ein wenig deutet sich bereits an im 9. Kapitel dieses Beitrags):

Über naive und weniger naive Vorstellungen darüber, was Kommunikation sei

und inzwischen mit der Einsicht versehen, dass in der Tat die Geschichten der Menschen mehr und mehr unter dem Narrativ von Kränkungsgeschichten erzählt werden - siehe auch Jens Jessen in der ZEIT (43/16) sowie meinen Beitrag zu Wilhelm Schmids "Sexout"

Am 11. Juni 2016 stell(t)e ich mir die Frage, wie es denn nun (nicht nur theoretisch) weitergeht und vor allem, wie ich selbst denn die Dinge sehe? Folgendes Resümee zu einem heillosen Streit unter Freunden hält meine Entschätzung fest:

Zweifellos darf man - oder muss man gar - in einem sozialen System, das lange mit dem Begriff der Freundschaft versehen worden ist, die Frage stellen, ob wertebezogene oder verhaltensorientierende Präferenzen von Mitgliedern zusammenpassen, oder ob es – ohne eine beiderseitige Korrektur – nicht schonender für die psychischen Umwelten und das soziale Klima ist, wenn man künftigen Konflikten den Nährboden entzieht und aus dem Wege geht.

Was ist Kommunikation? Eine Einführung – basierend auf Niklas Luhmanns gleichnamigen Aufsatz in: Soziologische Aufklärung 6: Die Soziologie und der Mensch. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1995. S. 113-124

Die knappe nachstehende Zusammen-fassung ist ein erneuter Versuch, die Prämissen menschlicher Kommuni-kation zu beschreiben. Die Gliederung der Zusammenstellung orientiert sich an den von Niklas Luhmann vorge-nommenen Zwischenüberschriften. Die theoretischen Überlegungen Luhmanns (siehe auch: Luhmannsche Lektion) werden meinerseits an einem „fallbezogenen“ (die Textstellen sind werden jeweils fett und farbig eingeleitet) Beispiel illustriert (eine Ähnlichkeit mit noch Lebenden oder Verstorbenen ist möglich und durchaus beabsichtigt). Norbert Bolz (Berlin 2010) vertritt übrigens an dieser Stelle die Position, dass die Gesellschaft immun  sei gegen ihre Wissenschaft, sie sei viel zu aufwändig und umständlich, um sie für Alltagsorientierung zu nutzen. Ich möchte hier durchaus das Gegenteil zeigen, bestreite aber nicht, dass man sich bei der Lektüre Umstände machen muss. Aber dann kann es auch ein Spass werden.

   

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