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VeRBOTeN!?

Entdecke die Scham...

2009 besuchte ich mit meiner Frau Claudia im Düsseldorfer Museum Kunstpalast die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“.

Das Museum ist einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen man sich „legitimer Weise“ (auch) in die relativ geschützte Rolle eines nicht ohne weiteres des Voyeurismus verdächtigen, kunstinteressierten Beobachters begeben kann.

(Ein zweiter wesentlicher Zugang zu diesem Gesamtvorhaben steht jetzt mit "Schamverlust - eine Selbstverortung" zur Verfügung. Motive und Antrieb für diesen BLOG werden damit ein wenig transparenter und nachvollziehbarer. Auch der am 14.5.2015 in den Blog eingestellte Beitrag "Das Ende" enthält schamrelevante Hinweise.)

Die Rituale des Kunstbetriebs kommen diskreten Verhaltenserwartungen ja auch durchaus entgegen. Legen sie doch keine offene, lauthals geführte Diskussion nahe, sondern erwarten eher die stille, in sich gekehrte Reflexion des Kunstsachverständigen.

Hitlers Wiedergänger

Die folgenden Punkte sind einer aufmerksamen Lektüre anempfohlen. Sie laden ein zu Vermutungen, aus wessen Feder diese Thesen und Zuschreibungen wohl stammen könnten. Ich habe sie im originalen Diktus und in der seinerzeit gültigen Orthographie wiedergegeben. Da noch die Rede von der Sowjetunion ist, drängt sich die Vermutung auf, dass der Text vor dem endgültigen Zerfall und der Auflösung der Sowjetunion im Dezember 1991 entstanden ist. Schon im Juni 1991 erhielt Leningrad den alten Namen Sankt Petersburg zurück. Ein gewisser Anatol Sobtschak wurde Bürgermeister der Stadt.

Wir werden alle sterben

aus: Arnold RetzerMiese Stimmung - Eine Streitschrift gegen positives Denken, Frankfurt am Main 2012 (S. Fischer Verlag - ISBN: 978-3-10-064205-9):

Was uns Michael Kleeberg in Vaterjahre vermittelt, ist weder neu noch überraschend. In fast literarisch anmutender Haltung hat uns Arnold Retzer diese Aussicht schon vor zehn Jahren in drastischer Konsequenz vor Augen geführt - in einem Kontext, der mit dem Gedanken und der Illusion ewiger Jugend spielt, und sei es auch nur in Gestalt und Haltung einer ernährungsphysiologischen und einem maßlosen Fitnesswahn geschuldeten Haltung. Gleichermaßen in Würde zu altern und dabei die proaktiven Möglichkeitsaspekte nicht gänzlich zu verfehlen, stellt durchaus ein Herausforderung dar (:-))

Michael Kleebergs Vaterjahre - mit schönen Grüßen von Jodok

Ja, wo fang ich an? Skurril die Geschichten, skurril Aspekte der Selbstwahrnehmung und der Selbstbeobachtung! Ja, wo fang ich an? Des Nachts liegt der ältere Mann zwischendurch – in der Regel nach dem Pinkeln – wach und sinniert. Gestern Nacht unter dem Einfluss der Lektüre von Michael Kleebergs Vaterjahre (München 2017) - hier Seite 389 bis 416. Kleeberg, sprachgewaltiger und sprachvirtuoser Erzähler der Welten Karlmann Renns (Charly), schildert auf den angegebenen Seiten Leben, Niedergang und Ableben des Jobst Rathjen. Obwohl die Frage erlaubt sein muss, ob diese 27 Seiten ein gleichwohl virtuoses Erzählwerk nicht ungebührlich aufblähen – dieser Eindruck stellt sich an so manch selbstverliebt daherkommenden Passagen ein –, gewinnt auch diese Sequenz in ihrer Geschlossenheit für sich genommen eine gewisse Eigenmächtigkeit, Plausibilität und Faszination.

2. Februar 1943 - 2. Februar 2023

Michael Thumann erinnert in der ZEIT (6/23, S. 17) an den 2. Februar 1943: Am 2. Februar endete die Schlacht von Stalingrad mit dem Sieg der Roten Armee. Man kann sich auf unterschiedliche Weise erinnern an diesen - einer der - entscheidenden Wendepunkte im Zweiten Weltkrieg. Ich möchte dies hier anregen durch Zeitzeugen, die selbst - aus der Unmittelbarkeit des Erlebens - uns heute keine Alternative lassen zu einem Erinnern in der Haltung von Demut, Scham und eines kategorischen Nie wieder! Nie wieder darf Politik im Sinne der Ideologie eines Carl Schmitt ein Freund - Feind - Denken und das Recht des Stärkeren zur Richtschnur des Handelns erheben. Das Ausmaß und die Folgen der verbrecherischen Politik der Nazis hat Heinrich Gerlach in seinem Roman: Durchbruch bei Stalingrad schon in russicher Gefangenschaft niedergeschrieben.

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund