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Novina Göhlsdorf: Der Rhythmus meines Vaters
Für Laura und Anne, denen es vermutlich zeitweise auch wie Novina Göhlsdorf gehen wird - wie allen Töchtern auf dieser Welt.
Bedauernswerter sind nur jene Töchter, die wirklich vaterlos aufwachsen müssen. Wenn bei allen Vorbehalten und Einschränkungen eines aus Novina Göhldorfs Text strahlt, dann mit Sicherheit diese Gewissheit!
Und auch ein bisschen für Ann-Christin und Kathrin - den Vater kann niemand ersetzen!
Die goldfarben unterlegten Begriffe bzw. Passagen kann man anklicken!
Novina Göhlsdorfs Vater ist 74 und Stammgast im Techno-Club. Als seine Tochter das erste Mal mitgeht, versteht sie nicht nur ihn besser, sondern auch sich selbst. So wird Novina Göhlsdorf Essay eingeleitet, mit dem mehr repräsentiert wird als der gemeinsame Besuch von Vater und Tochter in einem Berliner Club. Ich habe den Beitrag zwei Mal gelesen; das zweite Mal mit vier verschiedenfarbigen Textmarkern in der Hand - dazu noch einen rotfarbigen PILOT G-2 07 Stift.Nun gibt es auf den sechs Seiten im ZEIT-Magazin (Nr. 50 vom 27.11.2025) kaum noch unmarkierte, unkommentierte Passagen. Warum - um Gottes Willen - diese Aufmerksamkeit, diese Akribie? In einem Vierteljahr bin ich selbst 74. Ich bin Vater zweier Töchter - und: was im Verlauf der Auseinandersetzung mit diesem Text noch eine entscheidende Rolle spielen wird, Großvater von inzwischen vier Enkelkindern. Aber der Reihe nach:
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Ernst Fraenkel: Der Doppelstaat. Ein Beitrag zur Theorie der Diktatur
1974 im Oktober begann ich mein Studium an der seinerzeitigen Erziehungswissenschaftlichen Hochschule Rheinland-Pfalz, Abteilung Koblenz (heute: Uni Koblenz). Ich stieß sehr früh auf den Politikwissenschaftler Heino Kaack, der - vollkommen ungewöhnlich und überraschend für den Standort - ein großes DfG-gefördertes Forschungsprojekt nach Koblenz holte: Parteiensystem und Legitimation des Politischen Systems - kurz PALEPS.
Mir persönlich gestattete die Mitarbeit in diesem, bis 1984 in die Forschungs-, Lehr- und Qualifizierungsstruktur der Hochschule integrierten Projekt eine - ich möchte behaupten - lebenslaufbestimmende Weichenstellung. Mir wurde ermöglicht nach dem Ersten Staatsexamen für das Lehramt ein Diplomstudium anzuschließen und schließlich als einer der ersten auf der Grundlage der vor allem von Heino Kaack betriebenen Implementierung einer Promotionsordnung auch zu promovieren (siehe hier und etwas lesbarer hier die in APuZ erschienene Zusammenfassung - zur Veröffentlichung der Dissertation in Langfassung).
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Karl Ove Knausgard - Vom Lesen und Schreiben
Na klar, es lohnt sich einmal wieder ZEIT-Abonnent zu sein: Literatur – 10 Seiten Bücher – Ein Spezial zu Weihnachten (früh genug, dass auch die Buchhandlungen noch etwas davon haben: ZEIT 49/25, Seite 56ff.)
Karl Ove Knausgard eröffnet: Rilke und ich – Der Dichter wurde vor 150 Jahren geboren, im nächsten Jahr ist sein 100. Todestag. Er hat mich mein Leben lang begleitet – und zum Schriftsteller gemacht
Die erste Spalte besteht aus von Knausgard ausgewählten Passagen und Sätzen aus dem Werk Rainer Maria Rilkes. Er kommentiert das mit dem Hinweis:
„Diese Zitate sind kleine Streiflichter in etwas unendlich viel Größerem, Rilkes Werk, und mein Problem ist, dass ich mich stets in seinem Inneren befunden habe wie in einem Wald und nie, kein einziges Mal, versucht habe, es von außen zu sehen, es zu analysieren, es festzuhalten.“
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Karl Otto Hondrich - ein Weiser aus dem Abendland
Wie beginnt man die Auseinandersetzung mit einem Text, von dem man die dumpfe Ahnung hat, dass er den eigenen Horizont auf eine Weise weitet, dass sich da noch einmal etwas Originelles, etwas Überraschendes ereignet? Karl Otto Hondrichs Aufsatz: Der genoptimierte Mensch – und sein soziales Erbe umfasst 15 überschaubare Seiten (in: Karl Otto Hondrich, Der Neue Mensch, Suhrkamp, Frankfurt 2001, Seite 163-178). Hondrich, geboren 1937 in Andernach, schreibt ja nicht mehr. Er kann in dieser Welt nicht mehr schreiben. Er ist im Alter von nicht einmal 70 Jahren 2007 gestorben. Beim Lesen des erwähnten Aufsatzes aus dem Jahre 2000 habe ich den Eindruck, dass die vergangenen 25 Jahre mit Blick auf die Genoptimierung uns noch einmal einen enormen Schub von Innovationen beobachten lassen:
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GEO Dezember 2025: Die letzten Tage - Ein gutes Ende: Sterben lernen: Was in unseren letzten Tagen das Leben leichter macht
Auch für Hilla
In einem Geo-Themenheft würde einen - angesichts der sich beschleunigenden Klimakrise - ein Titel wie: Die letzten Tage der Menschheit nicht überraschen. Der Themenschwerpunkt im Dezemberheft befasst sich hingegen mit dem individuellen Ende, dem niemand von uns entgehen wird. Die letzten Tage - Lebensende werden eingeleitet mit der Anmerkung:
"Die meisten von uns wollen es, den wenigsten gelingt es: dem Tod zu Hause begegnen, in vertrauter Umgebung. Fotografin Nora Klein zeigt, wie Menschen diesen letzten Weg erleben. GEO-Autorin Katharina von Ruschkowski ergründet, wie besseres Sterben gelingen kann. Und warum es höchste Zeit ist, darüber zu sprechen."
