Startseite
- Details
Andreas Kirchner: Das Ende als Anfang? (I) - hier geht es zu Teil II
Elemente einer vernachlässigten Perspektive auf Trennung (Familiendynamik, 4/25, Seite 300-307)
Mach dich STARK - der Beitrag von Laura Bieg, Carmen Pfänder und Miriam Rassendorfer (ebenfalls in der Ausgabe 4/25 der Familiendynamik) widmet sich primär Beratungsangeboten und -möglichkeiten in Kontext von Trennungsprozessen. Andreas Kirchner kommt das verdienstvolle Unterfangen zu, den Blick auf Trennungsprozesse einerseits in differenzierter Weise auf dem Hintergrund - teils konkurrierender und widersprüchlicher Forschungsbefunde - zu schärfen. Zum anderen bietet er mit existenzphilosophischen Exkursen und den Prämissen systemisch fundierter Analyse eine neue, ungewohnte Blickrichtung, die möglicherweise ein angemesseneres Verständnis von Trennungprozessen erlaubt. Aus dieser veränderten Blickrichtung, die von Andreas Kirchner schlicht mit der Überschrift: Ergänzende Perspektiven auf Trennung versehen wird, gewinnt allein das Phänomen Trennung eine neue, vielschichtige Ausprägung. Daher beginne ich meine Auseinandersetzung mit seinen ergänzenden Perspektiven, allerdings versehen mit dem Hinweis, dass auch Andreas Kirchner ein komplexes Trennungsgeschehen damit nicht relativieren oder verniedlichen will. Was ihm mit seinen ergänzenden Perspektiven hingegen gelingt, wird von ihm selbst mit dem Anspruch verbunden, familiale Trennungsprozesse in eine größere Trennungsperspektive hineinzustellen und sie damit in einem allgemeinen Sinn zu betrachten.
- Details
Mach dich STARK! Was hilft, wenn Eltern sich trennen?
Laura Bieg, Carmen Pfänder und Miriam Rassenhofer erörtern in der aktuellen Familiendynamik Bedarf und Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche aus Trennungsfamilien (Familiendynamik 50/2025, Seite 326-333)
Im familialen Kontext bin ich zuletzt etwas kritisch wahrgenommen worden, weil ich Karl Otto Hondrichs Appell: Rauft euch zusammen! wieder einmal im Rahmen des Blogs prominent platziert hatte. Hondrichs Appell hat mir ganz persönlich geholfen, meine Situation und die Situation meiner Familie und meiner Kinder mit Abstand noch einmal reflektieren zu können. Karl Otto Hondrich seines Zeichens war ja ein weltweit anerkannter Soziologe, und nichts lag ihm ferner, als dass man ihn wahrnehme als jemand, der ohnehin belasteten Akteuren im familialen Alltag mit einer Moralkeule begegnet. In: Liebe in Zeiten der Weltgesellschaft (Suhrkam-Verlag, Frankfurt 2004) spürt er den eigenen familialen Dynamiken nach. Er erörtert dabei die Bedeutung von Begriffen wie: Zugehörigkeit, Bindung, Geborgenheit und Entschiedenheit - immer auch mit einer soziologisch ambitionierten Brille.
- Details
Jahreskalender Café Hahn - 2026
Nein, es hat mich niemand eingeladen den Jahreskalender für's kommende Jahr zu gestalten. Ich habe Berti Hahn den Vorschlag gemacht, die kostbaren weißen Rückseiten des Jahreskalenders 2026 gestalten zu dürfen - mit Gedichten und der Gabe kurzer erläuternder Kontextinformationen. Bemerkenswert dabei ist, dass einige der hier eingebrachten Gedichte in den 90er und in den Nullerjahren als Café-Hahn-Gedichte entstanden sind. Andere hingegen sind brandaktuell. Sie feiern einerseits das Café Hahn als Garant für eine offene, vielfältige und bunte Kulturlandschaft, in der das Café Hahn in der Großregion Koblenz-Mittelrhein nach wie vor einen der markantesten Leuchttürme darstellt. Andererseits habe ich den Kalender ausgewählt, um (auch) der reinen Poesie einen Ort zu geben, der Strahlkraft hat - so wie meine Texte vor allem für die Monate Juni, Oktober und auch Dezember. Im Wesentlichen geht es aber darum, ein deutliches Zeichen gegen eine rückwärtsgewandte, teils rechtsextreme Unkultur zu setzten - so, wie ich es mit meinem Blog seit mehr als zehn Jahren versuche. Dabei weist mir Erich Kästner mit seiner Art von Gebrauchslyrik den Weg. Nicht von ungefähr eröffnet der Kalender mit einer aktuellen Adaption seines Marschliedchens.
Damit aber auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommt, schreiben wir einen Wettbewerb aus, der das Café Hahn als Ort der Begegnung in besonderer Weise in den Mittelpunkt rückt. Wir fragen nach Geschichten, in denen das Café Hahn nicht nur ein Ort der Begegnung im Allgemeinen ist bzw. war, sondern wir sind suchen nach Geschichten, die erzählen, wie Menschen einander gefunden haben - vielleicht für's Leben?
- Details
Alexander Mitscherlich: Vaterlos - das Los des Vaters
(über die Vaterlose Gesellschaft an dieser verlinkten Stelle mehr)
„Eine einzige Geste eines anderen, in seinem Gemüt gespeichert, kann ihn ein Leben lang mit Eifersucht oder Hass oder Hypochondrie erfüllen, ein einziges Wort ihn mit Sehnsucht oder Heilsgewissheit oder Verblendung schlagen. Der Mensch hat aus diesem Grund als einziges Lebewesen Geschichte. Anders als die übrige Kreatur ist er fast unbegrenzt auf Formung angelegt. Ist diese gewollt, nennt man sie Bildung.“
Die erste Schlussfolgerung: Die Herren Putin, Xi Jinping, Kim Jong-un, Trump sind jene Akteure, die ihre Gegner nicht nur mit Gesten, sondern mit roher Gewalt traktieren - sie sind Repräsentanten des Unmenschentums bar jeglicher Bildung!
- Details
Hans Jonas und Georg von Boehm - 2. September 1987 - vor 38 Jahren???
Oder: Ne schöne Jroos an os un an all die... un natürlich an dat Pack: Als solches werden wir epochal in Erinnerung bleiben (wenn es denn noch jemand geben sollte, der des Erinnerns fähig ist)
2. September 1987: Unsere älteste Tochter ist eben erst exakt einen Monat alt. In weniger als zwei Jahren – in exakt einem Jahr, zehn Monaten und 12 Tagen wird unsere jüngere Tochter geboren werden. Inzwischen sind vier Enkelkinder zwischen 6 Jahren und gut drei Wochen hinzugekommen. Das ist der engere Kreis der Familie. Warum das Bezugsdatum 2. September 1987? Reine Willkür? Ja - wenn man einmal von der vollkommen unbedeutenden Tatsache absieht, dass am 2. September 1987 Georg von Boehm ein Interview mit Hans Jonas führt (in: Begegnungen – Menschenbilder aus drei Jahrzehnten, München 2012, Seite 159-167). Mit Georg von Bohm und Hans Jonas frage ich mich:
Was hast Du getan – wenn man einmal absieht von der Schärfung des eigenen Bewusstseins und der Tatsache, das ein oder andere Gedicht geschrieben zu haben? Die Antwort liegt klar auf der Hand: Zu wenig – zu wenig als Individuum – viel zu wenig als Kollektiv!
Weiterlesen: Hans Jonas und Georg von Boehm - 2. September 1987
