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lieber henri (4.5.1959 - 12.1.2018) - ein letzter gruß

in den letzten zwei jahren hast du uns begleitet - du hast unserem traum vom heyerberg form und struktur gegeben - du hast uns ermuntert und warst da noch ein kämpfer, wo wir wussten, dass wir diesen kampf nicht gewinnen würden -

wir werden den traum verwirklichen - anders - aber versehen mit deiner handschrift - wir werden uns besinnen - nun da wir am tiefsten punkt sind - auch mit unserem bau - werden wir immer wieder an dich denken mit jedem stein, den es aufwärts geht!

himmelwärts wollten wir steigen - nun bist du vorausgegangen und hast uns verlassen - verlassen hast du deine liebsten!

aber nun beginnt die nächste runde, die uns verheißt, dass der nicht tot ist, der nicht vergessen ist - erinnerung ist die lebendige quelle, die uns verbindet!

du gehörtest zu den weichen, beharrlichen kämpfern, denen der weg das ziel war - du hattest ein großes herz, in dem all die aufgehoben waren, die auch durch dich leben - du warst von beträchtlichem körpermaß, aber du hast nie auf uns herabgeschaut - außer beim basketball!

in all den stunden, die wir besonders in den letzten beiden jahren miteinander verbracht haben, warst du voller zuversicht - auch gegen die unerbittliche stimme der vernunft!

wollen wir also vernünftig werden!? wollen wir lernen vom dem, was du auch und zuvorderst verkörpert hast - bescheidenheit und unendliche liebe für deine nächsten!

so rufe ich dir einen letzten gruß zu mit bruder Fulbert:

"Der Mensch ist, weil er sich verdankt - der Dank lehrt uns, das Leben zu lieben". Bruder Fulbert erzählt eine Geschichte:Ich habe den dramatischen Zusammenbruch meiner Frau zehn jahre vor ihrem Tod erlebt - wir haben "Wochen um ihr Leben gebangt - dann erholte sie sich langsam und vollständig - sie und wir haben gelernt, dass das Leben Frist ist - und dies gab unserem Leben eine neue Intensität - wir lernten die Selbstverständlichkeiten des Lebens als große Gaben zu schätzen - dass ein neuer Morgen kam, war nicht mehr selbstverständlich, das Lachen unserer Enkel und dass wir zusammen weiter leben durften, waren nicht mehr selbstverständlich - der Alltag hatte einen neuen Glanz - wir haben die Bäume neu gesehen - wir haben unsere Liebe intensiver erfahren - wir haben gelernt, was Brot und was Zeit ist - wir haben die Gaben des Lebens als uns ungeschuldete und als unverdiente kennen gelernt - die Dankbarkeit ist wie eine neue Schöpfung der Dinge - und auch der nach zehn Jahren erfolgte Tod meiner Frau hat diese Dankbarkeit nicht durchstreichen können - wer weiß, dass er sich verdankt, ist des Lebens fähig - vielleicht auch des Sterbens." (Fulbert Steffensky - Mut zur Endlichkeit. Sterben in einer Gesellschaft der Sieger, Radius-Verlag, Stuttgart 2007)

im andenken an henri und fühlend mit Gisela, Marie, Philipp - deiner mutter und deinen geschwistern

   

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