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Mach dir einen Plan II

Zum Verständis der folgenden Replik ist die Kenntnis von "Mach dir einen Plan" zwingend!

Sehr geehrter Herr Hammes,

in seinen Ausführungen über „die Kontingenz der Sprache“ kommt Richard Rorty zu der Schlussfolgerung: „Die Welt spricht überhaupt nicht. Nur wir sprechen. Die Welt kann, wenn wir uns eine Sprache einprogrammiert haben, die Ursache dafür sein, dass wir Meinungen vertreten. Aber eine Sprache zum Sprechen kann sie uns nicht vorschlagen. Das können nur andere Menschen tun. Die Erkenntnis, dass die Welt uns nicht sagt, welche Sprachspiele wir spielen sollen, darf jedoch nicht dazu führen, dass wir sagen, die Entscheidung, welches Sprachspiel wir spielen, sei willkürlich, auch nicht dazu, diese Entscheidung sei Ausdruck von etwas tief in unserem Inneren (Richard Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, Frankfurt 1991, hier wiedergegeben aus: Edmund Braun, Hrsg., Paradigmenwechsel in der Sprachphilosophie, Darmstadt 1996, S287).“

Mach dir einen Plan! - eine Replik auf Edgar Hammes: Bessere Bildung konkret (PDF)

BALLADE VON DER UNZULÄNGLICHKEIT MENSCHLICHEN PLANENS

Der Mensch lebt durch den Kopf.
Sein Kopf reicht ihm nicht aus.
Versuch es nur, von deinem Kopf
Lebt höchstens eine Laus.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlau genug.
Niemals merkt er eben
Diesen Lug und Trug.

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlecht genug.
Doch sein höhres Streben
Ist ein schöner Zug.

Ja, renn nur nach dem Glück
Doch renne nicht zu sehr
Denn alle rennen nach dem Glück
Das Glück rennt hinterher.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht anspruchslos genug.
Drum ist all sein Streben
Nur ein Selbstbetrug.

Wenn einer eine Reise tut… oder: Es könnte so authentisch sein. Aber diese Menschen da vorne!

Ein Diskurs zwischen Bildungsreise und touristischen Exzessen

Was haben Touristen und Terroristen (häufig) gemeinsam? Einen Rucksack! (Nach einem Idee von Steffen Zink)

Dass wir alle – unvermeidbar – moderne Massengesellschaft mitkonstituieren, und dass diese in einer permanenten touristischen Laune zu einer kinetischen Verschwendung nie gekannten Ausmaßes neigt (Peter Sloterdijk 2004), ist nicht zu bestreiten. Die von Robert Schäfer vertretene These, dass sich heute nicht derjenige zu erklären hat, der im Urlaub verreist, sondern wer zuhause bleibt (Robert Schäfer, Bielfeld 2015, S.10), gibt zu denken und gehört zu einer der verrücktesten Paradoxien der Gegenwartsgesellschaft. Wie bewegt sich ein gebildeter Bürger in der Auseinandersetzung mit dieser paradoxen Ausgangslage?

Der letzte schöne Tag - Impressionen und ein Legitimationsversuch

Der letzte schöne Tag von Johannes Fabrick mit Wotan Wilke Möhring, Matilda Merkel, Nick Julius Schuck und Julia Koschitz ist ein Spielfilm auf der Grundlage des Drehbuchs von Dorothee Schön. Zu diesem Film habe ich mich im Januar 2015 bereits geäußert (siehe vorstehenden Link). Inzwischen habe ich ihn zum siebten Mal im Rahmen meines Seminars Grenzsituationen gezeigt. Es sind Seminararbeiten und eine Bachelorarbeit entstanden. Nach wie vor bin ich der Auffassung, dass die von Herbert Gudjons 1996 vertretene These vom "Verlust des Todes in der modernen Gesellschaft" im Kontext dieses Films - eingebettet - in die Seminarstruktur erstens überzeugend illustriert und zweitens durchaus gehaltvoll aufgearbeitet und diskutiert werden kann.

Der heutige Beitrag verdankt sich einem weiteren Motiv, dass mit meiner eigenen Lebens- und Familiengeschichte zusammenhängt. Im Hintergrund spielt die Frage eine Rolle, warum ich mich selbst so intensiv mit diesem Themenkomplex auseinandersetze, und ob es nicht irgendwann einmal genug sei; eine Frage, die durchaus im (erweiterten) Familienkontext gestellt wird.

Hanna Schmitz und Franz Streit - Bernhard Schlink (Mediation) und Michael (Berg)

Dieser Beitrag hat den Rahmen des BLOGS schon lange gesprengt. Die Fiktion mäandere um die Realität herum, meint Stefan Slupetzky. Den Kick, dann doch noch einmal der Fiktion den Vorrang zu geben, resultiert einerseits aus Slupetzkys "Der Letzte Große Trost" und zum anderen aus Achim Landwehrs "Die anwesende Abwesenheit der Vergangenheit". Ich werde also noch einmal von vorne beginnen - vielleicht nimmt dann die anwesende Abwesenheit der Vergangenheit so sehr Gestalt an, dass ihre Anwesenheit greifbar wird. Achim Landwehr ermuntert mich in seinem fulminanten Buch zu einer solchen Anstrengung mit folgender Impression (ein wenig deutet sich bereits an im 9. Kapitel dieses Beitrags):

   

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