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Und danach? Ein Vorabdruck des endgültigen Schluss-Kapitels von Kurz vor Schluss

Einer meiner letzten Beiträge bezieht sich auf mein aktuelles Buchprojekt Kurz vor Schluss. Den Rahmen - die Einleitungskapitel und das Schlusskapitel - gibt es dort sozusagen breits als Vorabdruck zu lesen. Da ich es nicht mehr gewohnt bin, mich der strengen Disziplin eines ordentlich redigierten Publikationsvorhabens zu unterziehen, mäandert das Buch seit geraumer Zeit schon vor sich hin. Ich habe ja exakt 100 Beiträge aus meinem seit 2014 gepflegten Blog ausgewählt, und sie unter vier Hauptkapiteln geordnet. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mit diesem Titel Kurz vor Schluss zu unbefangen und zu kokett umgehe. So stellt sich nach Abschluss der Textkorpus mehr und mehr die Frage: Und danach?

Veröffentlicht am Vorabend der Sommersonnenwende – am 20.6.2017

Der 21. Juni 2014 war der Tag der Erstveröffentlichung. Ich habe unterdessen die Neigung, einmal entstandene Erinnerungen von Jahr zu Jahr zu erweitern; und so wie in dem nachstehenden Beitrag - Dich Willi - auf dem Laufenden zu halten. Aus der Sicht nüchterner Weltbeobachter gerate ich auf diese Weise ins Schrullige bis Verrückte. Aber was haben wir denn noch zu verlieren? In der Erinnerung an Dich, und in der Erinnerung an Vieles, was alles in den letzten 23 Jahren geschehen ist, finden wir uns doch wieder als verwandtschaftliches und wahlverwandtschaftliches Netzwerk, dass nur so lange lebendig bleibt, wie es lebendige Erinnerung gibt.

Kommunikation: Selbstreferenz und Fremdreferenz. Auch unter Profis gibt es Kommunikationsprobleme (und Lösungen)

Einige Anmerkungen zu den Auswirkungen des Losverfahrens im Institut für Pädagogik, Abteilung Schulpädagogik/Allgemeine Didaktik am Campus Koblenz zu Beginn des Sommersemesters 2017 unter kommunikationstheoretischen Gesichtspunkten

Wäre Kommunikation grundsätzlich ein Übertragungsvorgang zwischen einem Sender und einem Empfänger, wie uns Claude E. Shannon und Warren Weaver in ihrer mathematischen Theorie der Kommunikation nahelegen, hätten wir den etwas chaotischen Einstieg ins Sommer-Semester 2017 vermutlich so nicht erlebt (aufgrund eines fehlerhaften Losverfahrens sahen sich Studierende in ihrer Semesterwochenplanung irritiert).

(M)ein neues Buch - Kurz vor Schluss

Lange war von mir in meinem Blog nichts zu lesen. Dies erklärt sich durch die abgefahrene Idee, sich noch einmal - nicht auf's Eis, sondern - auf's Papier zu wagen!

Im folgenden stelle ich die Gliederungsstruktur und die Einleitungs-Kapitel zu meinem aktuellen Publikations-Vorhaben zusammen. Es wird zu meiner Versetzung in den Ruhestand erscheinen, also zum 30. September 2017. Dazu wird es im Weingut Lunnebach - in Koblenz-Güls - auch eine Feier geben. Wer an dieser Feier teilnehmen wird - sofern er sich dazu entschließt, also Lust, Laune und Neugier mitbringt - wird es durch gesonderte Einladungsschreiben in den nächsten Wochen erfahren.

Es wird Zeit für einen zweiten Anlauf - der Vorarbeiten sind genug. Nun wird es Zeit, sich gegen den neuen rechten Spuk geschichtsbewusst zur Wehr zu setzen!

Diese Ankündigung mag kryptich und nebulös anmuten. In der Auseinandersetzung um die zunehmende Konjunktur rechten Gedankenguts kann und muss ein jeder, der Kind oder Enkel - vielleicht auch Urenkel der Kriegsgeneration ist, die ethischen und praktischen Lehren und Konsequenzen aus der besonderen - ja der singulären - Qualität der jüngeren deutschen Geschichte ziehen. Dass dies in Gestalt einer international anerkannten und respektierten Erinnerungskultur habituell geworden ist, darf dabei von rechten Spacken wie Björn Höcke nicht in Frage gestellt werden. Solange die AfD Mitglieder dieser Gesinnung in ihren Reihen duldet, bleibt die Reklamation eines Verfassungspatriotismus reines Lippenbekenntnis und sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Ich bin allerdings der Auffassung, dass eine noch so profilierte Erinnerungskultur nicht ausreicht, auch mehr als 70 Jahre nach Ende des 1000jährigen Reiches die maßlose Entartung deutscher Politik und deutscher Gesellschaft auch nur annähernd zu verstehen. Sönke Neitzel und Stefan Welzer haben mit ihrer Theorie des Referenzrahmens wichtige Vorarbeiten geleistet, die durch eine Fülle von Studien zum Enstehen und Wirken der nationalsozialistischen Ideologie unterfüttert werden. Sparring partner ist ein kleiner Mosaikstein in vollkommen individualisierter Absicht und Verkürzung zur biografischen Erhellung von Einzelschicksalen in Verstrickung mit den seinerzeitigen politischen, gesellschaftlichen und militärischen Kontexten. Systematischer - wenngleich ebenso individuell-biografisch gebrochen - erscheinen die Bemühungen in: Hannah Schmitz, Franz Streit und Bernhard Schlink und Michael (Berg). Sparring partner ist - bei aller Bemühung um historische Lauterkeit - ein Beleg für die von Dieter Lenzen in Anlehnung an Niklas Luhmann vertretene These, dass jede Form der Außenrepräsentation immer und zuvorderst eine Form der Selbstrepräsentation darstellt. Dazu bekenne ich mich - allerdings basiert diese Form der Auslassung und Absonderung auf der konsequenten Lektion, die ich aus der Barbarei nationalsozialistischer Terrorherrschaft ableite, und für die die Methaper "Vogelschiss" genauso wenig angemessen ist, wie die Bezeichnung "Drecksau" für Alexander Gauland.

 

Sparring partner (Paolo Conte)

(nach meiner freien Übersetzung)

 

Er ist ein Ungeheuer ohne Geschichte

Denkt sie über ihn!

Ihm fehlt die Erinnerung -

Abgesunken auf den Boden des Verborgenen.

Und Du wirst sehen

Wie sich sein Blick im Dschungel verliert.

Nein, geh ihm aus dem Weg – triff ihn niemals!

   

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