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Von Putzerfischen und Schmeißfliegen - relouded

Ich stelle den Text bereits online - er befindet sich allerdings noch in Bearbeitung.

Es ist nicht zu übersehen: In mancherlei Hinsicht bin ich in meiner Vergangenheit angekommen. Ein Reloaded lohnt nicht nur. Es ist unvermeidbar, um sich nicht ständig zu wiederholen. Zugegeben: Hier handelt es sich um eine Paradoxie in Reinkultur! Dafür mag der folgende Beitrag stehen. Die zehn Jahre, die er auf dem Buckel hat, bedeuten - bezogen auf ein Menschenleben (im Sinne des aktuellen statistischen Mittels) - ja schon eine Hausnummer. Und wenn er (auch nur als Anhängsel von Sabine Rückerts bemerkenswerten Überlegungen) schon (fast) alles sagt und vorwegnimmt, was zu einem (fast) alle umtreibenden Thema zu sagen ist, bewegt man sich auf der Höhe der Zeit, indem man sich erinnert. Natürlich sind danach gewichtige Beiträge zustande gekommen: In der Patenschaft von Eva Illouz, durch viele in fachlicher Expertise entstandener Anregungen: STARKe Beiträge - oder in der erneuten Patenschaft von Karl Otto Hondrich; in einer Vielzahl von eigenen Beiträgen zum Themenkomplex Familie, Partnerschaft - sie haben eine leicht mildere Färbung angenommen als noch unter dem Signum von: Liebe, Sex und solchen Sachen!

Das Reloaded des nachfolgenden Beitrags aus dem Jahr 2016 kann nicht gänzlich unkommentiert daher kommen, weil eben die Zeitläufte und die Lebensläufe in der Zeit (Passwort: wiro2015) Fakten geschaffen haben, die einerseits den Empfehlungen von Sabine Rückert - immer eingedenk eines Körnchen Salzes - entsprechen; die andererseits aber auch immer wieder im Kontext der Fragen stehen, die Eva Illouz aufwirft: Warum Liebe weh tut? bzw. Warum Liebe endet?

Kurz vor Schluss - reloaded

auch noch einmal für Rudi Krawitz, dessen schriftliches - für eine breitere Öffentlichkeit bestimmtes - Vermächtnis (zweiter Teil) in der ersten Ausgabe 2026 des Mitteilungsblattes der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. (DGHS) erschienen ist (siehe dazu auch: hier). Hier der Zugang zu Rudis schriftlichem Vermächtnis: Teil I. Wen überzeugt die Selbstbeschreibung derzufolge, lebenssatt zu sein (siehe Seite 13), ein gewichtiges Argument zur Begründung eines assistierten Suizids hergibt?

Unter der Nummer 84 erschien in Kurz vor Schluss - Eine kleine Sozialkunde (Kurz vor Schluss Teil I) 2017 der Beitrag: "Familiendynamiken und andere chaotische Phänomene." Ich stelle ihn heute in einer überarbeiteten, aktualisierten Version noch einmal online. Es geht um Formen der Selbstermächtigung und die Verantwortung, die uns damit obliegt. Die eingestreuten, aktualisierten Passagen habe ich grün unterlegt. Zunkunft brauche Herkunft, meint Odo Marquard. Bei vielen Blog-Beiträgen läßt sich beim Wiederlesen genau diese Behauptung scharf stellen. Und die Ahnungen, die sich inzwischen - im Verlauf von neun Jahren - auf teils überraschende bis bedrückende Weise bestätigt haben, erlauben einen Ausblick, was nun wirklich im Sinne eines Kurz vor Schluss noch zu bedenken und zu bewegen ist. Die erste Impression ist mir - so, wie die dritte - näher gerückt. Die zweite Impression mit Blick auf (sexuelle) Sozialisation erscheint hingegen schon weitgehend entrückt und liefert in der Tat Impressionen aus einer längst vergangenen Zeit. Die seinerzeit von Wolfgang Loth vorgenommenen (höchstaktuellen) Wortspielereien:  "Exit ist in, Grexit, Brexit - warum nicht auch Fexit? Family Exit", die ein "Aussteigen aus der Verantwortung" erwägen, haben in ungezählten Blog-Beiträgen der Folgejahre eine zentrale Rolle gespielt (hier: ein Beispiel), indem ich mit Wolfgang Loth an die Stelle des exit ein exist gerückt habe: Doch auch Exist gewinne Bedeutung erst im Kontext. Man müsse nicht unbedingt die Chaosrhetorik bemühen, um zu verdeutlichen, dass Existieren eine Grundlage brauche, meint Wolfgang Loth:

Herta Müller: Ein einziger, lebenslanger Satz

Wir hatten's mal wieder schön

Ja, wir hatten's mal wieder schön; zumindest hatten wir wieder einen Weihnachtsbaum, gutes Essen und gute Gespräche, auch wenn die Krippe in diesem Jahr scheinbar verwaist blieb. Ich weiß nicht, ob es schiere Nachlässigkeit oder Intuition war. Jemand, der gefragt hätte, warum die Krippe so verweist dasteht, hätte von mir zur Antwort bekommen: Es ist ja nicht die Krippe. Es ist ja nur der Stall. Und die Krippe samt Jesuskind steht in diesem Jahr im Stall. Wir wollten nicht, dass der Kleine friert. Und auch alle anderen - Maria und Josef (und auch alle Tiere) haben sich in den Stall zurückgezogen, um es ein wenig heimeliger zu haben!

Die Geschichte, die uns Herta Müller erzählt, handelt von weniger als einem Stall. Dort, wo die Menschen - im Zuge der Reinigung des Volkskörpers im Rumänien der späten fünziger Jahre - ein Obdach fanden, gab nur lebensfeindliche Landschaft: "Es gab nichts außer dem leeren Himmel und dem nackten Sand, der glühenden Sommerhitze und dem eisigen Winter."

Ein einziger, lebenslanger Satz: Der Roman >Die Aussiedlung< von András Visky erzählt schmerzhaft schön von einer deportierten ungarischen Familie im Rumänien der Fünfzigerjahre. Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller schreibt über dieses magische Dokument in: DIE ZEIT 54/25, Seite 46/47)

Leon Weintraub -Zeitzeuge, Mahner, Optimist

Vor mir liegt die Rhein-Zeitung vom 31. Dezember 2025. Die Seite 14 - Panorama - widmet Leon Weitraub eine halbe Seite: "Holocaust-Zeitzeuge, Mahner, Optimist - Leon Weintraub entkam dem NS-Vernichtungslager Auschwitz - am 1. Januar feiert er seinen 100. Geburtstag" (mein Freund Thomas - fast vier Jahre jünger als ich - feiert heute seinen 70. Geburtstag). Ich gratuliere beiden herzlich. Mit Thomas verbindet mich seit unserer Freundschaft, die zu Beginn unseres Studiums, im Oktober 1974 ihre Anfänge nahm, eine gleichermaßen rationale wie emotionale Abscheu vor rechtsradikalen Ideologien und Milieus. Weder die Milieus noch die Ideologien sind aus Deutschland verschwunden. Sorgen wir dafür, dass nicht nur der Mahner Leon Weintraub gehört wird, sondern auch der Optimist!

Meine Gedanken zum Jahresbeginn, die gestern noch Gedanken zum Jahresende waren, widme ich heute Leon Weintraub. Denn es ist eine nachgetragene Lektüre. Gestern hatte ich keine Zeit. Ich durfte mich Ann-Christins Hundenachwuchs und meinen Enkelkindern widmen. Und das nachstehende - nunmehr Leon Weintraub gewidmete - Gedicht ist gestern Nachmittag entstanden:

Leon Weitraub wird heute - am 1. Januar - einhundert Jahre alt.  Damit ist er einer der letzten Überlebenden des Holocaust. Die Rhein-Zeitung druckt einen von Norbert Demuth verantworteten Beitrag ab. Neben einer biographischen Skizze, beeindrucken mich folgende Gedanken. Aus diesem Grunde widme ich das nachstehende Gedicht Leon Weintraub:

Gedanken zum Jahresende - mit Hoffnung auf die Wende - wir Wähler haben's auf dem Zettel

 

Jahresende! Zeitenwende?

Ein Jahr neigt sich dem Ende.
Auf Ende reimt sich Wende.
Doch die entpuppt sich kaum,
bleibt eher flüchtig - wie ein Traum.

Ein Traum, vom Alb regiert,
aus dem der Nazi stiert.
Er scheidet - wie schon immer - Freund und Feind:
Mit Feind ist hier der Sündenbock gemeint.

Und das Fremde bleibt ihm auserkoren -
(in Nazideutschland: wer als Jude war geboren)
Und gestern, heute, morgen
müssen Asylanten und Migranten dies besorgen.

Ich kann’s nicht dulden, und ich kann’s nicht fassen!
Nach tausend Jahren Nazi-Terror könnt ihr’s immer noch nicht lassen.
Deutschland, Deutschland über alles – reicht euch nicht die MAGA-Scheiße?
Geht auf Reisen: von Buchenwald bis Auschwitz und werdet dann ganz leise!

Nach Hekatomben Toten
führte unser Weg nach Westen,
Im Osten sorg(t)en für die Toten nun die Roten -
bei uns geduldet von den neuen Braunen mit den blauen Westen.

Ihr Wähler all in deutschen Landen
lasst die blau gefärbte braune Scheiße nun versanden.
Deutschland erwache - kann heute nur bedeuten:
Geht nicht unter Unterleuten!

 

Hört lieber auf den Kästner!

   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund
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