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Alexander Mitscherlich: Vaterlos - das Los des Vaters

(über die Vaterlose Gesellschaft an dieser verlinkten Stelle mehr)

Eine einzige Geste eines anderen, in seinem Gemüt gespeichert, kann ihn ein Leben lang mit Eifersucht oder Hass oder Hypochondrie erfüllen, ein einziges Wort ihn mit Sehnsucht oder Heilsgewissheit oder Verblendung schlagen. Der Mensch hat aus diesem Grund als einziges Lebewesen Geschichte. Anders als die übrige Kreatur ist er fast unbegrenzt auf Formung angelegt. Ist diese gewollt, nennt man sie Bildung.“

Die erste Schlussfolgerung: Die Herren Putin, Xi Jinping, Kim Jong-un, Trump sind jene Akteure, die ihre Gegner nicht nur mit Gesten, sondern mit roher Gewalt traktieren - sie sind Repräsentanten des Unmenschentums bar jeglicher Bildung!

Hans Jonas und Georg von Boehm - 2. September 1987 - vor 38 Jahren???

Oder: Ne schöne Jroos an os un an all die...  un natürlich an dat Pack: Als solches werden wir epochal in Erinnerung bleiben (wenn es denn noch jemand geben sollte, der des Erinnerns fähig ist)

2. September 1987: Unsere älteste Tochter ist eben erst exakt einen Monat alt. In weniger als zwei Jahren – in exakt einem Jahr, zehn Monaten und 12 Tagen wird unsere jüngere Tochter geboren werden. Inzwischen sind vier Enkelkinder zwischen 6 Jahren und gut drei Wochen hinzugekommen. Das ist der engere Kreis der Familie. Warum das Bezugsdatum 2. September 1987? Reine Willkür? Ja - wenn man einmal von der vollkommen unbedeutenden Tatsache absieht, dass am 2. September 1987 Georg von Boehm ein Interview mit Hans Jonas führt (in: Begegnungen – Menschenbilder aus drei Jahrzehnten, München 2012, Seite 159-167). Mit Georg von Bohm und Hans Jonas frage ich mich:

Was hast Du getan – wenn man einmal absieht von der Schärfung des eigenen Bewusstseins und der Tatsache, das ein oder andere Gedicht geschrieben zu haben? Die Antwort liegt klar auf der Hand: Zu wenig – zu wenig als Individuum – viel zu wenig als Kollektiv!

Nur wer vergessen wird, ist tot - für Rudi Krawitz (11.12.1943 - 01.09.2025)

„Spricht die Seele? Spricht die Welt? Spricht Gott? Alles spricht den Verzicht in das Selbe. Der Verzicht nimmt nicht. Der Verzicht gibt. Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen. Der Zuspruch macht heimisch in einer langen Herkunft.“
Martin Heidegger

Gestern - am letzten Septembertag - bekam ich eine Whattsapp von Rose Merfels: "Rudi hatte letztes Jahr noch eine 'Kerze entzündet' für Mario! Es ist dort zu lesen: >Gedenkkerze Rudi Krawitz - entzündet am 11.05.2024 um 9.30 Uhr. Nur wer vergessen wird, ist tot.<"

So wirst Du, lieber Rudi weiterleben - wie Mario - zumindest solange Rose, Claudia und ich - und so viele, viele andere leben, weiterleben ohne Dich, nachdem Du Deinen Weg zu Ende gegangen bist. Du weißt, dass ich einen besonderen Weg Dir verdanke. Wir sind ihn oft gegangen - gemeinsam und jeder für sich. So schreibe ich ihn hier noch einmal auf. Er ist ja schon seit vielen Jahren - in der Mohnfrau (Seite 91-94) - nachzulesen. Nachlese! Dir verdanke ich auch Peter Härtlings Nachgetragene Liebe. Wie oft hast Du Peter Härtling zitiert und Dich mit ihm verbunden gefühlt - bis zuletzt mit dem Blick auf die bittere Sehnsucht nach einem zu Hause, die weglos geworden war; Peter Härtling (auch dieser Beitrag, vom 13. Januar 2023, war Dir, lieber Rudi, zugedacht), ja, Peter Härtling, der mir über Dich so nahe gekommen ist.

Rudi hat seinen Fall (Teil I) im Publikationsorgan der Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. veröffentlicht: Selbstbestimmt Sterben - Meine Geschichte. Ein Akademiker aus dem Rheinland über seinen Beweggrund Lebenssattheit, in: humanes leben - humanes sterben 2025-4, Seite 10-11, Jahrgang 45 - Die Zeitschrift Der Gesellschaft Für Humanes Sterben E.V. (Teil II erscheint in der Ausgabe 1/26 unter dem Titel: Zum selbstbestimmten Sterben).

Der Diskurs um eine juristisch vertretbare und human verantwortbare Regelung der Sterbehilfe begleitete Rudi und mich schon seit vielen Jahren. Im Zusammenhang mit der Debatte im Deutschen Bundestag 2014 und die im Nachgang ausgelösten Kontroversen ist mir einer meiner Beiträge in Erinnerung gekommen. Rudi leistet (posthum) durch den jetzt online verfügbaren Beitrag zu seiner Geschichte und vor allem durch den in Aussicht stehenden Beitrag (der mir bereits vorliegt) einen sehr persönlichen und doch gleichermaßen richtungsweisenden Beitrag zu diesem Diskurs.

Nur wer vergessen wird, ist tot - für Rudi Krawitz (11.12.1943 - 01.09.2025)

Der Beitrag vom 1.10.25 wird in aktualisierter Form noch einmal online gestellt, da Rudi Krawitz mit Selbstbestimmt Sterben - meine Geschichte auch Öffentlichkeit herstellen wollte.

„Spricht die Seele? Spricht die Welt? Spricht Gott? Alles spricht den Verzicht in das Selbe. Der Verzicht nimmt nicht. Der Verzicht gibt. Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen. Der Zuspruch macht heimisch in einer langen Herkunft.“
Martin Heidegger

Gestern - am letzten Septembertag - bekam ich eine Whattsapp von Rose Merfels: "Rudi hatte letztes Jahr noch eine 'Kerze entzündet' für Mario! Es ist dort zu lesen: >Gedenkkerze Rudi Krawitz - entzündet am 11.05.2024 um 9.30 Uhr. Nur wer vergessen wird, ist tot.<"

So wirst Du, lieber Rudi weiterleben - wie Mario - zumindest solange Rose, Claudia und ich - und so viele, viele andere leben, weiterleben ohne Dich, nachdem Du Deinen Weg zu Ende gegangen bist. Du weißt, dass ich einen besonderen Weg Dir verdanke. Wir sind ihn oft gegangen - gemeinsam und jeder für sich. So schreibe ich ihn hier noch einmal auf. Er ist ja schon seit vielen Jahren - in der Mohnfrau (Seite 91-94) - nachzulesen. Nachlese! Dir verdanke ich auch Peter Härtlings Nachgetragene Liebe. Wie oft hast Du Peter Härtling zitiert und Dich mit ihm verbunden gefühlt - bis zuletzt mit dem Blick auf die bittere Sehnsucht nach einem zu Hause, die weglos geworden war; Peter Härtling (auch dieser Beitrag, vom 13. Januar 2023, war Dir, lieber Rudi, zugedacht), ja, Peter Härtling, der mir über Dich so nahe gekommen ist.

Rudi hat seinen Fall (Teil I) im Publikationsorgan der Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. veröffentlicht: Selbstbestimmt Sterben - Meine Geschichte. Ein Akademiker aus dem Rheinland über seinen Beweggrund Lebenssattheit, in: humanes leben - humanes sterben 2025-4, Seite 10-11, Jahrgang 45 - Die Zeitschrift Der Gesellschaft Für Humanes Sterben E.V. (Teil II erscheint in der Ausgabe 1/26 unter dem Titel: Zum selbstbestimmten Sterben).

Der Diskurs um eine juristisch vertretbare und human verantwortbare Regelung der Sterbehilfe begleitete Rudi und mich schon seit vielen Jahren. Im Zusammenhang mit der Debatte im Deutschen Bundestag 2014 und die im Nachgang ausgelösten Kontroversen ist mir einer meiner Beiträge in Erinnerung gekommen. Rudi leistet (posthum) durch den jetzt online verfügbaren Beitrag zu seiner Geschichte und vor allem durch den in Aussicht stehenden Beitrag (der mir bereits vorliegt) einen sehr persönlichen und doch gleichermaßen richtungsweisenden Beitrag zu diesem Diskurs.

Arno Frank und Erich Kästner: Wie kann das sein?

Sehr geehrte Leserbrief-Redaktion,

nachstehend mein Leserbrief zu Arno Frank: Wenn der Faschismus plötzlich an meine Tür klopft (SPIEGEL 40/25, S.100-102):

Ich habe nur eine zustimmende Randbemerkung (und ein Gedicht): Arno Frank, Du irrst Dich, wenn Du meinst, "Ginsterburg" und dieser grandiose Essay, der uns allen noch einmal die Leviten liest, würde nichts ändern. Wir brauchen Kerle wie Dich, die ihr Wissen und ihre Bildung mit dem Vermögen verbinden zu einer knallharten Ansprache, um einer kollektiven Intelligenzhemmung vorzubeugen, solange es noch nicht zu spät ist!

Erich Kästner: Wie kann das sein?

Wie kann das sein?
Mein Kopf sagt nein!
Mein Herz will schrein!
Wir sind die Enkel jener Schinder,
deren widerlichster sprach: zuerst die Kinder!

In Posen nahm er* sie beim Wort        *Heinrich Himmler
und sprach von Anstand vor den Schloten;
sie schufen jenen Ort,
belebt von Henkern und von Toten.
Sie hielten sich daran und töteten (zuerst) die Kinder!

   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund
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