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VeRBOTeN!?

Entdecke die Scham...

2009 besuchte ich mit meiner Frau Claudia im Düsseldorfer Museum Kunstpalast die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“.

Das Museum ist einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen man sich „legitimer Weise“ (auch) in die relativ geschützte Rolle eines nicht ohne weiteres des Voyeurismus verdächtigen, kunstinteressierten Beobachters begeben kann.

(Ein zweiter wesentlicher Zugang zu diesem Gesamtvorhaben steht jetzt mit "Schamverlust - eine Selbstverortung" zur Verfügung. Motive und Antrieb für diesen BLOG werden damit ein wenig transparenter und nachvollziehbarer. Auch der am 14.5.2015 in den Blog eingestellte Beitrag "Das Ende" enthält schamrelevante Hinweise.)

Die Rituale des Kunstbetriebs kommen diskreten Verhaltenserwartungen ja auch durchaus entgegen. Legen sie doch keine offene, lauthals geführte Diskussion nahe, sondern erwarten eher die stille, in sich gekehrte Reflexion des Kunstsachverständigen.

Autoren und ihre Adressaten - Kurz vor Schluss (Teil II)

Vorbemerkung und Schluss: Der Trost für den Großvater, der ich inzwischen bin - vielleicht auch für den Vater, der ich schon seit fast 35 bzw. 33 Jahren sein darf - (vielleicht auch der Trost für den Onkel, gewiss für den Bruder und den Cousin - vielleicht sogar für den Ehemann) liegt möglicherweise darin, nicht ausschließlich für die Schublade oder den Schredder (Papierwiederverwertung) zu schreiben, sondern zumindest bei den Nachrückenden dann noch einmal Interesse zu wecken und zu befriedigen, wenn die Fragen mächtiger werden, die aber - wenn sie gestellt werden - von niemandem mehr beantwortet werden können. Die Quote ist überschaubar, der Lohn hingegen unermesslich.

Der nachfolgende Text (er beginnt mit der Einrückung) ist vor mehr als zwanzig Jahren geschrieben worden, veröffentlicht in: Ich sehe was, was du nicht siehst!? Komm in den totgesagten Park und schau! (Koblenz 2002, S. 307ff.) - das erste von nunmehr sieben Büchern; alle geschrieben nach meiner Heidelberger Zeit bei der IGST (1998-2000). Flankiert wurde das Schreiben von Veranstaltungsaktivitäten, mit deren Hilfe ich zum Beispiel Kopfschmerzen und Herzflimmern auf die Bühne des Café Hahn transponierte. All dies hat mich sicherlich mit davor bewahrt, nachhaltig verrückt zu werden (siehe eine erste Skizze dazu hier). So waren all die Publikationen in Buchform, die Aufsätze, Kommentare und Vorträge auch nie dazu gedacht - und noch viel weniger dazu geeignet - ein großes Publikum zu erreichen.

Der 21. Juni - er bleibt der längste Tag - Sommerbeginn und winterharter Frosteinbruch zugleich

Auch mir gegenüber und meiner (Selbst-)Wahrnehmung gibt es den Vorbehalt einen Frieden zu finden, der nicht daran gekoppelt ist, in eine alte Wunde immer wieder Salz zu streuen. Das Erinnern des 21. Juni ist damit alleine auch nicht gleichbedeutend. Was bleibt uns denn außer der Erinnerung? Die Erinnerung umfasst gleichermaßen schmerzhafte wie verklärende Aspekte. Um all diesen Aspekten einen angemessenen Ort zu geben, habe ich Kurz vor Schluss Teil II geschrieben. Der folgende knappe Auszug vermittelt sich erst zur Gänze durch den gewaltigen Kontext. in dem er steht. Gestern habe ich die Druckvorlage an meine Druckerei weitergeleitet:

Noch ein kleiner Vorgeschmack mit einer kleinen Geschichte in der Geschichte – kurz vor Drucklegung von Kurz vor Schluss II am 17.6.2022

Nun sind die Bruchstücke für dieses Buch über die letzten zwei Jahre zusammengetragen worden. Ich habe mich entschuldigt für die sogenannten Redundanzen in diesem Buch – wohl auch schon vorausahnend, dass im engen Kreis der Familie manch einer stöhnen wird mit dem Kommentar: Nicht schon wieder! Gestern Abend (13.6.22) bei einem erinnerungsträchtigen Beisammensein hat mich mein alter Freund Herbert gefragt, wann ich denn Zeit zum Schreiben hätte. Weil mich – nach Fertigstellung des Textkörpers – so vieles bedrängt, der Körper eher daherkommt, wie ein Torso ohne Haupt und Glieder, bin ich heute Morgen um fünf Uhr aufgestanden und beginne dieses nachgeschobene Kapitel zu schreiben.

Kapitel 25 aus Kurz vor Schluss II - Ein kleiner Vorgeschmack

Kurvenverläufe und #metoo (25)

Frau

Du Frau –
wie füllst du den Raum!
Schneidest messerscharf
Konturen in diesen Kosmos.
Markierst ein Terrain
singulär und einzig.
Meine Gedanken
umkreisen diesen Kosmos;
und mein Sinnesseismograph
zeichnet feinsinnig
und kurvengenau
die Parabeln.
Diese Beweise fallen leicht:
Gedanken- und Körperwelten,
die sinnesmächtig agieren,
und sich manchmal begegnen.

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund