debekabanner.svgcafe hahn bannerreuffel banner

VeRBOTeN!?

Entdecke die Scham...

2009 besuchte ich mit meiner Frau Claudia im Düsseldorfer Museum Kunstpalast die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“.

Das Museum ist einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen man sich „legitimer Weise“ (auch) in die relativ geschützte Rolle eines nicht ohne weiteres des Voyeurismus verdächtigen, kunstinteressierten Beobachters begeben kann.

(Ein zweiter wesentlicher Zugang zu diesem Gesamtvorhaben steht jetzt mit "Schamverlust - eine Selbstverortung" zur Verfügung. Motive und Antrieb für diesen BLOG werden damit ein wenig transparenter und nachvollziehbarer. Auch der am 14.5.2015 in den Blog eingestellte Beitrag "Das Ende" enthält schamrelevante Hinweise.)

Die Rituale des Kunstbetriebs kommen diskreten Verhaltenserwartungen ja auch durchaus entgegen. Legen sie doch keine offene, lauthals geführte Diskussion nahe, sondern erwarten eher die stille, in sich gekehrte Reflexion des Kunstsachverständigen.

Es ist der Mühe wert

Andreas Mühe hat diesen neuerlichen Versuch ausgelöst, sich mit "Fluch und Segen" der eigenen Familie auseinanderzusetzen - mit "dem Schönsten" und ich füge hinzu: mit dem Hässlichsten, was uns in Gestalt von Familiendynamiken widerfährt. Widerfahren scheint mir ein passender Begriff, um der Ohmächtigkeit das Wort zu reden, die uns anfällt, ja anfrisst angesichts des vermeintlich Unabänderlichen, das sich in uns, um uns herum unaufhaltsam vollzieht: Ich verändere nichts, aber mich verändert alles! Diesere Aphorismus wird Martin Walser zugeschrieben. Ich übernehme ihn hier als ein Lebensgefühl, über dessen Berechtigung nicht wir entscheiden werden, sondern die uns Nachfolgenden.

Andreas Mühe belohnt mich für meine Mühe

Bei meinen Versuchen mich in der Welt über die Welt zu orientieren spielt auch das ZEIT-Magazin (hier N°27/2018) immer wieder mal eine Rolle. Wie weiland den SPIEGEL beginne ich das ZEIT-Magazin immer von hinten: "DAS WAR MEINE RETTUNG" - in aller Kürze - beschränkt auf eine Seite - führen Khue Pham, Herlinde Koelbl, Louis Lewitan, Evelyn Finger, Anna Kemper, Ijoma Mangold und Christine Meffer Interviews mit prominenten Zeitgenoss(inn)en und thematisieren dabei Wendepunkte in deren Leben.

Im aktuellen Magazin stellt sich Andreas Mühe den Fragen Khue Phams. Hier ist es schon allein der Name, der elektrisiert, und ich versuche spontan im Überfliegen des Textes herauszufinden, ob dieser Andreas Mühe zum Mühe-Clan gehört, der seine Wurzeln in der DDR hat.

Die ewige Wiederkunft des Gleichen (als Grundlage höchster Lebensbejahung)

"Das größte Schwergewicht- - Wie, wenn dir eines Tages oder Nachts, ein Dämon in deine einsamste Einsamkeit nachschliche und dir sagte: 'Dieses Leben, wie du es jetzt lebst und gelebt hast, wirst du noch einmal und unzuählige Male leben müssen; und es wird nichts Neues daran sein, sondern jeder Schmerz und jede Lust und jeder Gedanke und Seufzer und alles unsäglich Kleine und Große deines Lebens muss dir wieder kommen, und alles in derselben Reihe und Folge -  und ebenso diese Spinne und dieses Mondlicht zwischen den Bäumen, und ebenso dieser Augenblick und ich selber. Die ewige Sanduhr des Daseins wird immer wieder umgedreht - und du mit ihr Stäubchen vom Staube!' Würdest du dich nicht niederwerfen und mit den Zähnen knirschen und den Dämon verfluchen, der so redete? 

Johannes Groschupf - Dankeschön

 

Lieber Johannes Groschupf,

soeben habe ich "Wie Phönix aus der Asche" angesehen - zufällig möchte ich meinen. Aber mein Lebensmotto habe ich Niklas Luhmann entlehnt, der in seinen Gedanken über den Lebenslauf meint, der bestehe aus Wendepunkten, an denen etwas geschehen ist, was nicht hätte geschehen müssen. So kommt mir das Kontingente heute zweimal entgegen: Einmal, indem Sie mich teilnehmen lassen an ihrem existentiellen Wendepunkt und zum zweiten, dass ich heute Morgen aufmerksam war und aus dem massenmedialen Rauschen diese, Ihre ganz besondere Auseinandersetzung auch erleben durfte.

   

Zurück

   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund