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Man kann beginnen, sich ernst zu nehmen, bevor es zum Ernstfall kommt -

Vom Flaneur ene schöne Jrooß an all os Flaneure

 

Man sagt, die Moderne sei voller Flaneure,

Man sagt, in der Moderne müsse sich der Mensch immer wieder neu erfinden!

(Schon die Biologie legt uns nahe, dass wir binnen eines Jahrsiebts zellulär nicht mehr DIESELBEN sind)

Wem begegne ich dann morgens im SPIEGEL?

"Wenn mich keiner mehr haben will", offenbar nicht nur einem zellulären FREMDLING!?

TOD - Eine Anleitung zum Widerstand?

Oder: "Man kann damit beginnen, sich ernst zu nehmen, bevor es zum Ernstfall kommt."

Selbstdenken - Eine Anleitung zum Widerstand von Harald Welzer (Fischer-Taschenbuch, 3. Aufl., Frankfurt 2014)

Harald Welzer schätze ich sehr - vor allem für seine Mitarbeit an "Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben" (gemeinsam mit Sönke Neitzel, 2008 - siehe dazu auch "mein 'Gespräch' mit Franz Streit"). Aus "professionellen" Gründen (siehe Uni-Blog: Grenzsituationen) habe ich mir ein kleines Kapitel ausgesucht (Tod, S. 208-211), von dem ich noch nicht umfassend verstehe, warum es in diesem Kontext Berücksichtigung findet. Denn mit Blick auf den Tod ist jeder "Widerstand" sinnlos.

Freundschaft III - Ein Plädoyer gegen die Liebe?

Rudi und der Kehrbruderschaft gewidmet

 Den folgenden Anknüpfungspunkt kann man nur verstehen und einordnen, wenn man zuvor Freundschaft I und Freundschaft II gelesen hat. Vor wenigen Tagen bekam ich von Rudi einen Texthinweis, den er selbst offensichtlich der sporadischen Lektüre der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung verdankt: http://www.faz.net/-gun-7tw7r "Egoistische Zweisamkeit - Warum der Mythos der Liebe eine Lüge ist - Ein Plädoyer gegen die Liebe" (von Markus Günther). Rudi hat mir diesen Beitrag zukommen lassen zur "Vervollständigung meiner Textsammlung". Dafür danke ich ihm natürlich und nutze die Gelegenheit, einige offene Fragen aus Freundschaft I und II wieder aufzunehmen:

Schamverlust - Vom Wandel der Gefühlskultur

Eine Selbstverortung

Nein, dies ist keine Rezension von Ulrich Greiners 2014 erschienener gleichnamiger Monographie (Schamverlust Vom Wandel der Gefühlskultur, Rowohlt Verlag, Hamburg 2014, 349 Seiten). Seine nicht als "Kulturgeschichte der Scham", sondern als "strukturelle Betrachtung" gedachte Auseinandersetzung fungiert hier vielmehr als "Steinbruch" für eine Selbsteintschätzung, eine Verortung in schwierigem Terrain. Zunächst bediene ich mich der archivarischen Leistung, die Ulrich Greiner hier in beeindruckender Weise vollbracht hat. Er versteht "die Literatur [als] hervorragendes Archiv, das die Wandlungen der Gefühlskultur sammelt und aufbewahrt (S. 21)." Den Komplex aus Schuld und Scham und Peinlichkeit zählt er "zu den stärksten Antriebskräften, die Literatur entstehen lassen: als Ausdruck eines unlösbaren Konflikts, als rückwirkende Schambewältigung, als Erklärungsversuch des Unverstandenen, vielleicht gar Unerklärbaren (S. 22)."

Wir müssen reden

Laptops, Smartphones, Tablets: Die digitale Technik verändert nicht nur unserer Kommunikation - sie verändert uns!

Unter diesem Titel erschien am 3. Mai 2012 in deutscher Übersetzung ein Beitrag von Sherry Turkle in der ZEIT (19/12, S. 11). Sherry Turkle lehrt(e) Soziologie am MIT (Massachusetts Institute of Technology). Sie ist unterdessen 66 Jahre alt, und setzt sich als (ehemalige) Protagonistin der digitalen Welt zunehmend kritisch mit den habituellen Folgeerscheinungen einer permanenten Online-Existenz auseinander.

Für ein Leben in einer digitalen Welt opferten wir zunehmend das "echte Gespräch". Ihre Befürchtung bezieht sich darauf, in absehbarer Zeit den "Übergang von echten Gesprächen zu digitalen Verbindungen" überhaupt noch zu bemerken: "Wenn wir uns darüber weiterhin keine Gedanken machen, werden wir irgendwann ganz vergessen, dass überhaupt ein Unterschied zwischen beiden Kommunikationsarten besteht." Der Glaube, dass die kleinen Häppchen der Vernetzung (E-Mail, Twitter, Facebook etc.) am Ende zu "einem riesigen Bissen wirklicher Kommunikation" führe, sei ein verhängnisvoller Trugschluss. Konversation von Angesicht zu Angesicht entfalte sich langsam. Sie lehre uns Geduld. Digitale Kommunikation hingegen erzwinge andere Verhaltensweisen: "Wir erwarten schnelle Antworten. Damit wir sie bekommen, stellen wir nur noch einfache Fragen."

   
   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund