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Miriam Amro: DER BH FÜR DEN PO
- ein erster assoziativer Auftakt zu Radio-RedHotChillyJupp (geht in den nächsten Wochen auf Sendung)
Zu meinem 74. Geburtstag, am 21. Februar 2026 - ich bin lediglich schlappe sechs Jährchen jünger als DIE ZEIT - wartete das ZEIT-Magazin mit dem Titel auf: SO? ODER SO? und zeigt Mode - modisch gekleidete weibliche Wesen auf zwei separaten Titelseiten. Die ZEITmagazin-Redaktion eröffnet ihre kurze Einleitung mit Walter Benjamin recht prominent:
"Wir feiern sie zum 80. Geburtstag der ZEIT - die Mode, die Walter Benjamin einmal >Flaggensignale der kommenden Dinge< genannt hat: weil sich in ihr ankündigt, welche gesellschaftlichen Revolutionen Widerhall in unserem Alltag finden. Diese visionäre Kraft weisen alle Kleidungsstücke und Accessoires auf, die wir für dieses Magazin ausgewählt und inszeniert haben. Bei Vivienne Westwoods T-Schirt aus der Blütezeit des Punk ist sie leichter zu dechiffrieren als bei Diane von Fürstenbergs Wickelkleid - doch auch dieses Teil war ein Protest gegen ein System, das Frauen Biederkeit aufzwang. Armanis Herrenanzug gilt heute als Gipfel nonchalanter Eleganz - und war genauso einmal eine Revolution gegen Konventionen. Und wenn Sie sich jetzt fragen, ob unser Alltag in Leggings der endgültige Niedergang jener Eleganz ist, die der >New Look< in den ersten Nachkriegsjahren heraufbeschworen hat: Nun, lassen Sie uns in einigen Jahren noch einmal neu darüber nachdenken, ob es nicht vielmehr eine Renaissance der Culotten aus der Zeit der Französischen Revolutuion war. Denn genau das ist ja das Schöne an der Mode - dass sie Haken schlägt wie ein Hase und uns so auf Trab hält."
By the way - ganz am Rande: Auf Seite 32 des Magazins darf dann der Richard Gere für Arme kurz in den Spiegel schauen und unter 1980 - Sakko - Giorgion Armani Sascha Chaimowiczens kurze Liebeserklärung überfliegen und nebenbei lesen: "Wenn ich könnte, würde ich jedes meiner Kleidungsstücke gegen das tauschen, was Richard Gere 1980 in Paul Schraders American Gigolo trägt [...] In der schönsten Szene breitet Gere überkörperfrei die Sakkos auf seinem Bett aus und mustert sie zärtlich. Armani hat nicht nur Richard Gere zum Sexsymbol gemacht, er hat den Männern die Lust auf den Anzug zurückgegeben."
Aber dies wirklich nur am Rande. Es geht mir in erster Linie um Miriam Amros Beitrag: Der BH für den Po - Leggings. Im letzten Beitrag des ZEIT-Magazins (Seite 46) widmet sich Miriam Amros also den Leggings und beginnt spektakulär mit erotisch fokussierter Brille:
"Vielleicht begann die Geschichte der Leggings im Archäologischen Nationalmuseum von Neapel. Dort steht die Statue der Aphrodite Kallipygos, der Göttin >mit dem schönen Gesäß<. Sie hebt ihr Gewand und betrachtet ihren in Marmor gemeißelten Po. Rund ist er und glatt und makellos. Geschlagene 2.000 Jahre musste Kallipygos auf ein Kleidungsstück warten, das diesem Hintern gewachsen ist: die Scrunch-Leggings. Eine Sporthose mit gerafften Nähten entlang des Gesäßes, den sogenannten scrunches, die den Po anheben und nachformen."
Ich kann mich kurz fassen. Bei ihrer Reise durch die Geschichte der Leggings stößt Miriam Amro auf höchst bemerkenswerte und Wegmarken setzende Phänomene; so u.a. auf Jane Fonda's Workout, mit dem ihr erstes Aerobic-Video auf VHS viral ging:
"Millionen Frauen vor dem Bildschirm folgten ihr - auch in ein neues Outfit: Über halbtransparente Leggings wurden Bodys und Stulpen gezogen. Dabei war die Sporthose nicht bloß ein Accessoire. Sie stand nun für einen disziplinierten, fitten und unabhängigen Frauenkörper, den man in der Öffentlichkeit bearbeitet und formt."
Irgendwann -spätestens in dern Nullerjahren - hörte die Hose dann auf, nur noch fürs Training zu existieren:
"Hailey Bieber, Kaia Gerber, Gigi Hadid, oder Kendall Jenner zeigten auf Instagram, wie man Leggings jetzt trug: zu Sneakern, zu Bikerjacke und mit einem Starbucks Iced Latte in der Hand. Die lange Leggings endet vorerst im Jahr 2020 in Gyms und Fitness-Reels. Frauen tragen jetzt Scrunch-Leggings: die Hose, die den Po anhebt wie ein Push-up-BH die Brust. Darin machen sie Squats und Ausfallschritte und filmen sich dabei. So kann auf Social Media jeder das neue Statussymbol sehen: einen trainierten, göttlichen Po in Leggings."
Die entscheidende Passage habe ich dunkelrot gesetzt und darin wiederum die Schlüsselpassage noch einmal vergrößert.
Der Text zu dem Song Von vorne wie von hinten ist in jenen Nullerjahren entstanden; es gehört zu meinem Zyklus von Café-Hahn-Gedichten, die erstmals erschienen sind in: Das Leben ein Klang (Koblenz 2003 - ISBN: 3-934759.41-2). Alle Stücke, die ich unterdessen unter #Warum Liebe weh tut zusammenfasse habe ich gleichermaßen in einen argumentativen Kontext gerückt, der die #metoo-Debatte endlich einmal auf ein intellektuell angemessenes Niveau hebt:
(Mit) Peter Sloterdijk: Handeln im Affekt
Die beiden Schlüsselsongs markieren unter der Maßgabe dieser Reflexionen und im Kontext von Miriam Amros dankenswertem Ausflug in die Welt der Mode eine ästhetische Würdigung ganz eigenen Rangs:
Von vorne wie von hinten - wenn meine Augen trunken sind...
(mein ganz persönlicher Favorit!)
Und zuletzt ganz persönlich für Miriam Amro:
Ein Jahr neigt sich dem Ende - für Leon Weitraub, Tova Friedman
und Margot Friedländer
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Warum Dummheit weh tut! Eine vielleicht nicht ganz passende Analogie zu der Frage: Warum Liebe weh tut.
Wer nicht lesen will, kann - auch vorab - schon hören:
1990 erschienen in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung zwei opulente Bände: Zur Theorie und Praxis politischer Bildung (Band 290) sowie: Umbrüche in der Industriegesellschaft - Herausforderung für die politische Bildung (Band 284). Ich hatte mit zwei Beiträgen daran meinen Anteil. Entschließt man sich zu einem pauschalen Gesamtresümee im Hinblick auf die Frage, ob die politische Bildung den seinerzeit formulierten Herausforderungen gerecht geworden ist, muss man einräumen, dass sie diesen Anspruch bzw. Erwartung nahzu zur Gänze verfehlt hat. In Band 284 gelangt Wolfgang Hilligen 1989 - seinerzeit einer der Impressarios der politischen Bildung - zu der Einsicht:
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Warum Liebe weh tut? (hinter diesem Link verbirgt sich eine entsprechende Playlist - hier die in sich geschlossene Playlist: Warum Liebe weh tut - ohne Kommentare - einfach anklicklen)
Ein wenig systematischer und chronologischer kann - wer denn mag - diesem biografischen Zyklus folgen, indem sie/er die nachstehenden Links nacheinander anklickt.
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Hape Kerkeling in Weimar - hier die Rede als Videomitschnitt
RedHotChillyJupp begegnet dem Braunen Reiter, wie ihn Hubert von Goisern besungen hat und stellt Hape Kerkeling seine singenden Heerscharen zur Seite:
Bücherschränke - Wehrtürme gegen Rechts
mit und für Erich Kästner
alias
Auch der Weihnachtsmann und der Osterhase springen Hape bei:
Apropos Hubert von Goisern:
