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VeRBOTeN!?

Entdecke die Scham...

2009 besuchte ich mit meiner Frau Claudia im Düsseldorfer Museum Kunstpalast die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“.

Das Museum ist einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen man sich „legitimer Weise“ (auch) in die relativ geschützte Rolle eines nicht ohne weiteres des Voyeurismus verdächtigen, kunstinteressierten Beobachters begeben kann.

(Ein zweiter wesentlicher Zugang zu diesem Gesamtvorhaben steht jetzt mit "Schamverlust - eine Selbstverortung" zur Verfügung. Motive und Antrieb für diesen BLOG werden damit ein wenig transparenter und nachvollziehbarer. Auch der am 14.5.2015 in den Blog eingestellte Beitrag "Das Ende" enthält schamrelevante Hinweise.)

Die Rituale des Kunstbetriebs kommen diskreten Verhaltenserwartungen ja auch durchaus entgegen. Legen sie doch keine offene, lauthals geführte Diskussion nahe, sondern erwarten eher die stille, in sich gekehrte Reflexion des Kunstsachverständigen.

Die Wahrheit hat Gründe, ihre Gründe nicht sehen zu lassen

Nun verliere ich mich also in den unendlichen Weiten der eigenen Biografie - als Solist und selbstredend dennoch immer relational, in Beziehungswelten stehend und agierend. Nach den ersten 110 Seiten spüre ich, dass ich soeben erst begonnen habe und das 1000 Seiten nicht ausreichen würden, ein verrücktes Leben in seiner Stetigkeit, in seinen Abstürzen und Achterbahnen zu erzählen. Alleine heute Morgen - an diesem Karfreitag - wenn ich mit meiner Frau gemeinsam (wie so oft) in ausgedehnten Frühstücken (manchmal an Feiertagen oder Sonntagen) bis in den späten Vormittag die (gemeinsame) Welt Revue passieren lasse, stehen wir beide gleichermaßen fassungslos vor dem, was sich da offenbart. Kleine Splitterchen dieser Offenbarungen sind in meinen Aufzeichnungen enthalten. Die kleine folgende Passage findet sich in Kapitel 19: "Ich schreibe, also bin ich" und bildet ein großes, vielfarbiges, facettenreiches Denk- und Dankmotiv zu dem, was mir, was uns geschenkt worden ist - der Mensch ist (auch), weil er sich verdankt!

Die Kraft der Einsicht und die Kraft der Zuversicht – Mosaiksteine einer lebenslaufbezogenen Familienrekonstruktion

Vorbemerkung

Ich bin alt, aber vermutlich noch nicht alt genug. Wenn ich erzähle und rekonstruiere, dann ist die alleinige Bezugsgröße mein eigener Lebenslauf. Niemand lebt sein Leben alleine! Vor mir liegen Rudi Dutschkes Tagebücher: Jeder hat sein Leben ganz zu leben (Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003). Rudi Dutschke wollte wohl, dass seine Tagebücher veröffentlicht werden. Seine Frau – Gretchen – tut sich schwer mit der Veröffentlichung und beginnt ihr Nachwort mit dem Hiweis:

George Steiner - Teil III: Über die Liebe

Teil I und Teil II

Das ist jetzt tatsächlich eher Lektüre für diejenigen, die sich nach Detlef Klöckners paartherapeutischer Phaseneinteilung bereits im Fürsorglichen Finale bewegen. George Steiner gibt uns (in Kapitel 11, S. 199-222) eine Perspektive, indem er sich in agnostischer Bescheidenheit übt:

"Nichts in der Naturwissenschaft oder im logischen Diskurs kann die von Leibniz gestellte Frage aller Fragen lösen oder verbannen: 'Warum ist da nicht nichts?' Das positivistische Dekret, wonach ein erwachsenes Bewusstsein im Hinblick auf die Welt und auf die Existenz nur 'Wie?' fragt und nicht 'Warum?', ist Zensur der abskurantischsten Sorte. Sie würde die Stimme der Stimmen in uns ersticken. Selbst auf der Ebene des 'Wie?' ist es keineswegs sicher, dass die majestätischen Naturwissenschaften beweisbare Antworten finden werden. Die autoritative Erklärung, auf die ich bereits hinwies, wonach esw irgendwie unzulässig oder kindisch sei, nach der Zeit vor der Zeit, nach der Nanosekunde vor dem Urknall zu fragen, hat etwas peinlich Ausweichendes und Sophistisches an sich.

ZEIT-Geist, U-Kurve, kommunikative Impotenz und rechtsradikale Denkfabriken

Fällt mir, fällt uns nichts mehr ein? Das würde ich so nicht bestätigen. Mit dem Surfen durch drei aktuelle ZEIT-Beiträge (aus 5/21) möchte ich ganz gerne dagegenhalten. Zum einen steht es mir mit fast 69 gut zu Gesicht, die Bedeutung von Generativität zu betonen. Dies werde ich im folgenden zum wiederholten Mal auch tun, eingebettet in den zum Titelthema avancierten Beitrag von Rudi Novotny: Das Beste kommt noch - Die Jugend sucht das Abenteuer. Die Lebensmitte setzt uns unter Druck. Das Alter übertrifft oft unserer Erwartungen. Das macht glücklich (S. 27-29) - Beitrag I.

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund