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Alex Schulman - VERBRENN ALL MEINE BRIEFE (Teil III)
Siehe hier: Teil I, Teil II
Wenden wir uns - bezogen auf die drei Zeitebenen - dem zu, was den irrationalen, verrückten, gleichermaßen dramatischen wie frappierenden Anteil dieser merkwürdigen Familiendynamik ausmacht; einer Liebesgeschichte, die vielleicht normale Menschen für vollkommen absurd bis unfassbar betrachten könn(t)en, die gleichwohl hineinreicht bis in das Leben der Enkelgeneration. Ich nehme daher zunächst einmal Bezug auf einen jeglicher Romantizismen unverdächtigen Kronzeugen, der sich zur Liebe auf gleichermaßen ernüchternde wie erschreckende Weise äußert (selbst habe ich das Themenfeld in: Kopfschmerzen und Herzflimmern tiefschürfend umgepflügt):
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Ausbruch aus dem generativen Gefängnis – Alex Schulman: VERBRENN ALL MEINE BRIEFE (Teil II)
Siehe hier: Teil I
AS entwickelt das komplexe Geflecht einer intergenerativen Dynamik auf drei Zeitebenen – zum einen der Ebene eines Paares – seiner Großeltern –, die sich als eklatant ungeeignet füreinander erweisen werden. Hier setzt Karin Stolpes Tod 2003 den Endpunkt. AS erlebt sich selbst noch einmal als Kind seiner Großeltern – hier ist das Jahr 1988 der Fokus, das Jahr in dem er nolens volens den Briefwechsel, den Austausch der Liebesbriefe zwischen Olof Lagercrantz und seiner Oma entdeckt und damit die unterschwellig immer präsente Katastrophe auslöst.
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Ausbruch aus dem generativen Gefängnis – Alex Schulman: Verbrenn alle meine Briefe (Teil I)
44 Kapitel werden gerahmt von einem Prolog (7 Seiten) und einem Epilog (5 Seiten). Die einzelnen Kapitel beanspruchen durchschnittlich knapp sieben Seiten; das längste vierzehn, das kürzeste eine Seite.
Alex Schulman – mir bislang vollkommen unbekannt – gewinnt den Titel seines Buches aus der flehentlichen Bitte, mit der eine junge Frau einen ebenso jungen Mann bittet, ihre an ihn gerichteten Briefe zu verbrennen: „Ich bitte Dich, Olof, verbrenn all meine Briefe.“ Und sie fährt fort: „Und verrate mich nicht. Mein Leben hängt davon ab. Und Deines ebenfalls.“
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Eine Erinnerung - traumgeschuldet
Alle mir vertrauten Sinnrelikte, alle Sinnrelikte, auf die ich vertraue, gerinnen zu der dünnen Erkenntnis, dass der Mensch ist, weil er sich verdankt (Fulbert Steffensky). Man kann auch fragen: Was bleibt? In Kurz vor Schluss II bin ich zunächst umgekehrt vorgegangen und habe gefragt, wie wir in diese Welt kommen? Und dabei fällt auf, dass ein Menschenleben - und dauert es auch lang - im kosmischen Zeithorizont nicht einmal den sichtbaren Bruchteil einer Nanosenkunde ausmacht. Und dennoch machen wir uns Gedanken darüber, wie Menschen in dieses Leben hineinfinden, um irgendeines ungewissen Tages daraus wieder zu verschwinden. In Todesanzeigen findet sich häufig der Michelangelo zugeschriebene Aphorismus:
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Drei Unheilige aus dem Abendland Teil I und Teil II
Teil I
Wladimir, wir kommen – wir kommen aus dem Abendland:
Wir bringen ein Plakat: Frieden schaffen ohne Waffen!
Und wir bringen Dir das verbriefte Recht auf Widerstand
mit der Anleitung zum Tyrannenmord.
Wir bringen Dir noch mit die unheilige Sahra mit Knecht und Wagen;
auch sie kommt nur noch mit gekreuzten Beinen und sprach von Kriegsverbrechen.
Doch wir sind bereit zum Gang nach Canossa - (nur Sahra bleibt dein Wagen-Knecht).
Auf Knien kriechen die Pazifisten die Stufen zum Kreml hinauf und bitten Dich um Gnade!
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