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Demenztagebuch 19.8.2007-7.9.2007

Aktuelle Einlassung: 25.12.1015 (15.15 Uhr): Nein, ich öffne mit dem 19.8.2007 ein neues Fenster. Die nun folgenden Eintragungen machen einmal mehr deutlich, wie bescheiden, begrenzt und eigentlich unsinnig die Ausklammerung, die Ausgrenzung eines "Demenztagebuchs" aus dem lebendigen Fluss eines Tagebuches ist. Aber ich bin noch nicht so weit! Diskret ist, wer weiß, was er nicht bemerkt haben soll! Wie kann man die Welt ertragen - auch dann, wenn sie wieder einmal so richtig schwer ist? Heute - am 1. Weihnachtstag - war die Stimmung nach der gestrigen zumindest gleichmütigen Stimmung im Laubenhof bei meiner Schwiegermutter am Heiligen Abend - doch recht bedrückt. Anpassungsprobleme bei der Eingewöhnung im Laubenhof: Lisa ißt nicht, hat demzufolge keine oder nur bescheidene Verdauung - Anflüge von depressiver Verstimmung machen sich bei unserer 92jährigen Rekonvaleszentin bemerkbar. Der Laubenhof ist kein Krankenhaus; vielleicht hat sie sich im Brüderhaus einfach besser versorgt gesehen. Ich werde nachher - gegen den späten Nachmittag - einen Gang machen und nach ihr sehen. Sie klagt über Appetitlosigkeit.

Wie komme ich selbst damit klar? Beim Überfliegen meiner Tagebuchaufzeichnungen bin ich auf den Begriff der Anerkennung gestoßen. In meiner aktualisierten Weihnachtsgeschichte, stoße ich mit Fulbert Steffensky auf die besondere Fähigkeit, sich aus der Hand zu geben. Heute Morgen als ich versucht habe, Claudia meine Weihnachtsgeschichte vorzulesen, habe ich gesagt, dass meine persönliche Angst sich vor allem darauf beziehe, die Sprache zu verlieren und mit der Sprache die Fähigkeit zu einer halbwegs konsistenten Erinnerung! Schon am 19.8.2007 habe ich mich beruhigt mit einer Mischung aus sentimentalen und ironiefähigen Besänftigungen - mit Hilfe von Dietrich Schwanitz, der offenkundig selbst als so sprachmächitger Weltenerklärer einen rasanten Weg in die Demenz nimmt und ich glaube 2004 dann auch in einem Alter von Mitte sechzig verstirbt; über die "Unwahrscheinlichkeit des Normalen".

Dietrich Schwanitz: artifex mundi, in: Rudolf Stichweh, Hrsg.: Niklas Luhmann - Wirkungen eines Theoretikers, Bielfeld 1999, S. 55f.: "Wie die avantgardistische Kunst lehrt uns Luhmann, die Unwahrscheinlichkeit des Normalen zu sehen. Damit entautomatisiert er die Wahrnehmung und verfremdet das Vertraute. Liest man Luhmann, wird man überwältigt von der Unwahrscheinlichkeit, dass eine so prekäre Aktion wie die Kommunikation überhaupt gelingen kann. Er zeigt, dass sie wie der Tanz auf dem Seil einen ständigen Sieg über die Schwerkraft darstellt, ein fortwährend verhindertes Fallen und einen immer wieder vermiedenen Absturz. Die feine Körnung der Zeit lässt Konitunuität wie ein Wunder erscheinen. Und so enthüllt sich an der Gesellschaft das Tänzerische, Akrobatische und auch das Clowneske in der Art, wie im frühen Stummfilm immer wieder die gerade vermiedene Katastrophe gezeigt wird. Entgegen einem mir unverständlichen Vorurteil hat Luhmanns Optik die Kraft zu verzaubern. Es ist eine pulsierende, dynamische Welt, die man dabei zu sehen bekommt, in der die feinen Unterschiede sich im permanenten Tanz der Gesellschaft gruppieren und umgruppieren [...] Wem diese Kultur der verschwimmenden Gegensätze, der unklaren Abgrenzungen und allgemeinen Mischungsverhältnisse zwischen Politik, Moral und Lifestyle zu stickig wurde, konnte bei Luhmann die Abwehrkräfte finden, die sein Immunsystem stärkten. An Stelle des Pathos der Nähe pflegte die Systemtheorie Distanz, statt Engagement empfahl sie Skepsis, statt Emotionalität pflegte sie Sachlichkeit, statt Moral predigte sie Verhaltensweisen, statt Grundlagen bot sie Bodenlosigkeit, statt Fundamentalismus Relativismus, und an die Stelle der Selbstverwirklichung und des Kults der Authentizität setzte sie die Verkehrsformen der Höflichkeit und den Adel der Distanz."

Aktuelle Einlassung: 25.12.2015 (15.42 Uhr): Ja, auch mir hat dieser Paradigmenwechsel geholfen. Er sorgt in meinem Denken für eine andauernde Sauerstoffzufuhr. Aber er fusst - sozusagen im Wiedereintreten in die eigenen Verhältnisse - mit Blick auf Intimsysteme auf der Grundannahme, mehr noch der Grunderfahrung, dass es eine Systemebene gibt, in der die Hoffnungen mit der Peter Fuchs nachempfundenen Selbstbeschreibung auf der Möglichkeit einer "wechselseitigen Komplettberücksichtigung im Modus der Höchstrelevanz" ruhen! "Höflichkeit" und "Adel der Distanz" eröffnen sicherlich Möglichkeiten der Kommunikation - im vorliegenden Fall vor allem mit den professionellen AltenpflegerInnen im System der Pflege. Dort ist auch (professionelle) Sachlichkeit ein Gebot. Denn Lisa, meine Schwiegermutter - als zu Pflegende - muss lernen, sich aus der Hand zu geben. Und wir müssen es mit ihr lernen, bei dem gleichzeitigen - emotional zutiefst leitenden - Gebot, für ihr Wohlergehen das Menschenmögliche zu erreichen. Und daher sind die in meinen Tagebuchaufzeichnungen aus dem August 2007 vermerkten Hinweise von Dirk Baecker gleichermaßen zu bedenken. Denn eine völlige Selbstvermeidung ist schlechterdings keine Lösung.

"Der Rausch (in der Rezeption Luhmanns, FJWR) resultiert daraus, dass man immer etwas findet, wenn man fragt, was dahinter steckt, dass man jedoch zugleich für das, was man findet, nur Einschränkungen bei sich selbst findet: Man stößt auf sich selbst, wollte jedoch ganau das vermeiden. Der Rausch ist die Oszillation zwischen der Selbstentdeckung und Selbstvermeidung (Dirk Baecker, In Stichweh, siehe oben, S. 39)."

Demenztagebuch 25.8.2007 (14.00)

Heute wird Karla, mein Patenkind, die Tochter von Michael und Barbara, das Enkelkind von Ulla (meiner Schwester) und Ernst (ihr geschiedener Mann und mein Ex-Schwager) drei Jahre alt.

20.45 Uhr: Es war eine schöne Geburtstagsfeier dank der kleinen, lebendigen Karla. Die wechselseitige Nichtbeachtung/Missachtung der Großeltern wirkt schon grotesk, und sie offenbart eine tiefgreifende, strukturelle Unreife. Ganz nebenbei muss und will ich an dieser Stelle einmal schlicht feststellen, wie defizitär sich alle Bemühungen darstellen, die Wolfgang Klafki in seinen Bemühungen um "Allgemeinbildung heute" unter den "epochaltypischen Schlüsselproblemen" - und hier unter dem Kapitel "Ich-Du-Beziehungen" -anspricht. Hier nimmt alles seinen Anfang und strahlt aus. Es entscheidet sich an den beziehungsgestaltenden Grundfähigkeiten, inwieweit jemand zu sich selbst kommt und vor allem inwieweit er befähigt ist - im Sinne einer sozialen und emotialalen Intelligenz -, Beziehungen auch unter belasteten bzw. belastenden Vorzeichen zu gestalten. Bezogen auf die heute wieder einmal mehr erlebte Situation ist dies beschämend und letztlich perspektivisch - für Karla - und für alle anderen Beteiligten belastend und wenig aussichtsreich.

Im Hintergrund tönt - auf dem Heyerberg - der Musikantenstadl. Das ist schwer erträglich, zumal man hier faustdick und drastisch die Verlogenheit einer volkstümelnden Heile-Welt-Haltung musikalisch aufgenötigt bekommt. Da wird auch Leo noch einmal wach - jemand, der mir nahe ist, jemand, der sich als unfähig erwiesen hat, seine familialen Verstrickungen zu Lebzeiten zu klären und zu befrieden. Aber es ist gerade die heile Familienwelt und die Heimatliebe, die den Motor dieser Scheißmusik antreibt; vermutlich als ausgeprägtes Sehnsuchtsprojekt und -quell, der natürlich auf dem Hintergrund vielfach zerrütteter familialer Strukturen Defizite kompensieren soll.

Demenztagebuch 27.8.2007 (0.37 Uhr)

Ja, das war ein schöner, ruhiger, offener, sensibler und gnadenvoller Einstieg in den 51sten Geburtstag Claudias. Die Dramaturgie, die Inszenierung, die Geschenke, das Gedicht - es hat soviel Authentizität und Überzeugungskraft. Und es kommt etwas zu sich selbst, was sich vorher oft im Wege stand: Die feste, eine Liebe, die durch so viele Feuer gegangen ist, die gestärkt und gehärtet erscheint - sie nimmt ihren festen Platz, alles andere hat hier keine Bedeutung:

"Die Eifersucht will den Gegenstand ihrer Befürchtung vernichten. Dem Ehrgeizigen liegt das fern; er will vor allem, dass der Gegner Zeuge seines Triumphs werde (Stendhal, 1783-1842)."

Demenztagebuch 28.8.2007

Die Geburtstagsfeier ist vorbei; immerhin mit Rudi, Reinhard, Herbert und Uschi, Inge und Harald, Gisela, Yvonne, Christoph, Laura und Anne + Frank Udo war das eine ganz ansehnliche Runde mit Rosen über Rosen, die meisten und die schönsten von Frank - ich glaube 26. Es ist - so merkwürdig das klingt - Ruhe eingekehrt. Zwar deutet sich wohl an, dass Frank eher aus seiner Ehe hinausgeht, aber mehr als "moralischen Beistand" holt er sich wohl bei Claudia nicht, und mehr ist wohl auch nicht bereit zu geben. Aber das ist ja auch schon eine ganze Menge - und signalisiert eine durchaus merkwürdige '"Gemengelage".

Zitat des Tages: "Ein weiser Mann scheut das Bereuen, er überlegt seine Handlungen vorher (Epicharmos 550 v.Chr. - 460 v.Chr.)."

Es folgt eine Reihe von Zitierungen:

  • "Die Unwahrscheinlichkeit der Liebe - dass jede Geste, körperlich wie verbal, zur Beochachtung, ja sogar zur Beobachtung der Beobachtung von Liebe zu dienen hat - wird in der Ehe zur Pathologie (Niklas Luhmann, in: Die Gesellschaft der Gesellschaft, S. 346)."
  • "Gegen die Instabilität intimer Beziehungen bietet aber auch die automatisierte Ehe keinen Schutz, eher im Gegenteil: Hier kann die wechselseitige Dauerbeobachtung die Passion geradezu ins Krankhafte steigern. Man sieht, dass Beziehungen, die auf unbegrenzte Haltbarkeit angelegt sind, höchste Ansprüche an das symbolisch generalisierte Kommunikationsmedium Liebe stellen. Das Unwahrscheinliche muss über Lernprozesse und Enttäuschungsverarbeitungen aufrecht erhalten werden (Christian Schuldt, Systemtheorie, Hamburg 2003, S. 73)."
  • "Unter Luhmannscher Optik ist Liebe also kein Gefühl, sondern ein Kommunikationscode, nach dessen Regeln man Gefühle ausdrücken kann (ebd., S. 74)."
  • "Wer liebt, stellt sein Handeln ganz und gar auf das Erleben der geliebten Person ab. Alles, was für sie von Bedeutng ist, ist auch für den Liebenden von Bedeutung, es gibt nichts, was nicht von höchstem Interesse wäre (ebd., S. 75)."
  • Das Besondere (und wenn man will Tragische) der Liebe liegt in dieser Asymmetrie, in der Notwendigkeit, auf Erleben mit Handeln zu antworten und auf Schonbebundensein mit Sichbinden (Niklas Luhmann, Liebe als Passion, S. 26)."
  • "Eine Aussage wie: 'Ich liebe dich aufrichtig' stellt sich gerade durch die Betonung von Aufrichtigkeit unter Unaufrichtigkeitsverdacht. Diese Entdeckung der 'Inkommunikabilität' von Authentizität war (und ist) eine Grenzerfahrung für die Liebeskommunikation... (Schuldt a.a.O., S. 77)."
  • "Der symbiotische Mechanismus von Intimbeziehungen ist die Sexualität. Luhmännisch gesprochen ist Sexualität eine Art wechselseitiges Körpererleben, das auf gegenseitigem Begehren und Begehrensbegehren basiert. Die Wahrnehmungsstruktur ist vor allem zirkulär (Schuldt, ebd.)."
  • "Im körperlichen Zusammenspiel erfährt man, dass man über das eigene Begehren und dessen Erfüllung auch das Begehren des Anderen begehrt und damit auch erfährt, dass der Andere sich begehrt wünscht (Niklas Luhmann, in: Soziologische Aufklärungen, Band I, S. 116)."

Demenztagebuch 1.9.2007

Wir schreiben also den 1. September - von da aus kann ich schon besonders deutlich sehen, wie wir uns von der Sonne "entfernen" - noch 3 Monate und 21 Tage trennen uns von der längsten Nacht und dem kürzesten Tag. Wir haben Wochenende - gestern hat die TUS unseren Tag bestimmt. Das lang erwartete Derby mit dem 1. FC Kaiserslautern endete 2:2, unter dem Strich enttäuschend. Heute Morgen ist Claudia mit Rudi nach Mutterstadt gefahren - zu einer Teppichauktion. Das ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie zwei Interessierte etwas besser miteinander unternehmen können als ein Interessierter und ein völlig Desinteressierter (die Höchstrelevanz hat auch Grenzen). Rudis Geliebte stößt in Mutterstadt dazu, und ich hoffe, die drei haben ein bisschen Spaß bei ihrer Unternehmung.

Ich sitze im Da Vinci und warte auf Winfried Rösler, fahre dann nach Güls und löse Marlena auf dem Heyerberg ab. Wenn das Wetter es zulässt, gibt es dann noch einen kleinen Spaziergang mit Biene. Ist das Leben doch langweilig - meinen Kopf lasse ich jetzt in Ruhe: "Ob ich meine, was ich sage, weiß ich nicht. Und wenn ich es wüsste, müsste ich es für mich behalten." Ja, selbst in diesem Tagebuch habe ich jetzt keine Lust, mich mit dem auseinander zu setzen, was auch in mir ist.

"Ehe heißt Ordnung; sie ist der älteste und schönste Orden, den der Schöpfer selbst gestiftet und mit seinem Segen beehrt hat (Johann Gottfried Herder (1744-1803)."

Aktuelle Einlassung (27.12.2015 - 11.24 Uhr): Ich gehöre diesem Orden nun auch schon 34 Jahre an -
unter dem dicken Strich ein Segen. Claudia ist soeben auf dem Weg in den Laubenhof. Wir beginnen Routine zu entwickeln. Gemeinsam mit den Kindern teilen wir uns die Aufgaben - natürlich mit dem Hauptanteil bei uns: Claudia mittags, ich nachmittags und die Kinder zwischendurch oder kooptiert. So vorgestern Mittag Laura mit Claudia; dies war bislang der Tiefpunkt. Lisa, meine Schwiegermutter demotiviert, unpässlich lund leidend. Gestern, am Spätnachmittag war Anne mit mir bei ihrer Oma, und das Blatt hatte sich wieder gewendet. Lisa war entspannt(er). Ich gewinne den Eindruck, sie lebt sich ein, fügt sich auch ein Stück weit. So gestern Morgen kurz für eine halbe Stunde, in der wir Lisa zum ersten Mal im Rollstuhl durch die Gänge ihres Wohntracktes geschoben haben. Den Radius werden wir in den nächsten Tagen auf den Außenbereich im Südwesten von Güls ausweiten.

Demenztagebuch 7.9.2007

Jetzt ist etwas Merkwürdiges geschehen. Ich habe mir die vor Tagen begonnenen Aufzeichnungen zu einem neuerlichen Versuch eines Metatagebuches durchgelesen und habe zum ersten Mal das Gefühl, die klare Vorstellung, etwas formuliert zu haben, das mir selbst - also auch im Bemühen um Selbstverstehen hilfreich erscheint. Bei der Vorläufigkeit, mit der dies der Fall ist, könnte man sich immer wieder erneute Anläufe vorstellen und auf diese Weise eine Schachtelung von Selbstabsonderungen, die doch noch so etwas sichtbar machen könnten, wie einen Prozess, etwas Selbst- und Rückbezügliches, das andere Blicke zulässt.

Ganz offenkundig wird dies im Zusammenhang mit den von mir sogenannten "Seitensprüngen". Es gibt diese "Seitensprünge" als faktiche Seitensprünge nur in einem Fall. Und gerade dieser Fall offenbart so sehr überzeugend, wie etwas nunmehr gewesen sein kann, belebend war, Spuren hinterlassen hat, aber eben in der Gegenwart keine Rolle mehr spielt und dass die Handlungsspielräume in der Beziehung zu Claudia einen Umfang annehmen, den sie in 25 zuvor vergangenen Jahren nie auch nur annähernd gehabt haben. Aber dies liegt natürlich auch entscheidend an den nunmehr deutlich wahrnehmbaren Veränderungen Claudias. Ich nehme Veränderungen wahr im Sinne von (Selbst-)Befreiungen. Die psychischen Belastungen, die mit dem Heyerberg - mit der Situaion ihres Vaters - verbunden sind, haben sich nicht verändert, aber Claudias Umgang mit ihnen sehr wohl. Als eine Frau, die Männer faszinieren kann, nimmt sie sich anders wahr, und sie geht offensiver mit ihren Außenwirkungen um - auch mit ihren Wünschen .

So bleibe ich getrost dabei, dass wir gemeinsam, vermutlich aber auch jeder für sich, die beste Phase unseres Lebens erleben. Möglicherweise kam die Krise vor zehn Jahren als individuelle, aber auch als Beziehungskrise zur "rechten Zeit". In ihren Chancen, in der Bewältigung, in den resultierenden Veränderungen hat sie tatsächlich Fenster und Türen geöffnet, die ansonsten verschlossen geblieben wären. Wie leicht lässt sich dies rückblickend feststellen, wie bedrohlich und aussichtslos stellte sich dies dar aus dem Blickwinkel desjenigen, der sich mitten im Auge des Taifuns befand!

Ich spüre im Übrigen, wie sehr wir inzwischen Herbst haben, gegenwärtig einen Herbst, der durch Kühle und Eintrübung nicht so belebend wirkt. Ich sitze immerhin im Außenbereich bei Brustulon auf dem Jesuitenplatz; hatte eigentlich eine Verabredung mit Klaus Göring, der immer noch lebt, der mich vor 1 1/2 Jahren schon gefragt hat, ob ich zu seiner Beerdigung kommen würde. Es ist sicherlich erstaunlich, dass er mit seinem Kehlkopf-Karzinom noch lebt, nicht mehr dazu in der Lage mündlich zu kommunizieren - nur noch mit Stift und Schreibblock (im Dezember haben wir Klaus Göring beerdigt, Jahrgang 1956, einer von schon so Vielen aus meiner Kindheit, Jugend und Schulzeit).

 

   

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