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Roger Willemsen - der leidenschaftliche Zeitgenosse

Zu seinem Tod eine kleine Bemerkung über das Reisen - und darüber hinaus eine Hommage

9.2.2016: Das Letzte zuerst. Der Bios hat ihm nur noch eine sehr begrenzte Zeit gelassen. Roger Willemsen ist am vergangenen Sonntag (7.2.2016) im Alter von 60 Jahren verstorben. Auch mir wird er fehlen mit seinen Anregungen und seiner gelassenen Unruhe: Der Tod bringt bei mir - vermutlich ähnlich wie bei Roger Willemsen bzw. Thomas Stangl - immer schon die ontologische Differenz zum Schwingen, die starke Ahnung, was den Punkt ausmacht, in den die raum-zeitlichen Verschiebungen zusammenfallen. Nach meinem Großvater, nach meinem Vater, nach meinem Bruder, nach meiner Mutter, nach meinem Schwiegervater und Freunden wieder zur Differenz gekommen zu sein (und ihrer bislang auch nicht entgangen zu sein, ist ein kleines Glück, das ich auch RW noch so lange wünsche, wie ihn sein Lebensmotiv treibt und der Bios trägt.

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Vorsicht da kommen Touristen - Aber niemand war dabei und keiner hat's gewusst - das mit den 2 1/2 Erden

Vorher unter dem Titel: Wenn einer eine Reise tut… oder: Es könnte so authentisch sein. Aber diese Menschen da vorne!

Ein Diskurs zwischen Bildungsreise und touristischen Exzessen - so habe ich es 2015/16 verstehen wollen (veröffentlicht in: Silke Allmann/Denise Dazert, Hg.: Auf dem Weg zur Bildung - Individuelle Bildungsreisen als Horizonterweiterung, Weinheim 2016, S. 182-200). Heute muss und will ich eine andere Sprache sprechen. Wenn ich (Massen-)Tourismus mit Terrorismus gleichsetze, dann vor allem deshalb, weil die (touristischen) Exzesse des Indvidualismus, die im westlich geprägten way of life häufig mit Aspekten der Bildungsreise legitimiert werden, geradezu als Inkarnation der Unbildung verstanden werden müssen:

(damit wir uns im Übrigen nicht missverstehen: alle meine reise- und bildungshungrigen Verwandten und Bekannten sind hier selbstverständlich nicht gemeint - im Gegenteil verkörpern Sie immer noch Manfred Fuhrmanns Aura und Lauterkeit des Bildungsreisenden - das einzige, was Ihnen abgeht, ist - trotz aller Horizonterweiterung - die Klarheit des Blickes in dem Sinn, dass Sie doch bedenken mögen, dass einige Milliarden Menschen darauf drängen die kinetische Verschwendungsneigung westlichen Ausmaßes ganz egoistisch auch für sich zu reklamieren - ich frage mich schon seit längerem, wo denn eigentlich all die Chinesen herkommen, die mal unseren Kaiser sehen wollen - oder sind es doch vielleicht Japaner, Koreaner, Usbeken, Kirgiesen oder was weiß ich?).

Aspekte einer - im übrigen alternativlosen -  Revision des Bildungsverständnisses auf der Höhe der Zeit hat Maximilian Probst am 26. Oktober 2017 in der ZEIT unter dem Titel: Umdenken oder untergehen veröffentlicht.

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Staycation!!!

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 7. August 2016

Ich preise das Glück der freien Presse: Kluge Leute schreiben über kluge Leute. Zuerst ein Beitrag über "Modemoiselle C. - Durch eine Labor-Revolution zur Nobelpreiskandidatin: Was treibt Emmanuelle Charpentier an? Eine Annäherung von Sonja Kastilan" (FAS, S. 61). Ich verstehe zwar wenig, bin aber fasziniert von dem eigensinnigen Weg, der unterdessen 47jährigen Französin, die gegenwärtig als Direktorin am Max-Planck-Insitut für Infektionsbiologie in Berlin - wie sie selbst sagt - die Freiheit hat, ihren Weg weitergehen zu können. Sie gilt mit Jeniffer Doudna als heiße Anwärterin auf den Nobelpreis, "weil sie einen natürlichen Mechanismus zu einer Methode weiterentwickelt haben, die gentechnische Eingriffe erleichtert und inzwischen weltweit Verwendung findet."

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