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Was wäre die Kunst der Gesellschaft ohne die Kunst-Schaffenden?

Claudia Rothmund - demnächst in Bad Neuenahr (Golfclub Köhlerhof) und in Winningen (Gutsschänke Schaaf - Inh.: Stefan Pohl)

Von Peter Sloterdijk stammt das wunderschöne Bild, wonach wir uns einen jeden Menschen als eine lebende Silbe - eine sich selbst verborgene Klanggestalt vorstellen können. Was diesen lebenden und sich selbst verborgenen Silben auf die Spur des eigenen Klanges verhilft, das ist bei den einen die Schrift selbst, bei den anderen der Klang - die Musik, vielleicht die Bewegung. Bei Claudia Rothmund ist es die pure Lust am schöpferischen Umgang mit Formen und Farben.

Nur wenige Künstler werden von der Oberzeugung getragen, ihre Schöpfungen seien ästhetisch und formal rundum gelungen. Diejenigen, die Claudias ästhetisches Schaffen im unmittelbaren Umfeld beobachten und schätzen, haben lange um diese erste Ausstellung geworben; vielleicht verständlich, ist es doch Claudias erster Schritt in eine Öffentlichkeit, verbunden mit der unvermeidbaren Konsequenz sich einem größeren Publikum auszusetzen. Für Claudia Rothmund, die von 1977 bis 1980 an der Erziehungswissenschaftlichen Hochschule in Koblenz unter anderem auch Bildende Kunst für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen studiert hat, spricht kein erwähnenswertes curriculum vitae als Künstlerin, sondern eher eine autodidaktische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des bildnerischen Gestaltens, die sie seit vielen Jahren auch ihren Grundschulkindern vermittelt.

Die jetzt geplanten Ausstellungen präsentieren „nutzlose Kunst" - in dem Sinne, wie es August Wilhelm Schlegel in seiner „Kunstlehre" formuliert hat: „Vielmehr liegt es im Wesen der schönen Künste, nicht nützlich sein zu wollen. Das Schöne ist auf gewisse Weise der Gegensatz zum Nützlichen: es ist dasjenige, dem das Nützlichsein erlassen ist."

Die Unterzeichner bekennen sich zu diesem „zwecklosen Selbstzweck", der ausschließlich der ästhetischen Erbauung, der puren Lust an Formen und Farben zu dienen vermag. Mit den Worten von Niklas Luhmann gilt dies so radikal, dass auch der Künstler selbst sich aus den Nutznießern ausschließen muss. „Denn während ein Architekt schließlich auch ein Haus für sich selbst bauen kann und ein Bauer sein eigenes Gemüse im eigenen Garten zieht, stellt ein Künstler ein Kunstwerk nicht... für sich selbst her. Er mag einzelne seiner Werke so lieb gewinnen, dass er sie für unverkäuflich erklärt. Aber das schließt nicht aus, dass er sie anderen zeigt."

Damit ist der „wunde Punkt" markiert und ausgesprochen. Unverkäuflich werden die ausgestellten Werke - bis auf einige wenige - nicht sein. Aber sie erfreuen sich passionierter Liebhaberschaft. Sie sind jeweils das Ergebnis eines ästhetischen Gestaltungsprozesses, der ungewohnte und überraschende Effekte hervor treibt. Dass sie ästhetisch-formal überzeugen, haben die Unterzeichner für sich entschieden. Eine Präsentation findet Ihr unter www.claudia-rothmund.de.

RudiKrawitz               Hans Kusenbach               Franz Josef Witsch-Rothmund 

 

   

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