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Ein Bericht mitten aus dem Leben – Der Mensch ist, weil er sich verdankt

Ein Hinweis vorab, der die Absicht, die mit diesem Bericht verknüpft ist, noch einmal unterstreicht: Ganz am Ende habe ich ein Interview mit Alexander Kluge verlinkt. Es ist vor 12 Jahren anlässlich seines 80sten Geburtstags von Denis Scheck geführt worden. Die Zeitenläufte sind ähnlich - um so wichtiger die überlebensnotwendigen Hinweise, die Alexander Kluge uns gibt. Sie decken sich mit dem nachstehenden Bericht - der Link:  Sie (die Kohn-Geschwister) tun es aber im Sinne der von Alexander Kluge empfohlenen Haltung und Gewissheit, dass sie sich auf die Socken gemacht haben.

Der 8. Juni 2024, war der Sippe vorbehalten – Sippe ein Begriff aus dem Wörterbuch des Unmenschen? Nein! Sippe lässt sich auch heute noch als familiensoziologisch neutraler Begriff definieren, der schlicht der Tatsache geschuldet ist, dass in Stammbäumen auf Blutsverwandtschaft gegründete Familien auf- und zueinanderstoßen und so ein filigranes Netzwerk begründen, in dem Familien und Schwiegerfamilien (Familien der jeweiligen Ehegattin bzw. des jeweiligen Ehegatten) nebeneinander stehen und für immer neue Durchmischungen sorgen.

Am 8. Juni war es eine im Alter von 95 Jahren verstorbene Cousine unserer Mütter, die zu Grabe getragen wurde. Ich habe in Begleitung meiner Schwester und meiner Cousine an dieser Trauerfeier teilgenommen und bin mit Abstand von einem Tag überaus dankbar für diese Erfahrung. Welche Erfahrung? Die Verstorbene war uns von Kindheitstagen an vertraut in dem Maße, wie zu meiner Kindheit und Jugend unsere Eltern nicht nur zu Geschwistern, sondern auch zu Cousinen und Cousins intensiven Kontakt pflegten – und zwar von beiden Seiten meiner Eltern. Mein Vater unterhielt engen Kontakt zu seinen Cousinen und Cousins in räumlicher Reichweite – meine Mutter gleichfalls. So gehörten in meiner Kindheit – meine Eltern schafften das erste eigene Automobil zu Beginn der 60er Jahre an – allwöchentliche Touren an die Ahr (nach Dernau, nach Hönningen, nach Niederadenau) zum gewohnten, ritualisierten Alltag. Auf diese Weise wirkten die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Charaktere in meine Kindheit hinein. Ich nenne nun einmal auch Namen, die bis zum heutigen Tag (ich bin unterdessen selbst 72 Jahre alt) die unterschiedlichste Strahlkraft ausübten: Da war von väterlicher Seite Trarbachs Män, Trarbachs Otto, Anni und Alex Paffenholz (natürlich neben der Schwester meines Vaters, Agnes mit ihrem Ehemann Günther). Da war von der mütterlichen Seite her ein starkes Magnetfeld aufgespannt, in dem Liesel mit ihrem Mann Klaus das Epizentrum begründeten. Die beiden wohnten in Niederadenau, hatten zwei Söhne, Klaus-Peter und Berthold (also von mir aus betrachtet Cousins zweiten Grades) – beide ein wenig jünger als ich.

Rita, die wir gestern zu Grabe getragen haben, war die jüngere Schwester Liesels. Mit Kurt, dem Ostpreußen, den es nach dem Zweiten Weltkrieg an die Ahr verschlagen hatte, bekam sie fünf Kinder:  Wolfgang, Gerda, Horst-Dieter, Georg und Udo, also gleichermaßen Cousins und Cousine zweiten Grades.

Der Kontakt schlich sich über die Jahre aus. Erst ins eigene Alter hinein ergaben sich hin und wieder Begegnungen, größtenteils schon nach dem Tod der eigenen Eltern (mein Vater starb ja schon 1988, meine Mutter 2003, Tante Annemie, die Mutter Gabis, 2004). Die Hauptachse bei Kontakten bildete meine Schwester (Jahrgang 1942), die zu allen – vor allem in Hönningen an der Ahr – den sporadischen Kontakt aufrecht erhielt, ähnlich, mit ein wenig mehr Abstand, wie meine Cousine Gabi, mit der mich ja seit unserer Kindheit (Hausbacke an Hausbacke) eine fast geschwisterliche Nähe verbindet. So waren wir – ein Jahr vor seinem Tod – zu dritt in Hönningen bei Rolf Radermacher, dem jüngsten Cousin unserer Mütter. Seine Frau, Marianne, haben wir gestern bei der Trauerfeier wiedergesehen.

Warum schreibe ich das hier auf?

Die Trauerfeier und der anschließende Begräbniskaffee im Pfarrsaal zu Hönningen erwiesen sich als ein intensives Erfahrungsfeld, das in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert ist:

  1. Es war Begräbniswetter – der Himmel wolkenlos bei angenehmen Temperaturen. Wir waren früh aufgebrochen. Die Zufahrt war nur über die A61, die Kalenborner Höhe hinunter nach Altenahr und dann weiter ahraufwärts möglich; die Wunden der Flut vom 14. Juli 2021 noch allgegenwärtig. Die kleine Friedhofskapelle oberhalb der Grabreihen lag im Sonnenschein, spärlich ausgeschmückt mit lediglich zwei Gebinden – eines der Kinder, und eines des Patenkindes. Die mittig platzierte Urne bildete mit einem Foto, das Rita lachend und strahlend zeigte, die Symmetrieachse. Bemerkenswert dabei das Arrangement der Kinder, die in einem Gebinde aus Rosen auf Steintäfelchen die Namen der Kinder, Enkelkinder und Urenkel vermerkte. Gemeinsam mit meiner Schwester und meiner Cousine besetzten wir in der hinteren Reihe auf der linken Seite drei Stühle. Ich fühlte mich ein wenig unsicher und angespannt. Nach und nach fand sich der engere Familienkreis ein; die ersten kurzen Begegnungen, der erste Blickkontakt. Udo, der jüngste Sohn kam auf mich zu. Wir umarmten uns kurz, und er sprach mich mit Vornamen an und dankte uns, dass wir gekommen waren. Eine vollkommen überraschende Geste ergab sich seinerseits, als er von hinten an mich herantrat und mir mit der Hand über die Hosenbeine wischte. Ich war früh morgens im Garten gewesen und die Hose war in Wadenhöhe von Staub verschmutzt. Ich fühlte mich sehr angenommen und gewertschätzt und hatte das Gefühl hier richtig zu sein.
  2. Nachdem sich alle Kinder eingefunden hatten, blieb Zeit in Ruhe zu beobachten und einzuschätzen, wie die Kinder mit dieser Situation umgehen würden. Georg, der an den Rollstuhl gebunden ist, fand seinen Platz in der vordersten Reihe auf der rechten Seite. Was mich nun über die Maßen berührte, war sein Umgang mit einem der Urenkel Ritas, den er auf seine Beine nahm, herzte und eng für eine Zeit eng umschlungen hielt. Dieser Urenkel – vielleicht im Alter von sieben bis acht Jahren – ließ sich dies gefallen. Er war auch derjenige, der nach dem Begräbnis beim Kaffee fleißig und überaus aufmerksam die Gäste bediente. Zu diesem Zeitpunkt wurde keine Musik eingespielt. Es herrschte eine Atmosphäre der Sammlung und Stille.
  3. Die Trauerrede wurde von einer Grabrednerin gehalten, einer ehemaligen evangelischen Pfarrerin, die die Kirche offensichtlich verlassen hatte. Die Rede folgte üblichen Mustern und basierte auf den Informationen, die die Trauerrednerin sich in einem Vorgespräch notiert hatte. Das Bild, das von Rita entstand, entsprach zu Teilen dem, was wir – auch die entfernten Verwandten – nachvollziehen konnten: Im April 1929 geboren wuchs sie in den elterlichen Haushalt hinein und übernahm schon früh Verantwortung für ihre kranke Schwester Trudi. Sie wuchs in das zerstörte Nachkriegsdeutschland hinein und lernte in Hönningen auch ihren Mann, Kurt, kennen und lieben. So heirateten die beiden wohl 1950 oder 1951 und im September 1951 wurde mit Wolfgang der erste Sohn geboren. Kurt war Soldat und im Zuge der Vertreibung als Ostpreuße an die Ahr gelangt. Seine Familie siedelte sich in Süddeutschland an. Seine Versuche, Rita zu einer Übersiedlung dorthin zu überreden scheiterten. Sie setzte sich durch. Sie blieben an der Ahr, und Rita kümmerte sich fortan um die eigene wachsende Familie und zunehmend um ihre Eltern. Die Trauerrede zeichnete ein Bild, das Rita gleichermaßen als verantwortungsbewusste Tochter, als lebenszugewandten und lebenslustigen Menschen auswies, der gleichzeitig das Gravitationszentrum der eigenen Familie bildete.
  4. Vollends deutlich wurde dies beim Einspielen eines Liedes aus der Feder von Andreas Gabalier - hier in einer kölschen Version. Wenn der Schmerz ein Ventil bekommt in Gestalt von Text und Musik, dann bricht er sich seine Bahn. In einer eher traditionell verstockten und verkümmerten Kultur der Trauer erscheint das eher unerwünscht. Hier in der kleinen Kapelle ergossen sich die Tränen wie eine reinigende Flut. Sie riss nicht alles mit sich weg, sondern sie sorgte für ein tiefes Durchatmen, eine Innehalten und ein Zeugnis des Schmerzes gleichermaßen. Georg, der mit seiner Frau auch im Haus der Mutter bis zuletzt lebte, übernahm nun die Urne und barg sie in seinem Schoß. Seine Geschwister – vor allem Udo (wohl der Kümmerer) lenkte den Rollstuhl aus der Kapelle. Alle schlossen sich an auf dem kurzen Weg zur Grabstätte.
  5. Wir sind alt. Meine Schwester ist am 5. Juni 82 Jahre alt geworden. Meine Cousine hat – wie in jedem Jahr – im engen Zeittakt mit mir im Februar 72 Jahre vollendet. Meine Schwester habe ich an die Hand genommen, und wir sind den abschüssigen Weg gemeinsam mit unserer Cousine gegangen. Gemeinsam, das heißt in einem stillen Einvernehmen; im Einvernehmen unserer eigenen Endlichkeit und des zu Ende gegangenen Lebens von Rita. Es war erbarmungswürdig zu sehen, wie Georg sich aus seinem Rollstuhl stemmte und die Urne ihrer Bestimmung übergab. Sich dann der eignen Tränen nicht zu schämen, gehört zum zivilisatorischen Minimum, das ich immer wieder bemühe; ein Minimum, das uns zeigt, was uns als Menschen verbindet und wo unser aller Weg hinführt.
  6. Bevor dieser finale Weg uns selbst gilt, ist mir an diesem 8. Juni noch einmal überaus deutlich geworden, was die wenigen Trauerrituale, die uns geblieben sind, für eine lebendige und lebenszugewandte Kraft in sich bergen. Nach dem Begräbnis sind wir mit dem Auto die alte Hauptstraße entlang ins Dorf gefahren und die letzten zweihundert Meter zu Fuß gegangen – durch eine Welt, die rudimentär uns in unsere Kindheit zurückgeführt hat. Hönningen ist der Ort, in dem die mütterliche Seite ihre Wurzeln hat. Unsere Großmutter ist dort geboren – im groß- und urgroßmütterlichen Feld ist eine starke Quelle begründet, die bis heute von ihrer Lebendigkeit zeugt. Die Klammer, die ich nun an dieser Stelle öffne, erzählt in knappen Worten eine Geschichte, wie sie von Generation zu Generation weitergereicht wird – zuerst unter vorgehaltener Hand, unterdessen mit großer Wertschätzung:[Meine Schwester Ulla ist als uneheliches Kind im Juni 1942 geboren worden. Gebenedeit unter den Weibern war ihre Mutter schon im September 1941 als Siebzehnjährige – so alt war sie auch noch als sie am 5. Juni 1942 ihre Tochter in Flammersfeld in einem Entbindungsheim der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt zur Welt brachte. Ihr Weg nach Flammersfeld kam einer Flucht gleich aus einem erzkatholischen Milieu in die Obhut professioneller Betreuung. Von ihrer Großmutter – unserer Urgroßmutter – ist überliefert, dass sie als eine von wenigen Ausnahmen, die verzweifelte Enkelin ermunterte, aufrechten Hauptes durch Feindesland zu gehen: „Gott liebt jedes Kind und er werde sie zu beschützen wissen.“ So oder ähnlich muss sie wohl zur schwangeren Hilde gesprochen haben.]
  7. Im alten Pfarrsaal zu Hönningen kam eine große Trauergemeinde zusammen und stärkte sich mit Kaffee und Kuchen (und Schnittchen). In einem zeitlich überschaubaren Rahmen von vielleicht ein und einer halben Stunde war Gelegenheit sich zu begegnen, sich (neu) kennenzulernen, sich auszutauschen und sich zu ermuntern. Seltener – und das mag nun an meinem Alter liegen – ist mir die Sinnhaftigkeit dieser Art des Übergangs von der harten Grablegung bis hin zum gemeinsamen Essen, Trinken und Erzählen deutlicher geworden.
  8. Die abschließenden Bemerkungen gelten der Familie Kohn: Fünf Geschwister mit ihren Kindern und Enkeln haben einen Zusammenhalt spüren lassen, der in seiner heilsamen, fürsorglichen und solidarischen Kraft durch nichts anderes ersetzbar scheint. Was mir in vielen Familienaufstellungen unter dem unmittelbaren Eindruck eigener Stellvertreterschaften in Erinnerung geblieben ist, hat sich hier auf eindrückliche Weise in der unmittelbaren realen Welt noch einmal zutiefst bestätigt: In der Postmoderne mit ihren dislozierenden, schnelllebigen und entwurzelnden Effekten gewinnt ein solch intensiver familiärer Zusammenhalt fast schon den Charakter solitärer Besonderheit. Gewiss gehen die Geschwister mit ihren Familien nach dieser intensiven Zeit der Trauer mit ihren Ritualen auch wieder auseinander. Sie gehen ihrer eigenen Wege. Sie tun es aber im Sinne der von Alexander Kluge empfohlenen Haltung und Gewissheit, dass sie sich auf die Socken gemacht haben.

Eine letzte Bemerkung, die sozusagen der eigenen Therapieerfahrung gleichermaßen geschuldet ist, wie den geschilderten Erfahrungen: Nur wer familiären Frieden gefunden und gestiftet hat, sieht sich selbst und seine Kinder und Kindeskinder in einer Reihe, die Kraft spendet und nicht nimmt. Zugehörigkeit, Geborgenheit und Entschiedenheit sind die Garanten für einen eigenen kraftvollen und emanzipierten Weg in die Welt (und gewiss wieder zurück zu den Wurzeln). Gekappte Wurzeln lassen oberirdisch kein kraftvolles Gedeihen zu. Dies ist das Zeugnis dieses Berichts mit der Erkenntnis, dass der Mensch ist, weil er sich verdankt.

Karl Otto Hondrich: Unschuld und Sühne

Karl Otto Hondrich gehört zu meinen zentralen Referenzautoren. Mit dem jetzt hier zu besprechenden Beitrag aus dem Jahre 2001 (FAZ vom 8. Dezember 2001, auch in: Karl Otto Hondrich, Wieder Krieg, bei Suhrkamp, Frankfurt 2002, S. 177-192) wird er nun endgültig für mich zu Karl Otto dem Großen: weitsichtig, hellsichtig, demütig und auf ungewöhnliche Weise (wenn auch kein Politiker) jener elder statesman, aus dessen Holz und Statur nur Ausnahmeerscheinungen wachsen.

Karl Otto Hondrich, der 2007 im Alter von siebzig Jahren verstorben ist, schreibt Ende 2001 im Kontext von nine eleven, der Terroranschläge in den USA. Ich bin ganz und gar davon überzeugt, dass die zentralen Aussagen Hondrichs - cum grano salis - auch auf die aktuellen Konflikte anwendbar sind. Zunächst stellt Hondrich in den Raum, dass entgegen aller humanen Ermahnung Sühne und Vergeltung, Schwere der Schuld und Genugtuung für die Opfer und ihre Angehörigen eine gewichtige Rolle spielen, "eine viel größere als uns lieb ist":

Byung-Chul Han: Das Zuhören ist kein passiver Akt

„Der Terror des Gleichen erfasst heute alle Lebensbereiche. Man fährt überallhin, ohne eine Erfahrung zu machen. Man nimmt Kenntnis von allem, ohne zu einer Erkenntnis zu gelangen. Man häuft Daten und Informationen an, ohne Wissen zu erlangen. Man giert nach Erlebnissen und Erregungen, in denen man aber sich immer gleich bleibt. Man akkumuliert Friends und Follower, ohne je einem anderen zu begegnen. Soziale Medien stellen eine absolute Schwundstufe des Sozialen dar.“

Damit hat Byung-Chul Han 2016 meinen Blick auf eine sich rasant verändernde Gesellschaft geschärft. Seine pauschale Kritik – überschrieben mit dem Signum eines Terrors des Gleichen – beflügelte meine Streitbarkeit im letzten Jahr meines aktiven Berufslebens ebenso, wie mir die drohende Versetzung in den Ruhestand schließlich wie eine Erlösung zukam.

Die Austreibung des Anderen – Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute nennt Byung-Chul Han seine Essay-Sammlung, die 2016 bei S. Fischer erschienen ist. Die letzten neun Seiten tragen den Titel Zuhören (Seite 63-102):

Großeltern - Eltern und Enkel (mit Bezug auf Fulbert Steffensky) Teil II (hier: Teil I)

Aber der Teil II wird nun doch einen anderen Akzent setzen, zumal Fulbert Steffensky auch in seinen Nachtgedanken eines alten Menschen (a.a.O. S. 215-134) ein eigenes, kleines Enkelkapitel einfügt. Der alte Mensch, der da schreibt – Fulbert Steffensky – ist zum Zeitpunkt seines Schreibens siebzig Jahre alt. Unterdessen – 2024 – ist Steffensky tatsächlich ein Greis im hohen Alter von gut 90 Jahren. Auf der anderen Seite kann ich mit Fug und Recht sagen, dass die Gedanken, die ich hier aufgreife, eben die Gedanken eines jungen Alten repräsentieren, der ich selbst inzwischen mit meinen 72 auch geworden bin. Kurzum: Fulbert Steffensky – der wortgewaltige und gleichermaßen empathische wie sensible Prediger – hilft mir mit seinen Unterscheidungen einmal mehr auf sowohl im Durchdringen der Bedrohungen als auch im Begründen der Sinninseln in der letzten Phase des Lebens (ich unterlege zur besseren Nachvollziehbarkeit die Zitate farbig - Hervorhebungen auch von FJWR):

Großeltern - Eltern und Enkel (mit Bezug auf Fulbert Steffensky) Teil I

Wir kommen weit her
liebes Kind
und müssen weit gehen
keine Angst
alle sind wir bei Dir
die vor Dir waren
Deine Mutter, Dein Vater
und alle, die vor ihnen waren
Weit weit zurück
alle sind bei Dir
keine Angst
wir kommen weit her
und müssen weit gehen
liebes Kind

Mit diesem Text, den Heinrich Böll kurz vor seinem Tod für seine Enkeltochter Samay geschrieben hat, schließt Fulbert Steffensky seinen Brief an die Enkelkinder ab. Im Folgenden nehme ich Bezug auf diesen Brief und die unmittelbar davor platzierten Gedanken, die Fulbert Steffensky mit Letzte Lieben – GROSSELTERN UND IHRE ENKEL überschrieben hat; beides in: Fulbert Steffensky: Schwarzbrot-Spiritualität, Stuttgart 2006 (RADIUS-Verlag), Seite 197-205 bzw. Seite 207-214

   
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