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VeRBOTeN!?

Entdecke die Scham...

2009 besuchte ich mit meiner Frau Claudia im Düsseldorfer Museum Kunstpalast die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“.

Das Museum ist einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen man sich „legitimer Weise“ (auch) in die relativ geschützte Rolle eines nicht ohne weiteres des Voyeurismus verdächtigen, kunstinteressierten Beobachters begeben kann.

(Ein zweiter wesentlicher Zugang zu diesem Gesamtvorhaben steht jetzt mit "Schamverlust - eine Selbstverortung" zur Verfügung. Motive und Antrieb für diesen BLOG werden damit ein wenig transparenter und nachvollziehbarer. Auch der am 14.5.2015 in den Blog eingestellte Beitrag "Das Ende" enthält schamrelevante Hinweise.)

Die Rituale des Kunstbetriebs kommen diskreten Verhaltenserwartungen ja auch durchaus entgegen. Legen sie doch keine offene, lauthals geführte Diskussion nahe, sondern erwarten eher die stille, in sich gekehrte Reflexion des Kunstsachverständigen.

Hanno Rauterberg - Die ZEIT ist endlich bei mir angekommen

Kurz vor Schluss - Eine kleine Sozialkunde ist wesentlich von den Beiträgen der ZEIT-RedakteurInnen inspiriert. Vor einiger Zeit war es Maximilian Probst, der uns alten BildungstheoretikerInnen mit "Umdenken oder Untergehen" bereits vor Greta Thunberg eine grundlegende Revision sowohl der Politik als auch unseres Bildungsverständnisses ins Gedächtnis gehämmert hat. Roger Willemsen hatte dies kryptisch-vermächtnistechnisch mit "Wer wir waren" als Fanal markiert. Und nun brandmarkt Hanno Rauterberg "Die Kunst der Scheinheiligkeit"!

"Wohl dem, der immer schon lieber nach Helgoland als nach Bali fuhr. Der lesend die schönsten Exkursionen unternahm, weltläufig im Geiste. Er ist der wahre Avantgardist, ein Meister umweltschonender Trägheit. Während der Rest der Menschheit hektisch nach einem besseren Selbst sucht und inständig hofft, es in unbereister Fremde zu finden, sitzt der Avantgardist emissionsarm auf dem Sofa und erfreut sich seiner Imagination. Alle zirkulieren, Waren, Daten, Leiber. Er hält die Füße still."

Wolfgang Uchatius und der Zuckerboykott

Der Artikel von Wolfgang Uchatius in der aktuellen ZEIT (Nr. 29 vom 11. Juli 2019) heißt: "Ich habe kein schlechtes Gewissen mehr - Warum es in Ordnung ist, Auto zu fahren, in den Urlaub zu fliegen, Fleisch zu essen - und trotzdem für mehr Klimaschutz einzutreten". Für mich markiert dieser Beitrag eine weitere Sternstunde - neben Maximilian Probsts Beitrag "Umdenken oder Untergehen" anspruchsvollen Journalismus. Unter anderem in der Auseinandersetzung mit den Absonderungen mehr oder weniger renommierter oder reüssierter oder auch unbequemer Newcomer in der Szene der (ZEIT-)Journalisten drifte ich selbst intellektuell durch die Welt und schärfe mein lädiertes Profil. Aber nun zu Wolfgang Uchatius:

Eine Schublade mit Unterhosen auf Abwegen

Infolge unseres Umzugs kam es kürzlich bei uns zu einem kleinen Zwischenfall - gottseidank und Dank guter Nerven mit versöhnlichem Ausgang. Bei unserer kleinen Rochade, in deren Folge wir ein neues altes Haus gegen ein altes neues Haus tauschen, büchste eine edle Kirschholzschublade mit den Unterhosen meiner Frau aus. Während die Schublade mit den Büstenhaltern sich klaglos, ja sogar mit einer gewissen Vorfreude in ihr Schicksal ergab, war die Schublade mit den Unterhosen plötzlich unauffindbar. Verschiedene Umzugsbauftragte wurden kontaktiert mit der Frage, ob ihnen die flüchtige Schublade irgendwo untergekommen sei. Alle verneinten und erste Verdachtsmomente kamen auf, ob es sich  möglicherweise um eine Entführung handeln könnte. Dagegen sprachen allerdings mehrere überzeugende Einwände: Es gab keine Lösegeldforderung und vor allem: die Unterhosen waren sämtlich frisch gewaschen - mit Duftnoten von Vanille, Lavendel und Mimose. Der drohende Verlust von Unterhosen wog schwer. Über Jahre hatte man sich aneinander gewöhnt und schätzte wechselseitig die vertraute Umgebung.

Ein Fluggerät stürzt ab

 

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut.

In allen Lüften hallt es wie Geschrei.

Ein Fluggerät stürzt ab und geht entzwei

Und in den Köpfen - spürt man - steigt die Flut.

Und die Gezeiten wechseln Wut-Mut-Wut.

 

Der Sturm ist da,

Die wilden Meere hupfen,

Und die Seele schwillt,

Um Dämme zu zerdrücken.

Die meisten Menschen weinen,

wie beim Schnupfen

Und stehn am Abgrund -

suchen Brücken.

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund