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Doris Dörrie: Leben Schreiben Atmen - oder mit Günter Kunert: Schreiben ist Rettung vor dem Tod 

Heute Nachmittag 17.30 Uhr – ein Päckchen in meinem Briefkasten. Reinhard hatte es angekündigt: Doris Dörrie: Leben – Schreiben – Atmen, Zürich 2019 (Diogenes)

Der erste Satz: „Dieses Buch ist eine Einladung zum Schreiben über sich selbst.“ Und dann: „Es ist abwechselnd wunderbar, schmerzhaft, narzisstisch, therapeutisch, herrlich, befreiend, tieftraurig, beflügelnd, deprimierend, langweilig, belebend.“ Alle Vorworte und Einleitungen  zu meinen Büchern:

Covid 19 - II - oder: Systemrelevanz

Dieses Mal ist es Robert Pausch, der im Verein mit Elisabeth Raether und Bernd Ulrich (PRU) in einem überschaubaren Fünfspalter auf Seite 3 der aktuellen ZEIT (Plötzlich Elite - 15/20) einen neuen Schlüsselbegriff der öffentlichen Debatte durchbuchstabiert - eigentlich muss man bescheidener konstatieren, dass sie behutsam und brachial gleichermaßen beginnen der Kakophonie in Corona-Zeiten die Agenda abzuringen, um die es fortan und insbesondere in Nach-Corona-Zeiten gehen wird/muss, indem sie den Begriff der Systemrelevanz in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken.

Thomas Assheuer: Die Heimsuchung – Mythen und Verschwörungstheorien

Mythen des Alltags und Verschwörungstheorien sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Thomas Assheuer erörtert dies in der aktuellen ZEIT (14/20, S. 49f.) unter dem Titel: „Die Heimsuchung“. Mittelbar schreibt er damit natürlich auch an gegen die von Bernd Ulrich eine Woche zuvor flapsig eingebrachte These, die Klimakrise habe sich ein neues Gesicht gegeben – die langsame Krise sattele auf die schnelle auf, um sich effektiver im kollektiven Gedächtnis zu verankern.

Assheuer beginnt mit den Mythen, wonach Viren kommen, wenn es an der Zeit ist: „Das kulturelle Narrativ ist fast immer identisch. Wie ein feindlicher Agent schleicht sich das Virus in den Alltag und infiziert die gedankenlos durch den Lebensstrom treibenden Menschen mit Krankheit und Tod.“ Viren seien nicht nur unheimlich, sondern auch unheimlich konservativ. Niklas Luhmann hätte seine Freude gehabt an Assheuers Deutungsweise, die Viren erinnerten die Normalbürger an die Vergänglichkeit ihres Daseins und machten ihnen vor allem unbarmherzig klar, „dass es ein Wunder ist, wenn eine so unbegreiflich komplexe Gesellschaft, wie die moderne eine ist, überhaupt funktioniert“.

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Oder: warum all der Lärm? 

Über das Wagnis – neben dem Schreiben – andere Formen der Selbstaussetzung zu erproben: „Selbstaussetzung“ ist schon immer der angemessene Begriff für das, was ich seit zwanzig Jahren praktiziere (siehe unter vorstehendem Link Der mörderische Beobachter). Und vermutlich hängt damit auch das Ausmaß an Irritation zusammen, das mir zuweilen signalisiert wird. 

Noch einmal: Carl Schmitt

- anlässlich des Briefwechsels zwischen Reinhart Kosselleck und Carl Schmitt (Der Briefwechsel, Suhrkamp - Berlin 2019)

Ich zitiere aus einem Briefwechsel mit Winfried Rösler, dem ich im übrigen zu seinem 69sten Geburtstag alles Gute wünsche:

lesen -schreiben - lesen - schreiben und dann unter Luhmanns tröstlicher conditio das Gespräch suchen, wo wir doch wissen: Ein soziales System kann nicht denken, ein psychisches System kann nicht kommunizieren - nur die Kommunikation kann die Kommunikation beeinflussen. Ich möchte einmal kurz illustrieren, auf welch brutal-bedenkliche Weise mir das bei der Lektüre des erwähnten Briefwechsels zwischen Kosselleck und Schmitt deutlich wird. Im Materialienteil (S. 373-391) ist ein Interview enthalten: Reinhart Kosselleck über Carl Schmitt. Interview mit Claus Peppel vom 14. März 1994.

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund