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VeRBOTeN!?

Entdecke die Scham...

2009 besuchte ich mit meiner Frau Claudia im Düsseldorfer Museum Kunstpalast die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“.

Das Museum ist einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen man sich „legitimer Weise“ (auch) in die relativ geschützte Rolle eines nicht ohne weiteres des Voyeurismus verdächtigen, kunstinteressierten Beobachters begeben kann.

(Ein zweiter wesentlicher Zugang zu diesem Gesamtvorhaben steht jetzt mit "Schamverlust - eine Selbstverortung" zur Verfügung. Motive und Antrieb für diesen BLOG werden damit ein wenig transparenter und nachvollziehbarer. Auch der am 14.5.2015 in den Blog eingestellte Beitrag "Das Ende" enthält schamrelevante Hinweise.)

Die Rituale des Kunstbetriebs kommen diskreten Verhaltenserwartungen ja auch durchaus entgegen. Legen sie doch keine offene, lauthals geführte Diskussion nahe, sondern erwarten eher die stille, in sich gekehrte Reflexion des Kunstsachverständigen.

Gaudeamus igitur – Studium

Ein erster kleiner Exkurs: Werde der du bist – Wissenschaftssozialisation (Auskopplung von Kapitel 10 aus: Die Kraft der Einsicht und die Kraft der Zuversicht – Mosaiksteine einer lebenslauf-bezogenen Familien-Rekonstruktion)

Welche Voraussetzungen haben wir als relativ alte Menschen erworben, das gegenwärtige Geschehen einerseits mit nüchternem Blick auf covid19 und die im Laufe der letzten 1 1/2 Jahre beobachtbaren gesellschaftlichen Konflikte und Auseinandersetzungen einschätzen zu können? Dazu gehören natürlich auch maßgeblich die Auswirkungen einer Sozialisation im Wissenschaftssystem. Von mir werden sie unter dem Motiv des Seitenwechsels thematisiert und fortlaufend aktualisiert:

Lebensdichte Gegenwart und eine Liebe, für die es keine Worte gibt (Teil I)

Hierüber schreiben Peter Fuchs (2003) und Esrin Korff-Avunc (2021)

In Teil II - im Rahmen dieses Beitrags - werde ich den Kontext erweitern und erneut die Frage in den Raum stellen, was  sich eigentlich auf irreversible Weise in dieser Welt verankern müsste, stellt man sich vor, alle Kinder würden, wie Peter Fuchs im Verlauf seiner Argumentation in den Raum stellt, mit Blick auf ihre jeweilige Kindheit die besten (Entwicklungs-)Bedingungen vorfinden.

Die Wahrheit hat Gründe, ihre Gründe nicht sehen zu lassen

Nun verliere ich mich also in den unendlichen Weiten der eigenen Biografie - als Solist und selbstredend dennoch immer relational, in Beziehungswelten stehend und agierend. Nach den ersten 110 Seiten spüre ich, dass ich soeben erst begonnen habe und das 1000 Seiten nicht ausreichen würden, ein verrücktes Leben in seiner Stetigkeit, in seinen Abstürzen und Achterbahnen zu erzählen. Alleine heute Morgen - an diesem Karfreitag - wenn ich mit meiner Frau gemeinsam (wie so oft) in ausgedehnten Frühstücken (manchmal an Feiertagen oder Sonntagen) bis in den späten Vormittag die (gemeinsame) Welt Revue passieren lasse, stehen wir beide gleichermaßen fassungslos vor dem, was sich da offenbart. Kleine Splitterchen dieser Offenbarungen sind in meinen Aufzeichnungen enthalten. Die kleine folgende Passage findet sich in Kapitel 19: "Ich schreibe, also bin ich" und bildet ein großes, vielfarbiges, facettenreiches Denk- und Dankmotiv zu dem, was mir, was uns geschenkt worden ist - der Mensch ist (auch), weil er sich verdankt!

Die Kraft der Einsicht und die Kraft der Zuversicht – Mosaiksteine einer lebenslaufbezogenen Familienrekonstruktion

Vorbemerkung

Ich bin alt, aber vermutlich noch nicht alt genug. Wenn ich erzähle und rekonstruiere, dann ist die alleinige Bezugsgröße mein eigener Lebenslauf. Niemand lebt sein Leben alleine! Vor mir liegen Rudi Dutschkes Tagebücher: Jeder hat sein Leben ganz zu leben (Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003). Rudi Dutschke wollte wohl, dass seine Tagebücher veröffentlicht werden. Seine Frau – Gretchen – tut sich schwer mit der Veröffentlichung und beginnt ihr Nachwort mit dem Hiweis:

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund