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Im Gülser kirschgeschwängerten Schlaraffenland

Kirschpfannkuchen

Was mögen die Müllmänner denken? Die Beobachterperspektive von Müllmännern ist sicherlich eine der authentischsten, was die abartigen Seiten der Konsumgesellschaft angeht. Wenn du als aufmerksamer Beobachter durch die Gülser Gemarkung gehst, dann gewahrst du eine der anderen abartigen Begleiterscheinungen der modernen Gesellschaft. Neben einigen wenigen gepflegten Obstanlagen im Spalierformat, findest du auf dem Heyerberg gediegenen, alten Baumbestand, den man nur leitermäßig bearbeiten kann. Dort bleiben in guten Jahren Zentner von Kirschen und Pflaumen hängen; jetzt noch mehr, seit Rudi Krawitz seine täglichen Wege durch die Gemarkungen auf die andere Rheinseite verlegt hat. Auf unserem Weg über den Heyerberg strahlten und blitzten uns die  Kirschen nur so an und meinten: "Wo bleibt der Rudi? Wir vermissen seine feine Zunge, seine gierigen Blicke und seine zupackenden Hände. Wir würden seinem Gaumen so gerne schmeicheln. Sein Magen muss doch dort drüben auf dem Asterstein verkümmern und veröden!" Inzwischen kann ich unsere leckeren linksrheinischen, moselanischen Früchte beruhigen. Rudi hat geantwortet und lässt ausrichten, auch rechtsrheinische Kirschbäume trügen leckere Früchtchen.

„Abgehängte Decken" – eine Metapher für Familiengeheimnisse

Ich muss so um die 14 Jahre alt gewesen sein – Mitte der 60er Jahre. Meine Eltern hatten das Elternhaus meines Vaters umgebaut und modernisiert; nur die Raumhöhen entsprachen (noch) den ursprünglichen baulichen Gegebenheiten – so ca. 3,80 m im Erdgeschoss. Das wirkte ungemütlich und machte sich auch bei den Heizkosten irgendwie unangenehm bemerkbar. Mit Hilfe unseres Nachbarn, des Schachtmeisters Johann Jochemich und meines Schwagers Ernst, machte sich mein Vater daran, die Decken im Wohnzimmer und in der Küche abzuhängen. Mir fielen dabei bescheidene Handlangerarbeiten zu. Mittels Schlauchwaage und einer soliden Holzkonstruktion wurde die Raumhöhe um exakt einen Meter auf 2,80 m abgesenkt. Die Kabel für die Stromversorgung wurden von den jeweiligen Verteilerdosen – unsichtbar – über vorgesehene Bohrungen durch die nunmehr raumerniedrigende abgehängte Decke in Lüsterklemmen überführt, um auch im neuen kuscheligen Raumzuschnitt für angemessene Beleuchtung zu sorgen.

21. Juni 2014

Vor 20 Jahren in der Frühe des 21. Juni 1994 seid Ihr L O S G E W I N N E R (einer Tombola des SC 07) losgeflogen – von Bad Neuenahr mit einer viersitzigen Sportmaschine. Ihr seid bis nach Landshut gekommen, wo Euer Flugzeug um 10.04, wenige Kilometer vor dem Flugplatz, wie ein Stein vom Himmel gefallen ist. Die vier Insassen, unter denen Du - mein Bruder Willi - bist, sind auf der Stelle tot (siehe auch: Abschied von Willi)

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Sexuelle Allesfresser?

Ein kleines Beispiel aus dem Menü „Liebe, Sex und solche Sachen“ bzw. „Familie und Partnerschaft“ (ein Entwurf)

Frauen als „sexuelle Allesfresser“ – oder: Was hat die aktuelle Sexualforschung an neuen Erkenntnissen zu bieten?

„Warum Frauen mindestens so schnell erregt sind wie Männer – aber in unserer Gesellschaft dazu erzogen werden, ihre Lust zu verleugnen.“ Ein Interview mit dem Autor Daniel Bergner, erschienen in der Süddeutschen Zeitung am 13. März 2014 (Nr. 60/2014)

Tagebucheintrag – 18.3.2014: Das Wertvolle an den seit dem Jahr 2000 geführten Tagebüchern war die Melange zwischen ereignishafter Buchführung – wer, was, wann, wo, wie, mit wem, weshalb – und den sich davon abhebenden, darüber erhebenden Reflexionen bis hin zur Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen, philosophischen, literarischen oder journa-listischen „Ereignissen“ bzw. Anregungen. Eigentlich sollte ich genau da anknüpfen – allein mir fehlt die Frische und auch die Perspektive (das Vorhaben/Projekt eines Blogs könnte das vielleicht verändern?!). Ich erinnere mich an Susanne Gaschkes (inzwischen eine traurig-tragische Figur) mit Ironie und Weitsicht geschriebenes Essay zur „Wiederentdeckung der Doppelmoral“ (ZEIT, 1/99 vom 30.12.1998). Ich habe mich sehr anregen lassen und ihr Respekt gezollt, indem ich sie neben Luhmann, Fuchs, Barthes und vielen anderen im „Café-Hahn-Buch“ hab zu Wort kommen lassen.

Die Luhmannsche Lektion

Peter Sloterdijk spricht vom „Archipel Luhmann“, bei dessen Bereisung man auf dem Hintergrund nicht-identischer Lektüremengen irgendwann zu einer Art „Luhmanngrammatik“ finde, „aufgrund welcher man sich mit anderen Touristen in Luhmannland – und wohl auch mit wenigen wirklichen Einwohnern, sollte man sie treffen – doch halbwegs konsonant verständigen kann“ (Sloterdijk, in: Luhmann Lektüren, Berlin 2010, S. 93). Aber warum könnte es denn von Interesse sein, Luhmanns Archipel überhaupt zu bereisen und sich der „Luhmannschen Lektion“ auszusetzen (vgl. ebd. S. 92)? Siehe auch: "Gebrauche niemals den Imperativ!"

Peter Sloterdijk behauptet, dass Niklas Luhmanns Werk eine reale und radikale Vermehrung des Patrimoniums moderner Theoriekultur verkörpere… „Deswegen wird der Ausdruck ‚nach Luhmann‘ nicht eine von den üblichen Verabschiedungen vergangener Positionen im Fortgang des bloßen Zeitgeschehens bedeuten, sondern – dessen bin ich sicher – eine authentische Schwellenformel (ebd. S.92).“

Ein Jahr nach Niklas Luhmanns Tod – 1998 – strahlte der SWR2 unter dem Titel „Freiburger Vorträge – Niklas Luhmann – Beobachtungen der Moderne“ sechs Vorträge aus, von denen fünf endlich im Jahre 2010, herausgegeben von Wolfram Burckhardt, in einem vom Kulturverlag Kadmos edierten Bändchen: „Luhmann Lektüren“ erstmals in gedruckter Form erschienen sind.

   

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