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Jean Baudrillard - Das leichte(re) Leben

29. August 2018

Wer hätte denn gedacht, dass ich mir selbst in meinem Tun fragwürdig werden könnte. In meinen Händen halte ich einen Haufen Papier, beschriebene Blätter; der gemeinsame Erinnerungsschatz, den Lisa - meine Schwiegermutter und ich zusammengetragen haben. Nun rutsche ich gemeinsam mit ihr in jene Nische ohne Wiederkehr, die ich doch gerade zudecken bzw. wieder begehbar machen wollte.

Jean Améry spricht von den "drangvollen Herausforderungen des Daseins und namentlich des Zeitvergehens, in dessen Strom wir mitschwimmen und uns selber ertrinken zusehen; Stück um Stück unseres Ich wird schon weggeschwemmt, wenn die Erinnerungen verblassen und die Realität unserer Person schließlich in einen Strudel gerät, der uns in die Untiefen reißt (Jean Améry: Hand an sich legen Diskurs über den Freitod, Stuttgart 1976, S. 68f.)."

Das heutige Gespräch mit meiner Schwiegermutter verlief in etwa so:

Ich: Nun, liebe Lisa, hast Du in der letzten Nacht etwas (Schönes) geträumt?

Lisa: Ja (ich horche auf, eine Frage, die sie sonst immer konsequent verneint) ich habe von euch geträumt!

Ich: Von wem?

Lisa: Von Euch im Allgemeinen.

Ich: Hast Du auch von Leo geträumt (mit Leo war Lisa verheiratet)?

Lisa: Wer ist das?

Ich: Dein Mann, mit dem warst Du 58 Jahre verheiratet.

Lisa: Ach was, das gibt es doch nicht. Dann haben wir uns aber gut verstanden!

Ich: Wenn ich tatsächlich so alt werden sollte, wie Du, dann möchte ich auch alles vergessen. Dann ist das Leben leichter!

Lisa: Ja, das Leben ist leichter!

Jean Baudrillard mag ein Spinner gewesen sein. Gleichwohl brennen sich mir seine Thesen gleichermaßen in Hirn und Herz. Er meint:

"In anderen gesellschaftlichen Formationen existiert das Greisentum als wirklicher symbolischer Angelpunkt der Gruppe. Der Status des Greises, der durch die Ahnen vollendet wird, ist der angesehenste. Die 'Jahre' sind ein realer Reichtum, für den man Autorität und Macht eintauscht, im Gegensatz zur heutigen Zeit, wo die 'gewonnenen Jahre nur zählbare Jahre sind: akkumuliert, ohne dass man sie eintauschen könnte (Mein Tod überall, mein Tod, der träumt, in: Jean Baudrillard, Short cuts, Frankfurt 2003, S. 92 - alle weiteren Zitate aus dieser Publikation)."

Die These Baudrillards, dass die verlängerte Lebenserwartung zu einer Diskriminierung des Alters führe, wirkt gleichermaßen verstörend wie plausibel. Diese Diskriminierung ergebe und entwickele sich aus einer konsequenten Diskrimierung des Todes. Das Gesellschaftliche habe hier ausgezeichnet gearbeitet und aus dem Greisentum ein gesellschaftliches Gebiet gemacht. Baudrillard beruft sich (a.a.O., S. 93) auf Max Weber, der feststellt:

"Abraham oder irgend ein Bauer der alten Zeit starb 'alt und lebensgesättigt', weil er im organischen Kreislauf des Lebens stand, weil sein Leben auch seinem Sinn nach ihm am Abend seiner Tage gebracht hatte, was es bieten konnte, weil für ihn keine Rätsel, die er zu lösen wünschte, übrigblieben und er deshalb 'genug' daran haben konnte. Ein Kulturmensch aber, hineingestellt in die fortwährende Arreicherung der Zivilisation mit Gedanken, Wissen, Problemen, der kann 'lebensmüde' werden, aber nicht: lebensgesättigt. Und weil der Tod sinnlos ist, ist es auch das Kulturleben als solches, welches ja eben durch seine sinnlose 'Fortschrittlichkeit' den Tod zur Sinnlosigkeit stempelt."

Also wird für uns, die wir Moderne oder meinetwegen Postmoderne erleben, genießen, aber auch erleiden, die Frage unausweichlich:

"Warum hat der erwartete und vorhergesehene Alterstod, der Tod in der Familie - welcher von Abraham bis zu unseren Großvätern als einziger einen vollen Sinn für die traditionelle Gemeinschaft hatte - diesen Sinn heute nicht mehr (a.a.O., S. 94)?

Die Moderne lässt Baudrillard aufscheinen in all ihrer Brutalität und Verachtung des Einzelnen, indem er der Frage nachgeht, warum denn der gewaltsame, zufällige - beispielsweise der Unfall-Tod -, der früher für die Gemeinschaft ein Un-Sinn gewesen sei, bei uns so eine exponierte Bedeutung hat? Vielleicht erkennen wir uns als diejenigen wieder, die sich dem konsumativen Terror der Massenmedien aussetzen - ja ausliefern, und die im "natürlichen" Tod keinen Sinn mehr erkennen können:

"Der 'natürliche' Tod ist sinnlos, weil die Gruppe daran keinen Anteil hat. Er ist banal, weil er mit dem banalisierten individuellen Subjekt und er banalisierten Familienzelle verbunden ist und weil er nicht mehr kollektives Freud und Leid ist (a.a.O., S. 95)."

Baudrillard stellt in den Raum, dass jeder seine Toten beerdige. Hingegen gebe es bei den Primitiven keinen 'natürlichen' Tod: jeder Tod sei gesellschaftlich, öffentlich und kollektiv und er müsse durch die Gruppe und nicht die Biologie absorbiert werden:

"Diese Absorbierung geschieht im Fest und in den Riten. Das Fest ist ein Austauch der Willen (man sieht nicht, wie das Fest ein biologisches Ereignis resorbieren könnte). Böse Willen und Sühneriten werden über dem Kopf des Toten ausgetauscht. Der Tod treibt sein Spiel und er gewinnt symbolisch - der Tote gewinnt seinen Status und die Gruppe bereichert sich um einen Partner (a.a.O., S. 95)."

Bei uns macht sich der Tote aus dem Staube!

Baudrillard hat vielleicht nicht mehr das massenhafte Verscharren von a-sozialisierten Toten auf den anonymen Grabfeldern unserer Friedhöfe erlebt, aber er behauptet schon 1976, dass sich die Toten aus dem Staube machen. Am Ende eines Lebens der Akkumulation (von gewonnen Jahren - auf dem Hintergrund rasant ansteigender Lebenserwartung bzw. durchschnittlichen Ablebens) werde er vom Ganzen abgezogen. Er werde zu keiner Erinnerung:

"Das ist ein banaler, eindimensionaler Tod, das Ende eines biologischen Parcours, die Bezahlung einer Schuld: 'den Geist aufgeben', wie ein Reifen, der seine Luft verliert. Welche Plattheit (a.a.O., S. 96)!"

Damit könnte man ja vielleicht noch leben. Damit aber der Tod nicht als vollkommene Inkarnation der Sinnlosigkeit erlebt wird, reicht es nach Baudrillard eben nicht aus, einen Toten "der Natur zurückzugeben". Vielmehr müsse er nach genauen herkömmlichen Riten ausgetauscht werden, damit seine Energie, die Energie des Toten und des Todes, auf die Gruppe zurückwirken und von der Gruppe aufgenommen und verausgabt werden könne, anstatt nur der 'Natur' überlassen zu werden (vgl. ebd., S. 97).

Wie fremd ist uns denn diese Einsicht; uns, die wir - wie Baudrillard meint - über keinen wirksamen Ritus zur Absorption des Todes und seiner gewaltigen Energie mehr verfügen. Uns bleibe nur noch das Phantasma des Opfers und des gewaltsamen künstlichen Eingriff des Todes:

"Daher die intensive und zutiefst kollektive Befriedigung angesichts des Todes im Auto. Was beim tödlichen Unfall so fasziniert, ist die Künstlichkeit des Todes. Er ist technisch, nicht natürlich, also beabsichtigt (möglicherweise vom Opfer selber), also von neuem interessant - denn der beabsichtigte Tod hat einen Sinn (a.a.O., S. 97)."

Lasst einmal die vordergründige Empörung darüber verfliegen, was Baudrillard im Fortgang über die Besondertheit in der privaten wie öffentlichen Wahrnehmung bezüglich der Phänomene "Unfall" und "Geiselnahme" schreibt:

"Die Geiselnahme enthüllt das gleiche Bild. Einhellig verurteilt, erzeugt sie Schrecken und tiefe Freude. Sie wird in dem Augenblick zu einem Ritual allerersten Ranges, in dem das Politische der Gleichgültigkeit verfällt. Die Geisel hat einen hundertfach höheren symbolischen Nutzen als der Tod im Auto, der selber hundertfach den natürlichen Tod überragt. Hier findet sich eine Art von Zeit des Opfers und des Rituals wieder, ein Nahen des kollektiv erwarteten Todes - der völlig unverdient ist, also total künstlich und aus der Sicht der Opferung perfekt, dess Vollstrecker, der 'Krimiinelle', es im allgemeinen akzeptiert, als Gegenleistung selber zu sterben, was zu der Regel eines symbolischen Tausches gehört, der wir viel stärker unterliegen als der ökonomischen Ordnung (a.a.O., S. 98f.)."

Die ungeheure Provokation lichtet sich relativ schnell und elegant, wenn man tagtäglich - ich sage tagtäglich -die Alten in ihren Residenzen besucht. Es wird dann so konkret und unfassbar anschaulich - ja, wir müssen uns tunlichst hüten hinüberzurutschen in die im Folgenden geschilderte Passage - die Passage als Wartezone zum Tode hin:

"GREISENTUM UND DRITTES LEBENSALTER" (a.a.O., S. 91f.)

"Auch hier tritt der Sieg der Wissenschaft über den Tod in Widerspruch zur Rationalität des Systems: das dritte Lebensalter wird für die gesellschaftliche Verwaltung zu einer gewaltigen toten Last. Ein ganzer Teil des gesellschaftlichen Reichtums (Geld und moralische Werte) verpufft, ohne dem Alter einen Sinn geben zu können. So wird ein Drittel der Gesellschaft in einen Zustand der Sonderung und des ökonomischen Parasitentums versetzt. Die dem Terrain des Todes abgerungenen Gebiete sind verwüstet. Das erst kürzlich kolonialisierte Greisentum der modernen Zeit lastet auf dieser Gesellschaft mit dem gleichen Druck wie die seinerzeit kolonialisierten Völker der Eingeborenen. Der Ausdruck Drittes Lebensalter sagt genau, was er beinhaltet: ein Art von Dritter Welt."

Was sich 1976 erst in zaghaften Anfängen entpuppte, und was Jean Baudrillard noch nicht sehen konnte, ist die Überführung dessen, was er ökonomisches Parasitentum nennt, in eigens entstandene Geschäftfelder und -modelle, die Wertschöpfungskriterien unterliegen und ihre Wirtschaftlichkeit nachweisen müssen. Dies brutalisiert allerdings den von Baudrillard schon diagnostizierten Effekt, wonach die dem Terrain des Todes abgerungenen Gebiete der Verwüstung anheimfallen - dazu nachstehend einige persönliche Eindrücke und die motivationale Begründung, warum ich mich an diesen Ort der Verwüstung fast tagtäglich begebe. Aber versuchen wir abschließend den Gedankengang Baudrillards bis zu seinem Ende nachzuvollziehen:

Er geht - wie weiter oben bereits angedeutet - davon aus, dass das Greisentum in anderen gesellschaftlichen Formationen als wirklicher symbolischer Angelpunkt der Gruppe existier(t)e:

"Der Status des Greises, der durch den des Ahnen vollendet wird, ist der angesehenste. Die 'Jahre' sind ein realer Reichtum, für den man Autorität und Macht eintauscht, im Gegensatz zur heutigen Zeit, wo die 'gewonnenen' Jahre nur zählbare Jahre sind: akkumuliert, ohne dass man sie eintauschen könnte. Die verlängerte Lebenserwartung hat also nur zu einer Diskriminierung des Alters geführt, die sich aus der Diskriminierung des Todes ergibt und entwickelt (a.a.O., S. 92)."

Warum gleichen die dem Terrain des Todes abgerungenen Gebiete - wie Baudrillard sagt - einem Ort der Verwüstung? Nun, nehmen wir einmal meinen alltäglichen, ganz normalen Weg zu meiner lieben Schwiegermutter Lisa:

(Lisa war zur Kurzzeitpflege auch schon in einer anderen Einrichtung untergebracht. Die folgenden Schilderungen lassen sich - cum grano salis - auf alle vergleichbaren Einrichtungen beziehen, weil sie vielmehr mit der Baudrillardschen Perspektive zu tun haben, als mit dem immer wieder beschworenen Pflegenotstand - P F L E G E N O T S T A N D  herrscht in erster Linie ja deshalb, weil der flexible Mensch in der globalisierten Weltgesellschaft heimatlos dahin driftet; woher soll er denn die Zeit nehmen, seinen angesehenen Greisen die Ehre zu geben??? Ich gehöre da nicht mehr dazu. Ich bin freigestellt in die Wartezone und rutsche behutsam in die andere Welt hinüber und will vor allem der Wüstenei entgehen): 

Ich betrete einen hellen, offenen Raum - die Rezeption. Ich grüße freundlich und werde - inzwischen - von allen, die dort Dienst tun, wie ein alter Bekannter freundlich und mit einem guten Wort begrüßt. In der Regel werfe ich einen Blick ins Café, ein wunderbarer Ort der Begegnung und ein Stück Normalität in der Einrichtung. Mein Weg führt linksab in einen längeren Gang, der sich am Ende verzweigt. Zuvor aber gilt mein aufmerksamer Blick immer der dicken schwarzen Kladde, in der fürsorglich und wertschätzend das Ableben von Bewohnern des Hauses vermerkt ist. Hier bekomme ich also unmittelbar mit, ob jemand, den ich kenne, kennengelernt habe, verstorben ist; durchschnittlich muss alle 14 Tage ein neuer Eintrag vorgenommen werden.

Ich biege links ab. Nach wenigen Metern betrete ich einen ersten Aufenthaltsraum. Dort halten sich  standhafte, kommunikationswillige Bewohner auf, die ich inzwischen allesamt mit Namen und Aspekten ihrer Biografie "kenne". Ich grüße und verabschiede mich immer laut und vernehmlich, manchmal mit einem gezielten Wink, den Frau K. und Frau H. oder auch Frau S. und eine weitere Frau K. in der Regel dankbar aufnehmen. Insbesondere Frau S. liegt häufig mit dem Kopf auf dem Tisch, abgepolstert mit einem weichen Kissen und hält ein Schläfchen. Eine weitere Frau K. - das K ist in den Familiennamen überrepräsentiert - sitzt fast immer alleine, überaus wachsam gegenüber ihrem unmittelbaren Hoheitsterrain: Ihr Stuhl, ihr Tisch, ihre Tasse, ihr Zimmer im Rücken, das niemand ohne ihre ausdrückliche Zustimmung betreten darf. Sie weist Personal oder unachtsame Besucher bzw. Mitbewohner auch schon einmal in aller Schärfe zurecht, wenn unausgesprochene Regeln verletzt werden. Es gibt eine weitere Dame, die als Inkarnation der Sucht immer auf der Suche nach einem "Stäbchen" ist. In bestimmten zeitlichen Abständen erfolgen die rationierten Gaben, die besagte Dame in unruhige Erwartung versetzen: Der Weg nach draußen muss gebahnt werden - innerhalb der Einrichtung herrscht selbstverständlich striktes Rauchverbot - und widrige Umstände (Wind, Wetter etc.) müssen überwunden werden, bis sich dann endlich alle noch offenen Wünsche in einer einzigen Zigarette erfüllen. Nach wenigen Minuten wiederholt sich das Spiel von vorne.

Wenn ich dann über das Treppenhaus das Obergeschoss erreicht habe, schaue ich zunächst rechter Hand in den Aufenthaltsraum, ob sich Lisa vielleicht dort in Gesellschaft der anderen aufhält. Die anderen: der General - häufig befehlend, anordnend den Tag, das Personal und die Vorhaben planend und strukturierend; ab und zu gibt er mir die Anordnung: "Fahren Sie mich bitte nach Olpe - aber sofort!"; sodann eine Dame, die einen fortgeschrittenen Parkinson erträgt - ansonsten hell, klar in ihren Analysen und Hinweisen: "Ihre Schwiegermutter sitzt noch im Aufenthaltsraum!" Dann gibt es natürlich an einem Ort - wie Güls -, an dem man viele Jahrzehte gelebt hat, auch Bekannte; Bekannte, die gute Freunde waren, mit denen einen Urlaube und viele gemeinsame Unternehmungen verbinden! Verbinden? Wenn der eigene Mann aus der Erinnerung Auszug hält, dann verschwinden alte Freunde und Bekannte erst recht. Es braucht schon die tätige Vermittlung, um das Käthchen oder die Frau H. zu erinnern. Und die Erinnerungsarbeit anhand von Bildern, Texten und Begegnungen bildet den Kern dessen, worin ich bislang den S I N N  meines Engagements sehe. Die von Baudrillard vermuteten  V E R W Ü S T U N G E N  resultieren aus den individuellen Vergreisungspozessen und ihrer Ballung auf engstem Raum. Ehemals auch engere Bekannte, gar Freunde begegnen sich als Fremde und bilden Gemeinschaft in Aktivitäten, wie sie Ehrenamtliche - hier möchte ich allen voran Frau D. erwähnen - organisieren. Mit Abstand die größte Wirkung erzielt das gemeinsame Singen.

Baudrillards These von einem "vorweggenommenen gesellschaftlichen Tod" (ich bevorzuge den Begriff des sozialen Todes) überzeugt vor allem, weil die Konzentration der Greise auf engstem Raum die Entfaltung eines "realen Reichtums" weitgehend verunmöglicht. Dies hat selbstverständlich (auch) zu tun mit Personalnot; vielmehr aber noch mit der willfährigen, natürlich auch der puren Not geschuldeten Unterbringung der lieben Alten in Pflegeheimen, die alternativlos erscheint.

Eine Auseinandersetzung mit Klaus Dörners Position (Leben und Sterben, wo ich hingehöreNeumünster 2007) habe ich in Kurz vor Schluss (in der Einleitung zu Kapitel C: Alter, Sterben, Tod und Trauer, S. 420) angestoßen.

Ein klitzekleines Beispiel - schon vergessen, so marginal - aber auf der anderen Seite so unglaublich bedeutsam für Frau E. Frau E. spielt Schifferklavier. Sie ist - partiell auf den Rollstuhl angewiesen - nicht mehr in der Lage, sich selbst, den Rollstuhl und das Schifferklavier von ihrem Zimmer über den Gang zum Rollstuhl bis hinauf auf den Gang im Trakt "Betreutes Wohnen" zu bugsieren. Ich hatte Lisa eben auf unserem Platz in der wunderschönen Außenanlage begleitet, da winkt sie mir aus ihrem Zimmer zu. Ich versorge Lisa und erfülle Frau E. den schlichten Wunsch, sie, ihren Rollstuhl und ihr Schifferklavier quer durchs Gebäude zum notwendigen Aufzug zu bringen. Vermutlich war es ein kurzweiliger Nachmittag im betreuten Wohnen, mit Akkordeon, Liedern und Erzählungen. Wie Frau E. zurückgelangt ist, weiß ich natürlich nicht. Denn ich war dann - wie meist - nach 1 1/2 Stunden gegen 15.30 Uhr mal wieder weg. Der Wüste hatte ich eine klitzekleine Oase abgewonnen.

 

 

 

 

 

   

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