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Podcast Ep. 2: RedHotChillyJupp live vom Gülser Plan - hier geht es zur ersten Episode

Intro

Ja, von vorne wie von hinten, von oben wie von unten, von rechts wie von links:

RedHotChillyJupp geht heute zum zweiten Mal auf Sendung. Unter dem Motto: – „Bücherschränke – Wehrtürme gegen Rechts“ soll vor allem auch die Frage berührt werden, was uns Heimat bedeutet! Und wie wir sie durch eine rechtsextreme Inanspruchnahme und vor einem völkischen Gesabber schützen können!

Der heutige Podcast steht unter der Patenschaft Erich Kästners und Carl Zuckmayers (der im Übrigen in Nackenheim, in der Nähe von Mainz geboren und aufgewachsen ist).

Podcast Ep.1 RedHotChillyJupp geht auf Sendung <-- einfach anklicken - hier geht es zur zweiten Episode

Zwischen Professiionalität und Dilletantismus? Ja, ich bekenne mich zu eine semiprofessionelen Vorgehensweise. Es hat nun knapp zwei Monate gedauert, den Start für mein Podcast-Vorhaben auch in Gestalt einer hörbaren Version sendefähig zu machen. Die ersten zwölf vertonten Texte sind ja bereits seit dem 6. Mai online abzurufen. Sinn wird dies alles - zumindest für mich selbst - erst machen, wenn die Einbettung der vertonten Texte in einen lebendigen lebesnlaufbezogenen, vor allem aber gesellschaftlichen Kontext gelingt. Stephan Lamby hat in der aktuellen ZEIT-Ausgabe (24/26) auf Seite 46 neben vielen anderen Intellektuellen und kritischen BeobachterInnen des politischen Raums seinen Beitrag überschrieben: "Wir sind 45 Millionen". Er setzt diese 45 Millionen gegen die etwa 15 Millionen, die in der Tat wieder bereit sind einer gesichert rechtsextremen Partei in Deutschland ihre Stimme zu geben. In Lambys Analyse - er hat zuletzt den Parteitag der AfD in Sachsen-Anhalt besucht - ist u.a. zu lesen:

"In Sachsen-Anhalt wurde ein Regierungsprogramm beschlossen, das der Verharmlosung des Nationalsozialismus gleichkommt. Im Entwurf stand noch, es müsse Schluss sein mit der >Perpetuierung einer Neurose<. Einem Deligierten gefielen die Fremdwörter nicht. Am Ende hieß es, man sei >gegen die Verewigung des Schuldkomplexes<. Die Menge jubelte. Will man in einem solchen Land leben? Ohne funktionierende Krankenhäuser, ohne Pflegedienste, ohne Erinnerung an die NS-Verbrechen?"

Ich will nicht in einem solchen Land leben. Unter anderem auch deshalb der Entschluss zu diesem Podcast. Unter den unter der Fragestellung "Lässt sich die AfD noch aufhalten" zusammengestellten Beiträgen in der erwähnten ZEIT-Ausgabe, findet sich ein bemerkenswertes Statment von Matthias Brandt. Da vertritt er u.a. die Auffassung:

"Man stoppt die AfD, indem Demokraten endlich aufhören, sich gegenseitig hauptsächlich als Gegner, wenn nicht als Feinde zu betrachten. Dass sie begreifen, das es etwas gibt, das jetzt wichtiger ist als ihre Differenzen. Dieser republikanische Solidarität fehlt mir gerade. [...] Ich bin als Kind von Exilanten und in dem Bewusstsein augewachsen, dass Demokratie nichts Naturgegebenes ist. Und dass man sich seiner Heimat besser nicht zu sicher sein sollte. Vielleicht beginnt alles damit, dass sich jeder Einzelne stärker als bisher für den Erhalt unserer freien und demokratischen Lebensform verantworltlich fühlt. Nicht irgendwann, sondern jetzt."

Bodo Wartke - Jahrgang 1977

chrismon 5/26, Seite 24

Bodo Wartke war mir vom Namen her bekannt. Aber ich hatte bislang keinen wirklichen Zugang zu seinem Werk - ja, ein Werk von beachtlichem Umfang und von beachtlicher Qualität. Nun ist er mir in chrismon begegnet. Er gibt bzw. erlaubt in dem sehr begrenzten Format Fragen an das Leben Enblicke in ein Leben als Künstler - und insbesondere als Kind seiner Mutter bzw. als Bruder einer Schwester, die kurz nach ihrer Geburt stirbt; da ist Bodo Wartke drei Jahre alt. Warum nun diese Aufmerksamkeit meinerseits - ein mit 74 Jahren junger Alter, der in diesem hohen Alter eine zweite - oder die, wie auch immer, wievielte Karriere beginnt (im Übrigen keine Karriere im üblichen Sinne, sondern eine, die im Sinne einer Lebensbilanz ähnlich ausfällt, wie Bodo Wartkes Zwischenbilanz: "Ich tue das, was ich liebe, und ich bin in der Lage, davon meinen Lebensunterhalt zu bestreiten, das ist ein ganz großes Privileg, das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und Demut.").

Carl Schmitt - Er schon wieder

ZEIT 19/26, Seite 39

Alexander Cammann: Er schon wieder - In Washington macht der rechte Vordenker Carl Schmitt 40 Jahre nach seinem Tod eine gefährliche Karriere. Offenbaren jetzt seine Kriegstagebücher bisher Verborgenes

Sehr geehrte Leserbrief-Redaktion,

er schon wieder - auf diese Idee könnten Sie kommen, wenn ich mich zum wiederholten Mal zu Carl Schmitt äußere. Dies im Übrigen auch durch eine Ergänzung seiner vermeintlich - zumindest aus der Sicht Carl Schmitts wissenschaftlich legitimierten - neutralen Analyse einer seinsmäßig verbürgten Wirklichkeit (die in einer Ontologie der Freund-Feind-Kategorisierung gipfelt). Diese "Ergänzung" beruht auf dem Nachweis, dass Carl Schmitt seiner "wissenschaftlich neutralen Deskription und Analyse" vermittelt durch seine Tagebücher (1930-1934, veröffentlicht im Akademie Verlag, Berlin 2010) Handlungsoptionen nahelegt, wie sie in "Der Führer schützt das Recht" oder in der Klassifizierung der Nürnberger Gesetze als einer "Verfassung der Freiheit" konkrete Gestalt annehmen.

Es ist kein Leserbrief, aber vielleicht eine Bestätigung für Alexander Cammann, dass man Carl Schmitt in der Tat nie aus dem Blick verlieren darf (durfte), wenn es darum geht, einen der zentralen rechten Vordenker in seinen gleichermaßen drastischen wie subtilen Botschaften ernst zu nehmen. Dazu ist ein Quellenstudium unabdingbar, das sich nicht nur "internationalen Schmitt-Experten", sondern allen am Erhalt unserer Demokratie Interessierten aufnötigt.

Ich danke den ZEIT-RedakteurInnen für die hier immer wieder einem breiten Publikum ermöglichten Einsichten in eine unselige deutsche Traditionslinie (politischer Theorie).

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Franz Josef Witsch-Rothmund

(die Rolle Carl Schmitts - mit seinem frühen Gegenspieler Immanuel Kant - gibt es unterdessen auf vertont: Auf unserer Reise durch ein langes Jahr:

https://www.instagram.com/p/DWrAgzej3HJ/)

- demnächst auch als Podcast

Miriam Amro: DER BH FÜR DEN PO

- ein erster assoziativer Auftakt zu Radio-RedHotChillyJupp (geht in den nächsten Wochen auf Sendung)

Zu meinem 74. Geburtstag, am 21. Februar 2026 - ich bin lediglich schlappe sechs Jährchen jünger als  DIE ZEIT - wartete das ZEIT-Magazin mit dem Titel auf: SO? ODER SO? und zeigt Mode - modisch gekleidete weibliche Wesen auf zwei separaten Titelseiten. Die ZEITmagazin-Redaktion eröffnet ihre kurze Einleitung mit Walter Benjamin recht prominent:

   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund
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