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Gelassenheit im Horizont des Feldwegs

(dies ist ein Kapitel aus der 2010 erschienen "Mohnfrau")

Der Feldweg

Porentief, Fraglos, Grenzgänger, Geborgen (demnächst auch nachzulesen in meiner Lyrographie) thematisieren eine Erfahrungswelt, in der als eine wesentliche Facette ein ausgeprägtes Naturerleben aufscheint. Dass es auf diese Weise sprachfähig und sprachmächtig wird, überrascht am meisten mich selbst. Ja, die Mitteilbarkeit eines eigenen Naturerlebens und Naturempfindens hat eng(st)e Grenzen. Wir können der Natur begegnen und wir können uns in der Natur begegnen, bei gemeinsamen Wanderungen. Im besten Falle erliegen wir der Illusion eines gemeinsamen Erlebens. Das Erleben aber wird zur Kommunikation, wenn wir versuchen, es in einem gemeinsamen Sprachraum zu ergründen: Wir schauen uns an, wir blicken in das erstaunte, gerührte, beglückte Gesicht eines anderen Menschen, wir verlieren uns in unserer eigenen Rührung und unser Angerührtsein löst eine Kette von beglückenden wechselseitigen Anschlüssen aus, die uns im besten Fall immer gegenwärtig bleiben als ein besonderes, ein umfängliches gemeinsames Erleben. Zur Welt kommen, zur Sprache kommen, zu uns selbst kommen durch die Anrührung der Natur begründet ein Stück unseres Welt- und Selbstbildes. Wem sollte ich denn einigermaßen verständlich vermitteln, dass das Gehen eines Feldweges immer wieder aufs Neue – es möge sich Hunderte von Male zugetragen haben und zutragen – auch das Andere bedeutet. Ich folge mir, ich gehe mit mir mit und gehe mir voraus.

Der Feldweg und die Gelassenheit

Kurze Vorbemerkung:

Ich sitze an meinem ersten Urlaubstag mitten in Koblenz auf dem Jesuitenplatz und denke bei mir so: Vorsicht da kommen Touristen! Aber das ist ein anderes Thema. Ich lese das Feuilleton der FAZ: "Der enthusiastische Eloquenzexperte", denke an Peter Sloterdijk und meine, eine unpassende, ungerechte Apostrophierung; bemerke aber sofort, dass nicht Peter Sloterdijk, sondern Roger Willemsen gemeint ist: Vom Existenzrecht des Texters: Ein Materialband zum sechzigsten Geburtstag von Roger Willemsen ("Ein leidenschaftlicher Zeitgenosse". Zum Werk von Roger Willemsen. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2015. 520 S., br. 24,99€.) Die Buchhandlung Heimes ist nicht weit, und ich denke: Beeile Dich - augenblicklich bist Du geneigt € 25 minus ein Cent auszugeben. Ob ich sie jetzt noch ausgeben werde, irgendwann in den nächsten Tagen, weiß ich nicht. Ein Anflug von Enttäuschung. Das Buch ist offensichtlich noch nicht ausgeliefert. Dem Grundsatz getreu, eine Buchhandlung nicht ohne den Kauf eines Buches zu verlassen, stoße ich auf ein bescheidenes Klett-Cotta-Bändchen: Martin Heidegger - Gelassenheit, 2014 in der 16. Auflage erschienen.

Was wäre die Kunst der Gesellschaft ohne die Kunst-Schaffenden?

Claudia Rothmund – im Restaurant des Golfclubs Köhlerhof (ab 1. August 2015) und ab 11. September in der Gutsschänke Schaaf in Winningen

Claudia Rothmund

geboren in Koblenz

wohnhaft in ihrer Traumregion – der Mosellandschaft

verheiratet und Mutter von zwei Töchtern

hat Bildende Kunst studiert für’s Lehramt

liebt Wein und schöne Dinge

denen sie mehr und mehr gestaltend

Form und Farbe gibt!

Sie dankt der Familie Steinheuer für die Gelegenheit, dies zeigen zu können und lädt ein zur nächsten Ausstellung an der lieblichen Mosel in der Gutsschenke Schaaf (Inhaber: Stefan Pohl) in Winningen ab dem 11.9.15 Adresse: Fährstraße 6, 56333 Winningen - Telefon:02606 597

Werkschau über: www.claudia-rothmund.de

Die Kunst der Gesellschaft

Von Peter Sloterdijk stammt das wunderschöne Bild, wonach wir uns einen jeden Menschen als eine lebende Silbe - eine sich selbst verborgene Klanggestalt vorstellen können. Was diesen lebenden und sich selbst verborgenen Silben auf die Spur des eigenen Klanges verhilft, das ist bei den einen die Schrift selbst, bei den anderen der Klang - die Musik, vielleicht die Bewegung.Bei Claudia Rothmund ist es die pure Lust am schöpferischen Umgang mit Formen und Farben.

Der Ausweg - Ein Gedicht von HME - mit einer Zeichenvariation und eigenen Anschlüssen

mit Verweis auf: Was hast du dir dabei gedacht - oder: Gut gebrüllt, Löwe!

 

Der Ausweg

Es gibt ihn nicht immer,

aber immerhin

öfter als du gedacht hast.

Natürlich nur dann,

wenn du am Ende bist,

findest du sie,

die schmale heimliche Stelle,

das Schlupfloch, die Hintertür.

 

Auf der anderen Seite

stehst du geblendet im Freien.

Kaum zu glauben:

an diesem frisch gestrichenen Tag

steht die Geschichte still,

die alte Geschichte.

Niemand brüllt.

Bist zum nächsten Mal!

"Was hast du dir dabei gedacht?" 

Hans Magnus Enzensberger kommt zu der Erkenntnis: "So wie du wollte ich nie werden." Ijoma Mangold zu Besuch bei HME - Das vorläufig letzte Buch "Tumult"

ZEIT 43/2014 vom 16.10.2014, S. 45

Man könnte mit Blick auf die ganz alten Kerle (alt bin ich selbst schon) - ob sie nun Martin Walser, Günter Grass, Helmut Schmidt, HME oder wie auch immer heißen und sich weit über die 80er hinaus beweg(t)en - auch zu dem Befund kommen: "Was ich noch zu sagen hätte". Ist es die Altersmilde, der Alterstarrsinn oder ist es Altersblödigkeit mit einhergehendem partiellem Schamverlust, die die Herren sanft und milde stimmt - und vor allem zum Selbstbekennertum treibt? Dass wir uns hier nicht missvertehen: Mit Peter Sloterdijk ist unumwunden einzuräumen, dass öffentliches Schreiben immer - und unvermeidbarer Weise - einem Akt der Selbstaussetzung gleichkommt.

Bei Enzensberger ist es so, dass er sich selbst überlebt hat und im Erleben dieses Zustands bereit ist, etwas preizugeben, das er im Hochsicherheitstrakt "persönliche Motive" verborgen - vielleicht auch entsorgt glaubte. Sicherlich kommen auch - selbst bei HME - Eitelkeiten ins Spiel:

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund