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Gülser Lausbubengeschichten?
Die Vorgeschichte: Bei meiner Recherche zur neu gegründeten Jugendorganisation (Generation Deutschland - GD) der rechtspopulistischen und rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) - gegründet am 29. November 2025 in Gießen - stieß ich auf einen kurzen Ausschnitt eines Interviews von Simon Thiele mit Moritz Hillesheim, seines Zeichens stellvertretender Landesvorsitzender der GD in Rheinland-Pfalz. In diesem kurzen Ausschnitt bezieht Moritz Hillesheim Stellung zum Verhältnis der GD zu rechtsextremistischen Gruppierungen im sogenannten Vorfeld (namentlich z.B. der Revolte Rheinland). Hillesheim bekennt eindeutig und unmissverständlich im Verlauf des Interviews, dass es keiner Distanzierung zum sogenannten Vorfeld bedürfe:
"Wir distanzieren uns nicht vom Vorfeld. Wir marschieren getrennt, aber schlagen gemeinsam, zusammen, und warum sollten wir uns von Leuten distanzieren, die politische unsere Interessen teilen, die politisch ähnlich aufgestellt sind, warum sollten wir uns von denen distanzieren. Natürlich sind wir getrennt in der Partei mit dem Vorfeld - selbstverständlich. Aber ich würde sagen, viele Vorfeld-Organisationen handeln in unserem Interesse. Und auch die die Jungs von der Revolte Rheinland, ja ich finde, das sind stabile Jungs, die auch gute Veranstaltungen gemacht haben - wovon soll man sich denn da distanzieren."
Seit Jahren verfolge ich die Radikalisierung der AfD und habe vielfach dazu Stellung genommen. In dem Gedicht Wer wir sind (siehe ganz unten) geht es auch und immer wieder um die Frage, welche Sozialisation, welche Entwicklungen dazu beitragen, dass sich vor allem junge Männer rechtsradikal orientieren und organisieren. Ich im Februar 1952 geboren worden. Mein Vater (Jg. 1922) war Angehöriger der Wehrmacht und kehrte kriegsversehrt 1946 aus Kriegsgefangenschaft nach Hause. Mit meinem Vater frage ich immer wieder, welchen Schuss haben die rechtsextrem sich gerierenden jungen Männer nicht gehört. Ja, es sind vornehmlich junge Männer, die rechten Demagogen auf den Leim gehen und ihrerseits beginnen, diese Leim- und Schleimspur durch Deutschland zu ziehen.
Moritz Hillesheim ist, was man einen Gülser Jungen nennen könnte. Seine Oma war lange Jahre unsere Nachbarin und seine Eltern wohnen einen Steinwurf entfernt. Sieht man die Akteure im sogenannten Vorfeld, kann man partiell durchaus der Spur folgen, die ich mit Klaus Theweleit in meinen Gedicht Wer wir sind verfolge. Mit Blick auf Moritz Hillesheim kann das allerdings nicht verfangen. Um so spannender stellt sich die Frage, was ihn zu einem politischen Rechtsaußen gemacht hat, der die Parole Alexander Gaulands aufnimmt, und uns verspricht uns zu jagen - uns, die wir aus Sicht der stabilen Jungs dem links-rot-grün-versifften Umfeld zuzurechnen sind.
Maximilian Krah ist ein Kind der Oberlausitz. Aber das auch nicht wirklich eine Entschuldigung! Ich hab ihn schon öfter krähen lassen. Heute stelle ich ihn Moritz zur Seite. Und Moritz Hillesheim möchte ich gerne fragen, wie sich denn die philophisch fundierten Unterweisungen in Schnell-Roda zur Kantschen Lektion verhalten? Das alternative Deutschland, dass hier propagiert wird, stellt sich an der sensibelsten (historischen) Nahtstelle ins Abseits - gegen Artikel 1 und 3 des Grundgesetzes - genau da, wo die kategoriale Unterscheidung der Menschen nach rassischen und kulturellen Merkmalen wieder das Zepter übernehmen soll. Aber ich bin ja Lyriker in Kästnerscher Tradition. Davon handelt die folgende Moritat:
Vorbemerkung: Einer der Festplätze in Güs ist der Plan. Vor der Apotheke steht ein Bücherschrank, der stark frequentiert wird - mehr des Vorwissens bedarf es nicht.
Eine Gülser Lausbubengeschichte?
Max und Moritz,
diese Buben,
schlichen sich des Nachts aus ihren Stuben.
Sie hatten einen Plan!
Um die Geisterstunde gingen sie auf diesen,
um zu kleben ihre Losung
auf den Schrank der Bücher -
inspiriert von heilgem Wahn
>>Alles für Deutschland<<
wollten sie geben.
Doch als sie hoben an zu kleben,
hielten beide plötzlich inne
und schraken bleich zurück.
Aus dem Schrank, da stieg ein Geist,
dessen Seele Erich Kästner heißt.
Er sprach zu ihnen: Kommt zurück!
Sie haben mich verbrannt -
vor nicht mal hundert Jahren!
Wer bist denn du? empörten sich die Buben:
Das ist gewiss ein starkes, aber rechtes Stück;
such doch du im linksversifften Sumpf dein Glück!
Da wurd der Erich traurig und auch böse.
Und begann ein Liedchen,
auf dass er sie von ihrem Wahn erlöse:
Marschliedchen 2026 (Adaption von FJWR - hier das Original)
Die Dummheit zog in Viererreihen (so zieht sie immer noch),
Heut schämt die Dummheit sich der Dummen.
So dämlich wie ihr seid, mahnt sie euch zu verstummen,
Statt Idioten gleich nach deutschem Wesen heut zu schreien.
Ihr kommt daher und wärmt die schalen Suppen,
In euren Schädeln haust ein brauner Geist,
Der euch verwirrt und alles mit sich reißt -
Nur nicht von euren Augen alle Schuppen!
Marschiert ihr nun in Chemnitz und in Halle…,
Ihr findet doch nur als Parade statt,
Denn das, was jeder da von euch im Kopfe hat,
Man nennt es Dum(pf)mheit wohl in jedem Falle!
Weil wieder predigt ihr den Hass
Und wollt die Menschheit spalten -
Statt schlicht an Recht und Ordnung euch zu halten,
Wähnt ihr das Volk zu sein und träumt vom völkisch-deutschen Pass!
Ihr habt die Trümmerwelt im deutschen Wahn vergessen,
Von Schuld und Sühne ist die Rede nie,
Ihr brüllt nach deutscher Größe selbstvergessen;
Ich hoff ihr schießt euch nur ins eigne Knie!
Ihr wollt die Uhren rückwärts drehen
Und stemmt euch gegen die Vernunft.
Dreht an der Uhr und doch: die Zukunft
wird euch als ewig gestrig sehen!
Wie ihr’s erträumt, wird Deutschland nicht erwachen,
Denn ihr bleibt dumm, nicht auserwählt!
Die Zeit ist nah, da man erzählt:
Das war’s: ein Staat ist mit Idioten (und auch der AfD) halt nicht zu machen!
Wer wir sind, und was wir tun? An alle, die ein Wählervotum für die AfD erwägen
Diese Frage habe ich mir schon im Rahmen meiner Kästner-Adaption gestellt!
Wer wir sind?
Wie können wir das wissen?
Wer wir sind als Kind?
Schaut euren Eltern ins Gewissen!
Gewiss kann heute jeder seh‘n
dass – wo die Seele grob verroht,
wo Solidarität und Mitgefühl vergeh‘n
ein steter Kreislauf droht.
Klaus Theweleit* ruft in die Runde: *um diese Begriffswahl nachvollziehen zu können bitte diesen Link bemühen)
„Seht dort, die halb-gebor‘ne Brut*,
wie ein Fanal trägt sie die Wunde,
verwandelt sie in rohen Hass und Wut.
Was heißt hier: halb-gebor'ne Brut?“
Nicht jedes Kind wird angebrüllt, geschlagen,
alleingelassen – ohne Zuspruch, ohne Mut,
auf sich gestellt in allen Lebenslagen!
Du meinst, es fehlt an Liebe und an Wärme –
vielleicht ganz schlicht: an Urvertrau'n?
Und Angst schürt das Gelärme?
Worauf soll man denn bau'n?
Ja, Angst bereitet immerfort den Grund,
mit dem beginnt die Welt sich aufzulösen,
- nur noch Fragment, kaputt und wund -
wer sind die Guten, wer die Bösen?
Natürlich ist es leicht, die Bösen auch zu packen,
in einer Welt, in der das Fremde droht.
Wir sind es nicht! So brüll(t)en immer schon die rechten Spacken.
Und sehen ab von sich – reflexhaft und verroht.
Und brüsten sich als singulär und arisch,
als einzigartig grenzt man and're aus.
Und geht ein Fremder fehl, dann ist das exemplarisch,
und alle Fremden müssen raus!
Der eigne Körper wird zur Waffe,
gestählt und taub negiert er jeden Schmerz.
Und nur ein Feind nimmt an, da klaffe
tief in uns ein triefend-blutend Loch im Herz.
Und immer wieder frag ich nach den Müttern.
Wer gebiert denn einen Hurensohn?
Es müsst ihr Herz und den Verstand erschüttern,
wenn Söhne würdelos verlieren sich in blankem Hohn.
Wer glaubt denn heute noch der Haarer
und lässt sein Kind verwahrlost schrein?
Es müsst ein Schmutzfink sein von Pfarrer,
gewissenlos im Anblick fremder Pein.
"Mütter, die im Schoße tragen
Ein hart Geschlecht, das wie aus Erz geschweißt
Und ohne Knechtsinn, bänglich zagen
Sich kühn den Weg zum neuen Aufstieg weist?
Wollt ihr wirklich wieder
Mütter, die nicht abseits stehen,
Wenn blonde Söhne ruft der Kampfesschall,
Die schützend im Gebet zur Seite gehen
Und segnend Hände breiten überall?
Ja, wollt ihr wirklich wieder
Mütter, die da opfernd geben,
Was sie genährt mit ihres Leibes Blut.
Und wenn der Wunde tiefste schlug das Leben
Sich selbst verströmen in der Liebe Glut?" **
**den Urheber/die Urheberin dieser rot gesetzten Zeilen konnte ich nicht ermitteln
Hört doch Björn, den Höcke reden,
hört des Krahs Gekräh!
Ich frage von euch jeden:
Wollt ihr's wirklich wieder flink und hart und zäh?
Schluss mit eurem billigen Protestgehabe,
ein jeder weiß und hat gewußt -
ein jeder, auch die letzte Schabe,
wer sich bedient und labt an eurem Frust.
Steht auf und nehmt das Leben in die Hand,
steht ein für eure Sache,
ihr lebt in einem freien Land -
schon sieht sie sich - die AfD - als Wache.
Wollt ihr den totalen Sieg
zum Preise eurer Freiheit?
Wenn nicht, dann seht ihn endlich - ihren Krieg,
mit dem sie spalten uns're Einheit!
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Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz
Anzeigentext für's Gölser Blättche
Franz Josef Witsch-Rothmund – Koblenz-Güls
Ich bin 74 Jahre alt und habe mein Lehrerberufsleben lang Sozialkunde als Fach unterrichtet und mich 25 Jahr um politische Bildung in der Lehrerausbildung bemüht. In der ZEIT vom 12. Februar 2026 lese ich im Dossier (S. 13): „Gymnasiasten, die Hitler feiern oder Waffen bauen. Lehrer, die nicht mehr weiterwissen. An Schulen überall in Deutschland kippt gerade etwas – ins Rechtsextreme.“ Während meiner Studienzeit in Koblenz wurde ich ins linksextreme Lager eingeordnet und musste mich wegen vermeintlichen Landfriedensbruch, Beleidigung und Nötigung vor dem Landgericht Koblenz verantworten. Ich schreibe dies hier bewusst auf, da ich nachvollziehen kann, dass der Identifikation mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unserer Republik durchaus ein Lernprozess zugrundliegen kann. Um diesen Lernprozess werbe ich heute mit meiner Anzeige. Mit Erich Kästner frage ich daher: Wie kann das sein? Gut 80 Jahre nach dem Ende des „Tausendjährigen Reiches“ – verbunden mit dem Zivilisationsbruch schlechthin (Holocaust) – frage ich, wie heute in Deutschland eine Partei an Zustimmung gewinnen kann, die in ihren Reihen Rechtsradikale und Faschisten duldet - politische Akteure, die mit ihren Umvolkungs- und Deutschtumsphantasien keinen Hehl daraus machen, dass sie insbesondere die Artikel 1 und 3 des Grundgesetzes radikal in Frage stellen? Wer die AfD wählt, muss sich darüber im Klaren sein, dass die Herren Krah und Höcke, um nur die bekanntesten zu nennen, unserer Republik ein anderes Gesicht geben wollen; ein Gesicht, dessen Spiegelbild Züge jener Fratze trägt, die wir mit Hitler, Himmler und anderen Nazi-Größen verbinden. Mit Erich Kästner, dessen Bücher 1933 von den Nazis verbrannt worden sind, und der nicht nur Das fliegende Klassenzimmer, Das doppelte Lottchen oder Drei Männer im Schnee geschrieben hat, frage ich deshalb (Vorabdruck aus meinem Lyrischen Klärwerk - erscheint im Herbst 2026):
Erich Kästner: Wie kann das sein?
Wie kann das sein?
Mein Kopf sagt nein!
Mein Herz will schrein!
Wir sind die Kinder, die Enkel jener Schinder,
deren widerlichster sprach: zuerst die Kinder!
In Posen nahm er* sie beim Wort *Heinrich Himmler (Reichsführer SS)
und sprach von Anstand vor den Schloten.
Sie schufen jenen Ort*, *Auschwitz
belebt von Henkern und von Toten.
Sie hielten sich daran und töteten (zuerst) die Kinder!
Die Herrenrasse sagt: der Freund! - der Feind!
Und Carl der Schmitt* ermuntert sie, das Fremde auszumerzen. *Kronjurist der Nazis
Der Herrenmensch marschiert im Wahn vereint
enthemmt, bar jeder Regung noch im Herzen.
Er mordet, was im Wege steht und tötet immer auch die Kinder - (zu allerst) die Kinder!
Und Schinder wachsen nach – aus Blubo und aus BrauSi* *(Blut, Boden, Brauchtum und Sippe)
Der Abschaum pflanzt sich fort, gebiert den Bastard,
der tackert sich die Ahnentafel auf die Stirn;
hat ne Kloacke dort, wo andre haben Hirn.
Wer glaubt, dass die mal waren Kinder?
Nie wieder! Wer versteht das nicht?
Spricht RvW* doch von Befreiung! *Richard von Weizsäcker
Und Willy Brandt kniet nieder und bittet um Verzeihung;
bekennt sich zu den Grenzen – zum Gewaltverzicht!
Wie kommen BluBo, BrauSi in das Hirn verführter Kinder?
Wenden wir’s mal kämpferisch mit Erich Kästner!
Der dichtete – bevor die Erste Republik zusammenbrach – das Marschliedchen
Und irrte sich fatal, der Kästner Erich!
Denn die SS marschierte bis nach Stalingrad und Auschwitz hörte ihre Liedchen.
Wir machen's besser – ein Ruck geht durch die Republik.
Nie wieder? Ja, das ist wohl heute, wir machen es publik!
Wir hören noch den Kästner rufen – nach über neunzig Jahren
und sind uns sicher, dass wir wachsam und auch klüger waren!
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Alternde Männer - Alte Männer - Männergesundheit?
2020 habe ich diese Etikettierung bereits bemüht, um darauf aufmerksam zu machen, dass sich nicht nur die Welt verändert, sondern auch wir in ihr. 2023 habe ich - ein Jahr, nachdem ich die 70 überschritten hatte - Eckhart Hammers 2015 in der Familiendynamik (4/2015, Seite 286-295) veröffentlichten Beitrag: Schlaglichter auf das Alter(n) des Mannes erneut aufgegriffen, um in unseren Diskurs empirische, geordnete und systemisch begründete Wissenselemente einzubeziehen; in unseren Diskurs? Seit 2018 gibt es eine Männergruppe, die sich pensionistas nennt. Neben den Weltläuften in ihren politischen, sozialen und kulturellen Ausprägungen gewinnen Aspekte von Gesundheit - Männergesundheit - mehr und mehr Anteile im Rahmen unserer montäglichen Treffen; in einem immer scharf gerahmten Zeitfenster von 10-12 Uhr. Das uns verbindende Motiv ist formal mit unserem Austritt aus dem Berufsleben gegeben. Immer wieder gehören auch Gäste zu unserer Runde. Ein gern gesehener Gast war unter anderen Rudi Krawitz.
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Joachim Meyerhoff und Simon Verhoeven: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
Ich gehe selten in's Kino - auch diesmal eher genötigt. Wie so häufig war ich der Auffassung, meine Lektüre nicht durch eine filmische Inszenierung stören zu lassen. Nun bekenne ich mit diesem Blog-Eintrag, dass es überaus lohnend sein kann, sich der unangenehmen Situation einer intimitätsfeindlichen Kino-Konstellation auszusetzen - ich war verwundert über eine beträchtliche, so nicht erwartete Publikumsresonanz. Andererseits haben Joachim Meyerhoff und Simon Verhoeven sich diese Resonanz redlich verdient! Natürlich kann Kino einerseits nicht, was die Prosa-Aussetzung kann. Aber es kann andererseits so ungleich viel mehr. Was mich bei Simon Verhoevens Inszenierung gleichermaßen fasziniert hat, war einerseits das präzise Spiel der Schauspieler und andererseits die gelungene drehbuchmäßige Adaption eines Stoffes, von dem anzunehmen war, dass es doch mit Blick auf 136 Minuten (das sind immerhin zwei Stunden und 16 Minuten, also das, was man gemeinhin Überlänge nennt) einer Quadratur des Kreises gleichkäme, diesem Stoff gerecht zu werden.
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Dietmar Kamper und Rudi Krawitz
Dietmar Kamper und Rudi Krawitz wirken im Rückblick ebenso abgeklärt wie Julian Barnes.
Der nachfolgende Beitrag ist bereits 2016 - vor fast zehn Jahren - Blog-mächtig geworden. In Kurz vor Schluss (Koblenz 2017) ist er als Beitrag 67 (S. 590-597) berücksichtigt. Ich habe ihn heute morgen noch einmal gelesen und mich der Gespräche mit Rudi erinnert. Er kannte und schätzte Dietmar Kamper. Rudis pädagogisches Credo soll hier mit zwei zentralen Hinweisen verdeutlicht werden. Er vertrat die Einheit von Leib, Seele und Geist, indem er einerseits forderte (Hervorhebungen FJWR):
"Allein eine pädagogische Praxis, in der der Leib ausdrücklich zugelassen ist, kann Kindern sowohl das extensive (raumeinnehmende) Ausagieren ihrer individuellen Befindlichkeit wie auch die intensive (angestrengte) Auseinandersetzung mit der äußeren Welt möglich machen, so daß sie selbst in zunehmendem Maße erleben, in ihrem Leib wirk-lich in jeder Hinsicht (nach innen und nach außen) zu Hause zu sein (S. 300)."
und andererseits anmerkte:
