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Was schulden wir unseren Eltern?

Was schulden wir unseren Eltern? Unsere Eltern sind tot. Also stellt sich die Frage nuanciert anders: Sind wir unseren Eltern etwas schuldig geblieben? Stefanie Flamm – ZEIT-Autorin – erweitert die Fragestellung in ihrem Beitrag um die brisante Zuspitzung, ob wir unseren Eltern überhaupt etwas schulden?

„Was schulden wir unseren Eltern? Vielleicht erst mal die Erkenntnis, dass das Alter für die meisten Eltern ein noch viel größerer Mist ist als für uns. Dass auch Sie in dieser Lebensphase, in der sie von umschmeichelten Silver-Agern zu Greisen werden, auf keinerlei Vorbilder mehr zurückgreifen können.

A.R. Bodenheimer - Verstehen heißt antworten (man sollte den Text von hinten nach vorne lesen)

"Fragen kann krank machen, sagen kann bewahren - selbst wenn der Tod schon vor der Tür steht. Sogar dann, wenn es der nukleare Tod ist, das Ende im atomaren Genozid. - Im Gespräch über diesen treffen wir, es ist nach Tschernobyl, eine Familie an, irgendwo rund um die Erde, und das Kind fragt: 'Was passiert, wenn die Atombombe losgeht?' Dieses Kind hat Eltern, denen Wahrheit die Deutlichkeit der Realität ist, nicht die bewegende Wirkung des Wortes. Und aus dem heraus, was ihnen als Liebe zur Wahrheit gilt, antworten sie ohne weitere Besinnung dem fragenden Kind: 'Dann sind wir alle tot.'

Kurt Tucholsky als Gallionsfigur der Pazifisten?

Eine Entgegnung auf einen Freund

Kurt Tucholsky allein als friedensbewegten Pazifisten zu verkaufen, das greift bei Weitem zu kurz: Ich sehe und verehre ihn in seiner Hellsicht, so wie er 1928 schon schreibt und zu vielfältigsten Formen des Widerstands aufruft:

"Wir verraten einen Staat, den wir verneinen, zugunsten eines Landes, das wir lieben, für den Frieden und für unser wirkliches Vaterland: Europa"

Drei Unheilige aus dem Abendland

Wladimir, wir kommen – wir kommen aus dem Abendland:
Wir bringen ein Plakat: Frieden schaffen ohne Waffen!
Und wir bringen Dir das verbriefte Recht auf Widerstand
mit der Anleitung zum Tyrannenmord
.

Wir bringen Dir noch mit die unheilige Sahra mit Knecht und Wagen;
auch sie kommt nur noch mit gekreuzten Beinen und spricht von Kriegsverbrechen.
Doch wir sind bereit zum Gang nach Canossa -
auf Knien kriechen wir die Stufen zum Kreml hinauf und bitten Dich um Gnade!

Putins Kriegslogik

Eines ist nach zwei Monaten Krieg gewiss: Russland entzieht sich politisch konsequent jener Metamorphose, die es historisch an Haupt und Gliedern erfahren hat. Es ist nicht bereit sich zum Status einer Regional- oder Mittelmacht zu bekennen. Russland bezieht sein Selbstbewusstsein und seine (maßlosen Ansprüche) aus einer Traditionalinie, die mit unerträglichen, historisch bedingten Großmachtsphantsien einerseits zusammenhängen und die sich aus seinem Status als Siegermacht des Zweiten Weltkriegs - so muss man die ehemalige Sowjetunion sehen - nähren.

   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund
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