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Staycation!!!

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 7. August 2016

Ich preise das Glück der freien Presse: Kluge Leute schreiben über kluge Leute. Zuerst ein Beitrag über "Modemoiselle C. - Durch eine Labor-Revolution zur Nobelpreiskandidatin: Was treibt Emmanuelle Charpentier an? Eine Annäherung von Sonja Kastilan" (FAS, S. 61). Ich verstehe zwar wenig, bin aber fasziniert von dem eigensinnigen Weg, der unterdessen 47jährigen Französin, die gegenwärtig als Direktorin am Max-Planck-Insitut für Infektionsbiologie in Berlin - wie sie selbst sagt - die Freiheit hat, ihren Weg weitergehen zu können. Sie gilt mit Jeniffer Doudna als heiße Anwärterin auf den Nobelpreis, "weil sie einen natürlichen Mechanismus zu einer Methode weiterentwickelt haben, die gentechnische Eingriffe erleichtert und inzwischen weltweit Verwendung findet."

Worüber wir streiten?!

Eine letzte versöhnliche Replik auf Edgar Hammes

Wir haben gelernt uns als Subjekte zu verstehen - entsprechende Theorien gehen mit dem Begriff der Intersubjektivität nach wie vor davon aus, dass es durch Introspektion möglich ist, herauszubekommen, wie andere sich zur Welt verhalten. Subjekttheorien müssen dabei von einer gemeinsamen - oder zumindest von einer gemeinsam beobachtbaren Welt ausgehen (die nachfolgenden Überlegungen basieren auf: Niklas Luhmann, Erkenntnis als Konstruktion, in: Ders.: Aufsätze und Reden, Stuttgart 2001, S. 218-242).

Niklas Luhmann schlägt vor, die Unterscheidung von "Subjekt" und "Objekt" zu ersetzen durch die Unterscheidung von "System" und "Umwelt" (S.220f.):

Mach dir einen Plan III

dazu gehören: Mach dir einen Plan I und: Mach dir einen Plan II

Lebensläufe bilden der Auffassung Niklas Luhmanns nach das allgemeinste Medium des Erziehungssystems. Er verweist darauf, dass der Erziehung ein anderes Medium zugrunde liege als der Wissenschaft. Die festen Koppelungen, die sie - die Erziehung - anstrebe, sieht er nicht in technisch anwendbarem Wissen, sondern in den Formen der Lebensläufe, an denen sie mitwirkt. Kinder sind eben keine Werkstücke, denen man mit Ist-Soll-Analysen und diagnostischer Hybris zu Leibe rückt - jedenfalls nicht in einem Pädagogik reklamierenden Rahmen.

Sehr geehrter Herr Hammes,

nach 27 Bachelor- und Masterprüfungen lese ich soeben Ihre mail (siehe weiter unten) und gebe Ihnen eine kurze Rückmeldung. Die halte ich inzwischen auch für dringend geboten, weil es zwischen uns offensichtich ein Missverständnis gibt. Deshalb heute Abend noch meine Antwort:

Phase V: Fürsorgliches Finale - Komplementäre Vertrautheit und dyadische Dämmerung in einer funktional differenzierten Gesellschaft

- das ist die eine Seite der Geschichte. Die andere Seite erzählt von den Apfelbäumchen, die wir gepflanzt haben und die wir noch pflanzen wollen!

Kontext:

Nachdem ich in den letzten Wochen viele neue Baustellen innerhalb meiner BLOG-Landschaft eröffnet habe, kam mir heute die Idee, endlich wieder einmal an meinem Demenztagebuch weiterzuarbeiten - allein, um meinen 2010 verstorbenen Schwiegervater nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Ihren Mann aus den Augen verloren hat meine Schwiegermutter. Seit Februar 2016 lebt sie - nach einem Oberschenkelhalsbruch - gemeinsam mit uns in unserem Haus. Sie vollendet in gut einem Monat ihr 93stes Lebensjahr. Das (auch nach oben offene) Mehrgenerationenhaus Rothmund gewährt uns seither - weit mehr und sehr viel intensiver - Einblicke in die Dynamik des Alter(n)s. Und mit Blick auf ein "Fürsorgliches Finale" ergeben sich nun die unterschiedlichsten Perspektiven. Vor allem ist die Frage zu klären:

Mach dir einen Plan II

Zum Verständis der folgenden Replik ist die Kenntnis von "Mach dir einen Plan" zwingend!

Sehr geehrter Herr Hammes,

in seinen Ausführungen über „die Kontingenz der Sprache“ kommt Richard Rorty zu der Schlussfolgerung: „Die Welt spricht überhaupt nicht. Nur wir sprechen. Die Welt kann, wenn wir uns eine Sprache einprogrammiert haben, die Ursache dafür sein, dass wir Meinungen vertreten. Aber eine Sprache zum Sprechen kann sie uns nicht vorschlagen. Das können nur andere Menschen tun. Die Erkenntnis, dass die Welt uns nicht sagt, welche Sprachspiele wir spielen sollen, darf jedoch nicht dazu führen, dass wir sagen, die Entscheidung, welches Sprachspiel wir spielen, sei willkürlich, auch nicht dazu, diese Entscheidung sei Ausdruck von etwas tief in unserem Inneren (Richard Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, Frankfurt 1991, hier wiedergegeben aus: Edmund Braun, Hrsg., Paradigmenwechsel in der Sprachphilosophie, Darmstadt 1996, S287).“

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund