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VeRBOTeN!?

Entdecke die Scham...

2009 besuchte ich mit meiner Frau Claudia im Düsseldorfer Museum Kunstpalast die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“.

Das Museum ist einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen man sich „legitimer Weise“ (auch) in die relativ geschützte Rolle eines nicht ohne weiteres des Voyeurismus verdächtigen, kunstinteressierten Beobachters begeben kann.

(Ein zweiter wesentlicher Zugang zu diesem Gesamtvorhaben steht jetzt mit "Schamverlust - eine Selbstverortung" zur Verfügung. Motive und Antrieb für diesen BLOG werden damit ein wenig transparenter und nachvollziehbarer. Auch der am 14.5.2015 in den Blog eingestellte Beitrag "Das Ende" enthält schamrelevante Hinweise.)

Die Rituale des Kunstbetriebs kommen diskreten Verhaltenserwartungen ja auch durchaus entgegen. Legen sie doch keine offene, lauthals geführte Diskussion nahe, sondern erwarten eher die stille, in sich gekehrte Reflexion des Kunstsachverständigen.

Spende an Häuser der Hoffnung e.V. - verbunden mit einem Dank an die Spender und der Frage, inwieweit das Öffentliche privat - und das Private öffentlich ist? Eine Frage - im Übrigen -, die man sich nicht erst seit den Duschempfehlungen unseres Wirtschaftsministers stellen kann/muss!

Lieber Herr Witsch-Rothmund,

herzlich danken wir Ihnen für Ihre großzügige Spende in Höhe von 900 Euro, die Sie
am 28.07.2022 für die Projekte von Häuser der Hoffnung zur Verfügung gestellt
haben. Mit Ihrer Spende können wir vor Ort Mädchen eine Chance auf Bildung geben
und die wichtige Arbeit unseres Teams in Mali unterstützen. Durch Ihre Hilfe ist es möglich, ein Mädchenwohnheim für 60 Mädchen zu finanzieren,
über 400 Schul- und Ausbildungsstipendien zu vergeben, 40 Kriegswaisenkindern den
Schulbesuch zu ermöglichen, 40 ehemaligen Sklavenmädchen eine Bildung zu finanzieren,
dre Universitätsstipendien zu unterhalten, über 1000 Frauen Mikrokredite zur Verfügung
zu stellen und wichtige Informationskampagnen zu den Themen Kinderrechte und Gesundheit
zu veranstalten. Ihre Spende schenkt Menschen Hoffnung. Erleben Sie mit, wie Ihre Hilfe wirkt!
Wir halten Sie über unsere Homepage www.hauser-der-hoffnung.org stets
auf dem Laufenden. Wenn Sie noch Fragen oder Anregungen zur Arbeit unseres Vereins
haben, wenden Sie sich gerne an uns.
Noch einmal danken wir für Ihre Unterstützung. Mit den besten Wünschen für Sie und Ihre Angehörigen, herzliche Grüße Judith Schwab

Judith Schwab | Diplom Betriebswirtin |Bereich Spendenverwaltung und Buchhaltung
- HÄUSER DER HOFFNUNG - SCHULBILDUNG FÜR AFRIKA E. V.,
Ettlinger Straße 13 | 76137 Karlsruhe | Telefon +49 173 3439299 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.haeuser-der-hoffnung.org www.facebook.com/haeuserderhoffung www.instagram.com/haeuser_der_hoffnung_mali Spendenkonto Sparkasse Heidelberg | IBAN: DE42 6725 0020 0009 8888 88 |
BIC: SOLADES1HDB - Amtsgericht Mannheim VR 350664 | Freistellungsbescheid vom 07.05.21 Finanzamt Karlsruhe-Stadt | Steuernummer: 35022/06571 | Umsatzsteuer-ID: DE296068380 In Summe mit einer Einzelspende in Höhe von € 101,88 konnten sich die Häuser der
Hoffnung über insgesamt € 1001,88 freuen!

und ich konnte mir noch einmal Gedanken machen über das Verhältnis von Öffentlichkeit
und Privatheit. In einer Welt, die Krieg des vermeintlich Stärkeren gegen einen
vermeintlich Schwächeren wieder einmal als Mittel der Politik erlebt und die
gleichzeitig die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen aufgrund unserer
Lebensgewohnheiten erfährt, muss man dieser Frage nachgehen:

Nicht Facebook, Instagramm oder Telegramm (oder wie sie sich alle schimpfen) machen das
Private öffentlich - es ist vielmehr unser Handeln, das dem Privaten eine öffentliche
Dimension verleiht! Ein Dankeschön für die Resonanz auf meine Geburtstagsfeier!

Einleitung: Nehmen wir einmal Alex Demirovic, ein deutscher Sozialwissenschaftler (er ist knapp ein Vierteljahr jünger als ich und gilt als Vertreter der kritischen Theorie). In seinem Aufsatz: Hegemonie und das Paradox von privat und öffentlich fasst er seine Argumentation unter Punkt neun folgendermaßen zusammen:

Clemens J. Setz Bot - Gespräch ohne Autor (ein Geburtstagsgeschenk)

Ja, Birte und Martin haben auch bei einem alten Mann einen Nerv getroffen, der ihn offenkundig mit deutlich Jüngeren verbindet. Clemens J. Setz‘ Bot Gespräch ohne Autor (Suhrkamp – Berlin 2018) offenbart, dass da ein Autor bereits aufgegeben hatte und sich flüchten konnte in eine Idee, die selbst in einer (vermeintlich) aufgeklärten Welt noch Raum für Mystifikationen eröffnet – freilich nicht wirklich! Seitz erzählt – immerhin als Autor (und somit unfassbar authentisch), dass er scheiterte an einem Angebot seines Verlages mit der Lektorin Angelika Klammer (offenkundig auch ein Mensch aus Fleisch und Blut und Hirn) einen Gesprächsband zu machen:

Martin Walser sähe sich gerne anders (ZEIT 30/22, S. 45)

Martin Walser sähe sich gern anders, als er ist und stellt fest, dass er auf diese Weise natürlich nicht so wird, wie er sich gern sähe. Mit fünfundneunzig Jahren gestattet er sich einen gleichermaßen geistreichen wie larmoyanten Epilog - ein Schlussakkord aus Donnerhall und sphärischen Klängen (alle Zitierungen kursiv):

Es dunkelt jetzt, wird eng im Jahr. Du kannst Dir nichts mehr denken. Fast alles, was im Garten sein kann, ist geschehen. Schau in die Wolken, dort lebt immer ein Text, den es nicht gibt, den musst Du finden.

Lasst Euch von Martin Walser sagen – gleich immer wie alt oder jung Ihr auch seid:

Jeder Tag ist ein Gedicht, das wir aus Unachtsamkeit nicht lesen.

Aber bleibt skeptisch, wenn jemand – inmitten der Neunziger – in Lieblosigkeit bei Lebzeitenund in einem sich nicht auskennen wollen, seine nachgetragenen Ideale sieht. Und dabei vor allem keine Hoffnung mehr züchten will. Martin Walser bekennt, unsere hart gewordenen Zungen müssten splittern, wenn sie beten müssten. Und vor allem, dass wir alle Angst haben voreinander! Und die keine Angst haben, sollte man fortschicken, damit sie das Fürchten lernen. Als wäre uns nicht allen schon die Furcht und die Angst in die Gesichter geschrieben und in die Seelen gekerbt.

Und eines lässt Martin Walser Gewissheit werden: Es ist gewesen. Das und das. Sein wird. Nichts. Es lebe die Niegewesenheit. Wenn das so ist, ja dann wird die Sehnsucht verständlich, die aus dem Glück der Selbstvergessenheit jenes Unglücklichsein schöpft, das uns die Frage nach dem Warum erspart und auf diese Weise die menschenwürdigste Form des Unglücklichseins begründet.

Und über allem die Frage: Wenn das Leben nicht mehr tobt, warum soll man dann noch leben???

Winfried Rösler zu Ehren und zum Gedenken

Vorsicht da kommen Touristen - Aber niemand war dabei und keiner hat's gewusst - das mit den 2 1/2 Erden

Ja, ich weiß: Das ist kein neuer Beitrag. Als Originalbeitrag ist er 2016 zu Ehren von Winfried Rösler in Silke Allmann/Denise Dazert, Hg.: Auf dem Weg zur Bildung - Individuelle Bildungsreisen als Horizonterweiterung, Weinheim 2016, S. 182-200 erschienen. Ostern 2022 ist Winfried Rösler - knapp einen Monat nach seinem 71. Geburtstag - gestorben. Von den alten Weggefährten war er derjenige - vielleicht mit der Ausnahme Rudis -, mit dem ich in den letzten Jahren den intensivsten Austausch hatte. Nicht nur, dass er mich teilhaben ließ an seinen jeweiligen Publikationsvorhaben. Angesichts seiner Erkrankung zum Tode hin erscheint es mir unfassbar, dass er beginnend mit dem Jahr 2016 (mit Ausnahme des erstgenannten Titels) neun Bücher veröffentlicht hat:

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund