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Ruf aus dem Jenseits - Ulrich Beck meldet sich noch einmal zu Wort

Jetzt wird er also endgültig zu einem unüberhörbaren Mahner - ein Rufer aus dem Jenseits mit der Botschaft: "Die Apokalypse ist möglich, aber zwangsläufig ist sie nicht." So endet zumindest Elke Schmitters kurze SPIEGEL-Rezension (SPIEGEL 49/2016) zu Ulrich Becks nachgelassenem und von seiner Frau Elisabeth Beck-Gernsheim herausgegebenem Buch "Die Metamorphose der Welt". Wie zu Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere - zumindest, was seine Prominenz und Potenz als Autor anbelangt (Stichwort: Risikogesellschaft) - erscheint uns Ulrich Beck als Seher von beängstigender Präzision.

Vom Holzweg zum Feldweg - und umgekehrt!

Vorbemerkung am 30.11.2016

Ich räume an dieser Stelle ein – sechs Jahre nachdem ich den Feldweg Heideggers für mich entdeckt habe –, dass der wache Technik- und Technologiekritiker Heidegger leider nicht zu trennen ist von dem faschistoiden Gesinnungsgenossen Heidegger, der in seinem Antisemitismus bereit und offensichtlich fähig war, dem nationalsozialistischen Axiom von der Ungleichheit der Menschen Geltung zu verschaffen. Denken findet ganz offensichtlich an ethischen Leitplanken nicht auf unbedingte Weise Orientierung (es fällt mir allerdings schwer auch Martin Heidegger so etwas zuzugestehen, was in der Begrifflichkeit von Neitzel/Welzer Referenzrahmen genannt wird). Und dies wissen wir offenkundig ja auch nicht erst seit der Veröffentlichung der Schwarzen Hefte (siehe hierzu die Auseinandersetzung Dietmar Kampers mit Martin Heidegger).

Ilse Aichinger: "Erfüllte Wünsche sind ein Unglück"

Den Abdruck des Fotos auf Seite 31 in Iris Radischs "Lebensendgesprächen" muss Ilse Aichinger auatorisiert haben. Sie schaut wie sauertöpfisch in die Welt - es gibt im Übrigen andere Fotos von ihr. Vermutlich ist es ein zeitnahes Foto aus den 90er Jahren. Das Interview fand am 24. Oktober 1996 statt. Am 11.11.2016, vor wenigen Tagen, ist Ilse Aichinger gestorben. Und dennoch kommt einem das Interview 20 Jahre zuvor wie ein "Lebensendgespräch" vor. Und es wird von Iris Radisch auch so geführt bzw. Ilse Aichinger lässt ihr gar keine Alternativen. In der Einleitung vermerkt Iris Radisch, dass Günter Eich bereits ein Vierteljahrhundert tot ist - solange ist Ilse Aichinger Witwe. Ihre "Nabelschnur" zur Welt pulsiert über einen jungen Mann, Richard Reichensperger, der - wie Radisch betont - ihre Werke herausgegeben hat und darüber seit vielen Jahren zum wichtigsten Mann in ihrem Leben geworden sei.

Das Heilige - Und seine Spur in der Moderne

Einleitung

In der Rücksicht auf das Heilige - so Kamper/Wulf - gäbe es die von Max Weber angedeutete und in der Folge immer wieder unterstrichene These, dass eine Entzauberung der Welt durch die Wissenschaft stattgefunden habe und somit das Heilige zu einer vor-modernen Angelegenheit geworden sei. In der Einleitung des vor mir liegenden Buches (Dietmar Kamper/Christoph Wulf, Frankfurt 1987): Das Heilige - Seine Spur in der Moderne ist zu lesen, dass auf fast 700 Seiten eine Gegenthese Gestalt annehmen soll: "Das Heilige ist nicht vergangen, sondern es ist als Verschobenes, Verborgenes, Verdrängtes und Vergessenes durchaus aktuell. Man muss es nur kenntlich zu machen verstehen, d.h. man muss es entdecken, darstellen und noch aus seinen verwischten Spuren rekonstruieren können."

Welches treibende Motiv steckt eigentlich hinter diesem Blog?

Manchmal werde ich gefragt, was mich eigentlich umtreibt. Ich frage mich zuweilen auch selbst - oder lasse mich von Adrian befragen -, was denn eigentlich das Motiv ist für einen so expansiven Kombinationsfuror in der Bemühung von Schriftzeichen und Texten. Vieles hängt mit dem Urmotiv zusammen, das Peter Sloterdijk in seinen - fast vergessenen - Frankfurter Poetikvorlesungen vorstellt. Peter Sloterdijk selbst ist Jahrgang 1947, nähert sich also der Vollendung des 70sten Lebensjahres. Aus dem vorliegenen Blog-Geschehen kann man ableiten, dass ich häufig an seinen Lippen hänge, seine unvergleichliche sprachschöpferische Begabung außerordenlich schätze, auch wenn er es im zuletzt publizierten Schelling-Projekt maßlos entarten lässt. Ich stimme hier mit dem mainstream der Kritik überein. Ich habe seinen Solipsismus noch ein wenig weiter interpretiert. Geschlechterum - oder -übergreifend hätte er eigentlich als Peter, Peer und Pee Sloterdijk für seinen gesamten Argumentationsgang gar keine e-mail-Adressen erfinden müssen.

   

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© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund