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VeRBOTeN!?

Entdecke die Scham...

2009 besuchte ich mit meiner Frau Claudia im Düsseldorfer Museum Kunstpalast die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“.

Das Museum ist einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen man sich „legitimer Weise“ (auch) in die relativ geschützte Rolle eines nicht ohne weiteres des Voyeurismus verdächtigen, kunstinteressierten Beobachters begeben kann.

(Ein zweiter wesentlicher Zugang zu diesem Gesamtvorhaben steht jetzt mit "Schamverlust - eine Selbstverortung" zur Verfügung. Motive und Antrieb für diesen BLOG werden damit ein wenig transparenter und nachvollziehbarer. Auch der am 14.5.2015 in den Blog eingestellte Beitrag "Das Ende" enthält schamrelevante Hinweise.)

Die Rituale des Kunstbetriebs kommen diskreten Verhaltenserwartungen ja auch durchaus entgegen. Legen sie doch keine offene, lauthals geführte Diskussion nahe, sondern erwarten eher die stille, in sich gekehrte Reflexion des Kunstsachverständigen.

 

Zur kirchlichen Hochzeit von Anne und Sebastian am 15.9.2018 in der evangelischen Kirche zu Güls

Liebe Anne, lieber Sebastian,

der Lebenslauf besteht aus Wendepunkten, an denen etwas geschehen ist, was nicht hätte geschehen müssen! Was heute – hier und jetzt – geschieht, und was vor gut einer Woche bereits standesamtlich besiegelt worden ist, das beruht selbstverständlich auf der freien Willensentscheidung Annes und Sebastians. Selbstverständlich? Nun, selbstverständlich ist in dieser, unserer globalisierten und kulturell auseinanderdriftenden Welt so ziemlich gar nichts mehr – selbst, Regen, der für uns in der gemäßigten Klimazone immer selbstverständlich war, mag sich nicht mehr wie selbstverständlich einstellen. Nur am heutigen Tag Eurer Hochzeit mag ich mich persönlich damit abfinden und mich mit dieser Katastrophe arrangieren.

Jean Baudrillard - Das leichte(re) Leben

29. August 2018

Wer hätte denn gedacht, dass ich mir selbst in meinem Tun fragwürdig werden könnte. In meinen Händen halte ich einen Haufen Papier, beschriebene Blätter; der gemeinsame Erinnerungsschatz, den Lisa - meine Schwiegermutter und ich zusammengetragen haben. Nun rutsche ich gemeinsam mit ihr in jene Nische ohne Wiederkehr, die ich doch gerade zudecken bzw. wieder begehbar machen wollte.

Jean Améry spricht von den "drangvollen Herausforderungen des Daseins und namentlich des Zeitvergehens, in dessen Strom wir mitschwimmen und uns selber ertrinken zusehen; Stück um Stück unseres Ich wird schon weggeschwemmt, wenn die Erinnerungen verblassen und die Realität unserer Person schließlich in einen Strudel gerät, der uns in die Untiefen reißt (Jean Améry: Hand an sich legen Diskurs über den Freitod, Stuttgart 1976, S. 68f.)."

In memoriam Günter Altner

Günter Altner: „Natur ist nicht nur berechenbares Objekt, Materiebaustein, Müllkippe schonungsloser Ausbeutung …, sondern das Netz, in das sich der Mensch hinein verwoben findet, an dem er selbst fortstrickend mitwirken kann“. Ein wenig verfrüht - gut 3 Wochen vor seinem 82sten Geburtstag am 20. September (Günter Altner ist am 6. Dezember 2011 verstorben), möchte ich an Günter Altner erinnern. Als Professor für Evangelische Theologie gehörte er - wie ich selbst - dem Lehrkörper der Universität Koblenz an (Pensionierung 1999). Ich erinnere mich an einige Vorträge und besonders an einen ruhe- und rastlosen Mann, der ständig, seine ausgebeulte Ledertasche in der Hand, unterwegs zu sein schien - zwischen Koblenz, Heidelberg und Freiburg; mehr als viertausend Vorträge soll er in seinem Leben gehalten haben.

Roger Willemsen III oder: Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte

oder: Willemsen III - es wird nicht schwer sein, unter der Max Liebermannschen Devise weitere Argumente für Maximilian Probst's Menetekel: Umdenken oder untergehen zusammenzustellen. Die Klemme ist wie immer ambivalenzgeschwängert und Lösungen werden weh tun, sofern sie sich überhaupt noch abzeichnen. Die Art von Dilemmata, die sich hier offenbaren, haben den schizoiden Charakter von fatalistischen Selbstbildern, wie sie heute Abend das Auslandsjournal am Beispiel vom "zu Tode geliebten" Dubrovnik aufzeigte. Ein paar Tage später - wir haben Sonntag, den 19.8.18 - zeigt sich in der Talkrunde Anne Wills

   

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