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Aus der Geschichte lernen - Über die Rolle der Erziehung in der bundesdeutschen Erinnerungskultur

Angesichts der aktuellen Vorgänge in Thüringen, auf die in der Folge auch Bezug genommen wird, stellt sich die Frage, ob es aktuell Anlass zu einer Besorgnis gibt im Hinblick auf die Grundannahme, dass wir Deutsch aus der Gechichte gelernt haben? Denn Wolfgang Meseth stellt in der Einleitung zu seiner Dissertation noch fest:

"Gerade angesichts der Selbstverständlichkeit, mit der etwa die Diskussion um die Restitution der deutschen Nationalstaates nach 1945 oder die bis in die Gegenwart hinreichenden Debatten um die Zukunft der Erinnerung kontinuierlich als Herausforderung von Erziehung geführt wurden bzw. geführt werden, wäre zu untersuchen, welchen Anteil diese pädagogische Aspiration, von der die Erinnerungskultur seit ihren Anfängen getragen wird, für die Ausbildung einer relativ stabilen nationalen Identität gehabt hat."

Aktuelle Einlassung vom 25. Januar 2020

Das ganze Wagnis dieses Unterfangens "Demenztagebuch" wird offenkundig, indem ich hier feststelle, dass ich dieses Vorhaben vor mehr als zwei Jahren unterbrochen habe - ohne dies absichtsvoll zu tun. Die Zäsur in 2017 liegt in der seit dem Juli 2017 vereinbarten vollstationären Pflege meiner Schwiegermutter im Seniorenzentrum Laubenhof in Koblenz Güls. Ein und ein halbes Jahr hatten wir meine Schwiegermutter nach ihrem Oberschenkelhalsbruch (am 11.12.2015) - nach dem Einbau eines Treppenlifters - versucht in unsere Familie zu integrieren. Erst nach ihrem Armbruch im Mai 2017 haben wir uns entschlossen, diesen Versuch abzubrechen und uns um eine vollstationäre Unterbringung im Laubenhof zu bemühen. Der Ausgangsimpuls zu diesem Demenztagebuch hängt mit meinem Schwiegervater zusammen, der am 8.3.2010 verstorben ist. Biografie- und demenzdaynamisch liegt noch eine weite Wegstrecke vor uns.

Wissen wir es nicht besser?

Ich weiß nicht, ob der nachstehende Leserbrief veröffentlicht wird. Deshalb auf diesem Wege.

Lieber Rudi, wir haben viele Schlachten gemeinsam geschlagen und viele gemeinsam verloren (sieh Dir den jämmerlichen Zustands des von Dir aufgebauten Instituts an der Uni Koblenz an). Im Rahmen eines Leserbriefs lassen sich die solidaritätsträchtigen und die differenten Aspekte nicht wirklich darlegen. Meine Position zu einem unerträglichen Inklusionsgelaber habe ich ausführlich vor zwei Jahren in drei Aufsätzen formuliert, die seinerzeit der rosaroten Brillen-Perspektive Peter Rödlers galten. Sie sind veröffentlicht in "Kurz vor Schluss", und sie sind als Einzelbeiträge dokumentiert im Rahmen dieses Blogs: In Sprache mutiert Gesellschaft (Inklusion I)Hier geht es um die begrifflichen Unterscheidungen, um einmal seriös darzulegen, inwieweit es einen Unterschied macht, Inklusion zwischen Politik-, Wissenschafts- und Erziehungssystem zu buchstabieren.

J'accuse - im Namen Heinrich Gerlachs - J'accuse

Ich lese Heinrich Gerlachs "Durchbruch bei Stalingrad" zum zweiten Mal. In meiner Skizze zu der Frage, ob Alexander Gauland eine Drecksau sei, habe ich angedeutet, warum ich den Flachpfeifen der AfD Heinrich Gerlachs Roman zur Pflichtlektüre verordnen würde - vermutlich eine maßlose Überforderung, da sämtliches Gehirnschmalz verbrannt wird bei dem Versuch dem Deutschen Volk wieder Selbstbewusstsein einzuhauchen -  verbunden mit der Gaulandschen Volte, angesichts der Leistungen der Deutschen Wehrmacht wieder Stolz empfinden zu können. Ich beantworte heute diese ach so schlicht daher kommende Verführung, Stolz zu empfinden, indem ich 1. den historischen Referenzrahmen betone, in dem sich die handelnden Akteure befanden und indem ich 2. Zeitzeugen zu Wort kommen lasse, die dem Versuch Stolz zu empfinden auf die Leistungen deutscher Soldaten in einem verbrecherischen Krieg früh schon jeglichen Nährboden entziehen. Wie bereits im Beitrag zu Heinrich Gerlachs Roman "Durchbruch bei Stalingrad" bemerkt, galt dieser Roman seit 70 Jahren als verschollen und wurde erst 2012 von dem deutschen Germanisten Carsten Gansel im staatlichen russischen Militärarchiv entdeckt und in mehrjähriger Arbeit für die Herausgabe im Jahr 2016 vorbereitet.

Nochmals: Alexander Gauland – eine Drecksau?

Erster Teil - cum ira et studio                                                                                      

Vermutlich ist es eine Marotte, weil ich zum Schluss immer Papier und einen Bleistift in der Hand haben muss. Auch wenn der Beitrag nur virtuell im Rahmen meines Blogs erscheint, muss ich ihn vorher auf Papier angesehen und korrigiert haben. Das Schreiben ist zu meiner zweiten Natur – gewissermaßen zu einer zwischen Amüsement und Verzweiflung pendelnden Überlebensgeste geworden. Auf diese Weise lässt sich ein Abstand erzeugen – verbunden mit der Hoffnung die häufig aufkeimende Wut einzudämmen. Mehr noch taugt dieser akribische Vorgang, bei dem Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort seinen Weg aufs Papier finden muss, dazu die eigene Gedankenflut einzudämmen, sie zu überdenken und halbwegs in eine Ordnung zu überführen.

   
© ALLROUNDER & FJ Witsch-Rothmund
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