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VeRBOTeN!?

Entdecke die Scham...

2009 besuchte ich mit meiner Frau Claudia im Düsseldorfer Museum Kunstpalast die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“.

Das Museum ist einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen man sich „legitimer Weise“ (auch) in die relativ geschützte Rolle eines nicht ohne weiteres des Voyeurismus verdächtigen, kunstinteressierten Beobachters begeben kann.

(Ein zweiter wesentlicher Zugang zu diesem Gesamtvorhaben steht jetzt mit "Schamverlust - eine Selbstverortung" zur Verfügung. Motive und Antrieb für diesen BLOG werden damit ein wenig transparenter und nachvollziehbarer. Auch der am 14.5.2015 in den Blog eingestellte Beitrag "Das Ende" enthält schamrelevante Hinweise.)

Die Rituale des Kunstbetriebs kommen diskreten Verhaltenserwartungen ja auch durchaus entgegen. Legen sie doch keine offene, lauthals geführte Diskussion nahe, sondern erwarten eher die stille, in sich gekehrte Reflexion des Kunstsachverständigen.

George Steiner - Teil III: Über die Liebe

Teil I und Teil II

Das ist jetzt tatsächlich eher Lektüre für diejenigen, die sich nach Detlef Klöckners paartherapeutischer Phaseneinteilung bereits im Fürsorglichen Finale bewegen. George Steiner gibt uns (in Kapitel 11, S. 199-222) eine Perspektive, indem er sich in agnostischer Bescheidenheit übt:

"Nichts in der Naturwissenschaft oder im logischen Diskurs kann die von Leibniz gestellte Frage aller Fragen lösen oder verbannen: 'Warum ist da nicht nichts?' Das positivistische Dekret, wonach ein erwachsenes Bewusstsein im Hinblick auf die Welt und auf die Existenz nur 'Wie?' fragt und nicht 'Warum?', ist Zensur der abskurantischsten Sorte. Sie würde die Stimme der Stimmen in uns ersticken. Selbst auf der Ebene des 'Wie?' ist es keineswegs sicher, dass die majestätischen Naturwissenschaften beweisbare Antworten finden werden. Die autoritative Erklärung, auf die ich bereits hinwies, wonach esw irgendwie unzulässig oder kindisch sei, nach der Zeit vor der Zeit, nach der Nanosekunde vor dem Urknall zu fragen, hat etwas peinlich Ausweichendes und Sophistisches an sich.

ZEIT-Geist, U-Kurve, kommunikative Impotenz und rechtsradikale Denkfabriken

Fällt mir, fällt uns nichts mehr ein? Das würde ich so nicht bestätigen. Mit dem Surfen durch drei aktuelle ZEIT-Beiträge (aus 5/21) möchte ich ganz gerne dagegenhalten. Zum einen steht es mir mit fast 69 gut zu Gesicht, die Bedeutung von Generativität zu betonen. Dies werde ich im folgenden zum wiederholten Mal auch tun, eingebettet in den zum Titelthema avancierten Beitrag von Rudi Novotny: Das Beste kommt noch - Die Jugend sucht das Abenteuer. Die Lebensmitte setzt uns unter Druck. Das Alter übertrifft oft unserer Erwartungen. Das macht glücklich (S. 27-29) - Beitrag I.

George Steiner - Teil II - Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus

Auch George Steiner ist ein Jud wie der Löhner-Beda; kein orthodoxer - nein, er ist jemand, der sich in der Bilanz seines Lebens (siehe auch Teil I) auf ungewöhnliche Weise mit der Frage auseinandersetzt, "warum die Juden überlebt haben" (Kapitel 5, S. 67ff.)? Zu einem Streifen Land ohne Öl, zu einer Bevölkerung, die weit weniger zahlreich sei als die mancher modernen Metropole - so schreibt Steiner - kamen die Vertreter von 131 Nationen und versammelten sich bei der Beerdigung von Yitzhak Rabin. Trotz der Vielzahl ungelöster Probleme auf unserem Globus sei die jüdische Situation nicht vergleichbar:

"Auf nicht reduzierbare, verrückt machende Weise verkörpert sie das, was die moderne Physik eine 'Singularität' nennt, ein Konstrukt oder ein Geschehen, das außerhalb der Normen, jenseits der Wahrscheinlichkeit und der Erkenntnisse der gewöhnlichen Vernunft liegt. Das Judentum pulsiert und strahlt Energie ab wie ein schwarzes Loch in der Galaxis der Geschichte. Seine Parameter sind die der 'Fremdheit', ein weiterer Schlüsselbegriff der zeitgenössischen theoretische Physik und Kosmologie."

Freunde... (das Leben ist lebenswert)

Hubert von Goisern erzählt uns die Geschichte des Librettisten und Lehár-Freundes Bedřich Löwy, der sich in Wien einfach Fritz den Löhner-Beda nannte und den sich im März 1938 die Nazi-Brut holte, denn er war ein Jud.

Und das ist die Geschichte von Bedřich Löwy
Er war geboren in Böhmen
Und hatte die Gabe mit seinen Reimen die Musik zu krönen
Er war gerade einmal fünf geworden
Da zog seine Familie nach Wien.

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund