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Ich bin dann mal weg!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit dem 30.9.2017 scheide ich aus dem aktiven Dienst aus und verabschiede mich in den Ruhestand. Ich verbinde dies mit einem Dank an alle Institutsmitglieder. Diesen Dank habe ich im Vor- bzw. Dankwort der anliegenden Schrift explizit formuliert. Ich habe unserem Institut fast 25 Jahre angehört, und mein Dank schließt insofern selbstverständlich diejenigen ein, die in all den Jahren in unserem Verantwortungsbereich tätig waren. Insofern nimmt sich die Spanne an gemeinsamer Zeit, die ich mit der Mehrheit der jetzt innerhalb des Instituts arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbracht habe, bescheiden aus. Es war nicht einmal Zeit, sich kennenzulernen.

Das hiermit dem Institut übereignete Exemplar von Kurz vor Schluss versteht sich als ein umgreifendes Projekt mit der Absicht den Gesamtzusammenhang von beruflichen und privaten Einflussbereichen ein wenig transparent zu machen. Insofern ist es eine Zumutung, und ich bitte um Nachsicht, der Sie dadurch entsprechen können, dass sie gewisse Kapitel und Teilkapitel schlicht ignorieren.

Gleichwohl wird mit diesem Vorhaben überaus deutlich, dass wir uns auch in unserer Professionalität nicht vermitteln können, ohne die historischen und zeitgeschichtlichen Kontexte zu reflektieren, die als prägender Referenzrahmen auch unsere Arbeit entscheidend mit beeinflussen. Es ist zum Beispiel ungemein spannend die eigene Entwicklung und Positionierung im Funktionssystem Wissenschaft zu verfolgen und einzuordnen. Insofern spielt im vorgelegten Resümee Kurz vor Schluss das Kapitel D: Erkenntnis – Theorie und Praxis die zentrale Rolle – zumindest im Hinblick auf die hier beabsichtigte Adressierung.

In diesem Zusammenhang möchte ich vor allem meiner Enttäuschung Ausdruck verleihen, die sich aus den vergeblichen Bemühungen ergibt, innerhalb des Instituts so etwas zu erreichen wie einen bescheidenen Diskurs. Alle Versuche aus den spärlichen institutionellen Zusammenkünften etwas zu initiieren, was man anschlusswillige oder –fähige Kommunikation nennen könnte, blieben ohne jede Resonanz. Dies mag vielleicht damit zusammenhängen, dass die Anlässe jeweils über die Maßen konfliktträchtige waren.

Wenn ich dem Institut und der Hochschule nun den Rücken kehre, verbinde ich dies mit einer Mahnung, von der ich zutiefst überzeugt bin, dass sie Sie in Ihren künftigen Versuchen nolens volens begleiten wird, innerhalb des Kontextes Hochschule gleichermaßen professionell wie erfolgreich zu agieren :

Die Texte in Kurz vor Schluss, auf die ich mich hier beziehe, waren dazu gedacht den angebotenen Diskurs zu eröffnen und zu begründen. Insbesondere Text 96 Kommunikationsprobleme unter Profis untersucht einen Vorgang, der dazu geeignet ist, exemplarisch die Möglichkeiten und Grenzen professionell notwendiger und alternativloser Kommunikationserfordernisse auf einem analytisch angemessenen Niveau zu beschreiben. Sie werden häufig an mich zurückdenken, wenn Sie entscheiden müssen, welche Mechanismen Sie zur Reduktion sozialer Komplexität bevorzugen. Das vergangene Sommersemester bietet einen ausreichenden und anschaulichen Erfahrungsraum, um die jeweiligen Konsequenzen zu bedenken. Dies wird langfristig sogar zu der Frage führen, ob § 3 Absatz 4 des derzeit noch gültigen Landesgesetzes über die Universitäten in Rheinland-Pfalz nicht besser ersatzlos zu streichen wäre, um eine reibungslose Organisation des Studiums zu gewährleisten.

Mit freundlichen Grüßen Franz Josef Witsch-Rothmund

 

   

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