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Podcast Ep. 5: Paardynamik - Seht das Paar  und seine Kreise

In der vierten Episode meines Podcasts habe ich mit Julia Onken die Unterscheidungen von Eros – Philia und Agape eingeführt. Es liegt in der Logik dieser Unterscheidungen, wenn man dann auch die gewaltigen erotischen Energien an den Anfang setzt. Denn die meisten von uns können nachvollziehen, dass es die damit verbundenen Triebkräfte sind, die uns dazu bewegen die Herkunftsfamilie zu verlassen – und dann in der Mehrheit aller Fälle – eine eigene Familie zu begründen. Im besten Fall ergibt sich dann das generationenübergreifende Zusammenspiel einer familiär begründeten Zugehörigkeit, die uns jene Unterstützungen und letztlich auch Identifikationen ermöglichen, die viele auch heute noch durchaus als zentrales Element von Sinngebung im Hinblick auf ein erfülltes Leben betrachten.

Um den Weg zu einem eigenständigen Lebensentwurf, in dem gleichermaßen die Erfahrung einer erotisch getriggerten Liebesbeziehung aufblitzt – wie die Vision einer möglicherweise lebenslangen Partnerschaft am Horizont erscheint, um diese Melange nachvollziehbar erscheinen zu lassen, starte ich heute schon zu Beginn mit einem Lied, dass gleichermaßen den starting point thematisiert, mit dem wir aus unserer Herkunftsfamilie in die Welt des Eros hinauskatapultiert werden, dass aber dann auch all die Perspektiven in ihrer Buntheit und Vielgestaltigkeit anspricht, mit denen viele meiner Generation den Anlauf zu einem langen, langen (Paar-)Leben und in den meisten Fällen auch zur Gründung einer eigenen Familie genommen haben. Was das an Beglückungen und Zumutungen gleichermaßen bedeutet, kann man in seinem ganzen Ausmaß erst im Rückblick begreifen. Das Begreifen hat - rein semantisch betrachtet – den gleichen Wortstamm wie Reifen. Ein mögliches Reifegeschehen landet im besten Fall bei Arnold Retzers Konzept der sogenannten Vernunftehe oder bei den höchst bedenkenswerten Hinweisen, die uns der - unweit - in Andernach geborene Soziologe von Weltrang, Karl Otto Hondrich, zu bedenken gibt. Hören wir aber zunächst einmal hinein in meine lebensumgreifende Gesamtschau, in der ich Vier Männern in mir das Wort gebe – Worte, die zwischen erotisch-dionysischer Verzückung und vernunftgeschwängerten Einsichten oszillieren:

Podcast Ep. 4: RedHotChillyJupp – Der Einstieg in die Frage, warum Liebe weh tut!

Ich habe in der letzten Episode davon gesprochen, dass sich – vor allem durch die Vertonung des Textes Wer wir sind die Nahtstelle zeigt, die die beiden zentralen Fragestellungen: Warum Liebe weh tut und Warum Dummheit weh tut in einen unmittelbaren Zusammenhang bringt.

Aus diesem Lied Wer wir sind zitiere ich an dieser Stelle fünf Strophen, die uns tief hineinführen in die Frage, wie man das Phänomen Liebe in all seinen Facetten ansprechen kann. Julia Onken ist es im Übrigen, die uns darauf aufmerksam macht, dass Liebe – will man sie in ihrer umfassenden Vielfalt begreifen – mindestens drei Dimensionen umfasst, von denen schon die Griechen wussten. Sie unterschieden Eros – Philia und Agape. Im Fortgang des Podcasts werden diese Unterscheidungen noch eine maßgebliche Rolle spielen:

Podcast Ep. 3: RedHotChillyJupp - Wer wir sind

Ja, von vorne wie von hinten, von oben wie von unten, von rechts wie von links! RedHotChillyJupp präsentiert die dritte Episode seines Podcasts zu der Frage: Wer wir sind?

Um Gottes Willen nicht zu viel Theorie in einem Podcast – ja, Radio ist nicht Blog. Und dennoch: Im nachfolgenden Schlüsselsong Wer wir sind beziehe ich mich auf das Bild – eine Metapher – Klaus Theweleits, der von einer halbgeborenen Brut spricht. Ich habe angekündigt, mich immer wieder der Frage zuzuwenden, warum sich gerade so viele junge Männer rechtsextremistisch orientieren und organisieren. Dazu zwei einleitende Vorbemerkungen. Dann das programmatische Lied Wer wir sind mit einer anschließenden Hommage an Margot Friedländer, Tova Friedman und Leon Weintraub.

2020 stieß ich in der Ausgabe 10 der ZEIT auf einen Artikel Antonia Baums. Klaus Theweleits "Männerphantasien" stehen im Mittelpunkt dieses ZEIT-Artikels. Im Verlauf ihrer Ausführungen kommt es zu folgender Passage:

"Würde man einen Menschen als Baby und Kleinkind anbrüllen oder gar schlagen und würden dessen Bedürfnisse nicht adäquat beantwortet, etwa indem man es schreien lässt und ihm zu wenig Körperkontakt gibt (also exakt das, was auch die Top-Nazi-Pädagogin Johanna Haarer den deutschen Müttern empfahl und deren Tipps noch lange nach 45 befolgt wurden), dann ziehe es sich zurück und baue keine Beziehungen auf."

Antonia Baum arbeitet nun mit Klaus Theweleit die zentrale Argumentationsfigur heraus, nach der es bei alledem um die Konsequenzen eines Nicht-zu-Ende-geboren-Seins gehe. Statt Beziehung werde ein Panzer ausgebildet, um realitätstüchtig zu werden und das angsterfüllte, instabile Innere im Zaum zu halten. Das Nicht-zu-Ende-geboren-sein (die halbgeborne Brut) wird nun zu einem zentralen Erklärungsmoment! Klaus Theweleit dazu:

"Dadurch kann die Ich-Struktur nicht entstehen, also dass ich weiß, wo ich anfange und wo ich aufhöre. Deswegen findet der soldatische Mann Drill und Hierarchien so wichtig. Weil sie ihm Körpergrenzen verpassen. Er muss wissen, wo oben und unten ist, und wenn sich da was ändert, fühlt er sich bedroht, und im schlimmsten Fall fordert er, dass das, wovon er sich bedroht fühlt, entfernt wird. Und aus diesem Grund sage ich, Faschismus ist primär keine Ideologie, sondern ein Körperzustand. Die Ideologie ist Schwachsinn und als solcher nur aufgeklebt."

Podcast Ep. 2: RedHotChillyJupp live vom Gülser Plan - hier geht es zur ersten Episode

Intro

Ja, von vorne wie von hinten, von oben wie von unten, von rechts wie von links:

RedHotChillyJupp geht heute zum zweiten Mal auf Sendung. Unter dem Motto: – „Bücherschränke – Wehrtürme gegen Rechts“ soll vor allem auch die Frage berührt werden, was uns Heimat bedeutet! Und wie wir sie durch eine rechtsextreme Inanspruchnahme und vor einem völkischen Gesabber schützen können!

Der heutige Podcast steht unter der Patenschaft Erich Kästners und Carl Zuckmayers (der im Übrigen in Nackenheim, in der Nähe von Mainz geboren und aufgewachsen ist).

Podcast Ep.1 RedHotChillyJupp geht auf Sendung <-- einfach anklicken - hier geht es zur zweiten Episode

Zwischen Professiionalität und Dilletantismus? Ja, ich bekenne mich zu eine semiprofessionelen Vorgehensweise. Es hat nun knapp zwei Monate gedauert, den Start für mein Podcast-Vorhaben auch in Gestalt einer hörbaren Version sendefähig zu machen. Die ersten zwölf vertonten Texte sind ja bereits seit dem 6. Mai online abzurufen. Sinn wird dies alles - zumindest für mich selbst - erst machen, wenn die Einbettung der vertonten Texte in einen lebendigen lebesnlaufbezogenen, vor allem aber gesellschaftlichen Kontext gelingt. Stephan Lamby hat in der aktuellen ZEIT-Ausgabe (24/26) auf Seite 46 neben vielen anderen Intellektuellen und kritischen BeobachterInnen des politischen Raums seinen Beitrag überschrieben: "Wir sind 45 Millionen". Er setzt diese 45 Millionen gegen die etwa 15 Millionen, die in der Tat wieder bereit sind einer gesichert rechtsextremen Partei in Deutschland ihre Stimme zu geben. In Lambys Analyse - er hat zuletzt den Parteitag der AfD in Sachsen-Anhalt besucht - ist u.a. zu lesen:

"In Sachsen-Anhalt wurde ein Regierungsprogramm beschlossen, das der Verharmlosung des Nationalsozialismus gleichkommt. Im Entwurf stand noch, es müsse Schluss sein mit der >Perpetuierung einer Neurose<. Einem Deligierten gefielen die Fremdwörter nicht. Am Ende hieß es, man sei >gegen die Verewigung des Schuldkomplexes<. Die Menge jubelte. Will man in einem solchen Land leben? Ohne funktionierende Krankenhäuser, ohne Pflegedienste, ohne Erinnerung an die NS-Verbrechen?"

Ich will nicht in einem solchen Land leben. Unter anderem auch deshalb der Entschluss zu diesem Podcast. Unter den unter der Fragestellung "Lässt sich die AfD noch aufhalten" zusammengestellten Beiträgen in der erwähnten ZEIT-Ausgabe, findet sich ein bemerkenswertes Statment von Matthias Brandt. Da vertritt er u.a. die Auffassung:

"Man stoppt die AfD, indem Demokraten endlich aufhören, sich gegenseitig hauptsächlich als Gegner, wenn nicht als Feinde zu betrachten. Dass sie begreifen, das es etwas gibt, das jetzt wichtiger ist als ihre Differenzen. Dieser republikanische Solidarität fehlt mir gerade. [...] Ich bin als Kind von Exilanten und in dem Bewusstsein augewachsen, dass Demokratie nichts Naturgegebenes ist. Und dass man sich seiner Heimat besser nicht zu sicher sein sollte. Vielleicht beginnt alles damit, dass sich jeder Einzelne stärker als bisher für den Erhalt unserer freien und demokratischen Lebensform verantworltlich fühlt. Nicht irgendwann, sondern jetzt."

   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund
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